Interview mit Gorbatschows Dolmetscher Pawel Palaschtschenko

Pawel Palaschtschenko
Pawel Palaschtschenko 2019 im Gespräch mit dem russischen Auslandssender RT. - Bild: Screenshot UEPO.de

Pawel Palaschtschenko, Englisch-Dolmetscher von Michail Gorbatschow, spricht in einem halbstündigen Interview mit Russia Today (RT) über seine Arbeit. Die Fragen stellt Sophie Schewardnadse, Enkelin des früheren russischen Außenministers.

Dabei geht es vor allem um die Gespräche zwischen Michael Gorbatschow und Ronald Reagan sowie den Außenministern Eduard Schewardnadse und George Shultz.

Breiten Raum nehmen aber auch allgemeine Fragen zur Rolle und Funktion von Dolmetschern bei internationalen Verhandlungen ein.

So erfahren wir, dass auch Reagan und Bush bei Unterredungen mit russischen Politikern gelegentlich auf eigene Dolmetscher verzichtet haben – und nicht nur Trump, dem dies heute zum Vorwurf gemacht wird.

Nach Angaben von Pawel Palaschtschenko vertrauen Politiker ihren Dolmetschern auch heute noch ohne Vorbehalte:

Ich weiß, dass Washington voller Leaks ist. Doch ich weiß auch, dass Dolmetscher und Übersetzer nie die Quelle dieser Leaks sind. Weil man weiß, dass diese Dinge bekannt werden. […] Es hat noch nie eine Vermutung oder Anschuldigung gegenüber einem von uns – den Dolmetschern – gegeben, dass wir etwas durchsickern ließen. Das ist aufgrund der Berufsethik unmöglich, die meiner Meinung nach praktisch alle von uns – vor allem diejenigen, die auf hohem Niveau arbeiten – sehr genau nehmen.

Nachfolgend die Aufzeichnung in voller Länge:

[Text: Richard Schneider.]