Schweizerische Bundesregierung gibt pro Jahr 52,5 Mio. Euro für Übersetzungen aus

Flagge SchweizDie Schweiz hat auf Bundesebene im Jahr 2014 insgesamt umgerechnet 52,5 Mio. Euro (57 Mio. Franken) für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen ausgegeben. Davon werden 36,9 Mio. Euro (40 Mio. Franken) für interne Sprachdienstleistungen aufgewendet. Die Ausgaben für nach außen vergebene Aufträge beliefen sich auf 15,6 Mio. Euro (17 Mio. Franken).

Diese Zahlen hat Florian Faes für Slator.com recherchiert, das englischsprachige Nachrichtenportal für die Übersetzungsbranche.

Kosten für Vergabe nach außen stark steigend

Die externen Ausgaben sind demnach in den letzten Jahren stark angestiegen:

  • 2011: 9,13 Mio Euro (9,9 Mio. Franken)
  • 2012: 12,9 Mio. Euro (14 Mio. Franken)
  • 2013: 14,5 Mio. Euro (15,8 Mio. Franken)

Schweiz setzt auf festangestellte Übersetzer und Vergabe an Einzelübersetzer

Während sich andere Länder bemühen, möglichst wenige Übersetzer fest anzustellen und möglichst viel nach außen zu vergeben, ist es in der Schweiz genau andersherum. (Auch die Gerichtsdolmetscher für die am häufigsten benötigten Sprachen sind in der Regel fest angestellt.)

In anderen Ländern wird die Vergabe von Sprachdienstleistungen nach Möglichkeit zentralisiert. Um Kosten zu senken, werden Rahmenverträge mit großen Übersetzungsbüros abgeschlossen. (Auch wenn man in Großbritannien damit katastrophal schlechte Erfahrungen gemacht hat.)

Bei den Eidgenossen erfolgt die Vergabe hingegen nach wie vor dezentral vor Ort. Der weitaus größte Teil der extern vergebenen Aufträge geht offenbar bewusst an Einzelübersetzer und -dolmetscher. In der Liste der 542 im Jahr 2014 extern beauftragten Sprachdienstleister befindet sich nur ein größeres Büro, das aber keinen signifikant hohen Anteil an Aufträgen erhalten hat.

Weiterführende Links

[Text: Richard Schneider. Quelle: Slator.com, 2016-06-28. Bild: gemeinfrei.]

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