In Brandenburger Impfzentren werden Gebärdensprachdolmetscher per Tablet zugeschaltet

Verkehrsschild Impfzentrum
Bild: Richard Schneider

In allen dreizehn Impfzentren des Landes Brandenburg werden ab sofort Gebärdensprachdolmetscher per Tablet zugeschaltet. Sie sollen Gehörlosen die Kommunikation erleichtern. Das gab die Landesbehindertenbeauftragte Janny Armbruster am 9. April 2021 bei einem Besuch des Impfzentrums Frankfurt (Oder) bekannt.

Die Ferndolmetschlösung wurde vom Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin/Brandenburg e.V. (ZfK) entwickelt und wird von diesem auch betreut. Die Impfzentren haben zu diesem Zweck Tablet-PCs erhalten, die Gehörlosen bei ihrem Impftermin zur Verfügung gestellt werden. Per Videoschalte werden diese direkt mit einem Dolmetscher für Gebärdensprache verbunden, über den sie dann mit den Mitarbeitern des Impfzentrums kommunizieren können.

„Die neue Dolmetscher-Betreuung bedeutet eine große Erleichterung für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Ich freue mich sehr, dass das Impfen nun auch für diese Brandenburgerinnen und Brandenburger barrierefrei angeboten werden kann“, so Armbruster.

Alle brandenburgischen Impfzentren sind vollständig barrierefrei

Janny Armbruster
Janny Armbruster – Bild: Ministerium für Soziales

Die Beauftragte wollte sich vor Ort in der Messehalle 1 von der Barrierefreiheit des Impfzentrums Frankfurt (Oder) überzeugen. Vier Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen – eine Rollstuhlfahrerin, ein Blinder, ein Hörbehinderter und ein Gehörloser – testeten dabei die Barrierefreiheit des gesamten Impfprozesses.

Janny Armbruster erläutert: „Viele Menschen mit Behinderungen haben ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Ein reibungsloser Ablauf der Impfung – von der Terminvergabe bis zur Impfung – ist daher für sie besonders wichtig.“

Um dies zu ermöglichen, müssen die Impfzentren im Land barrierefrei sein. Entsprechende Kriterien dafür sind unter anderem der rollstuhlgerechte Zugang aller Räume, Bodenleitsysteme und Beschilderungen in Brailleschrift für Blinde sowie Gebärdendolmetscher und andere Kommunikationshilfen für Menschen mit Hörbehinderung.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) erfüllen alle dreizehn Impfzentren im Land die hohen Anforderungen, die an die Barrierefreiheit gestellt werden.

Die besonderen Bedürfnisse dieser Gruppen wurden bei der Planung und dem Aufbau der Impfzentren von Anfang an berücksichtigt. „Daher freut es mich sehr, dass Brandenburgs Impfzentren in vorbildlichem Maße barrierefrei sind und so zum Erfolg der Impfkampagne beitragen“, so Janny Armbruster.

Gabriel Hesse / MSGIV

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