translationale: Berlins Festival für Literaturübersetzung in zweiter Auflage

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Bild: translationale berlin

Nach dem erfolgreichen Start 2021 feiert die translationale berlin in diesem Herbst ihre Fortsetzung: Vom 30. September bis zum 3. Oktober 2022 findet im Collegium Hungaricum Berlin das erste und bisher einzige Festival für Literaturübersetzung der Stadt statt.

Unter dem Motto „Translators on stage!“ rückt das Festival die Kunst des Übersetzens und die Arbeit von Literaturübersetzern vier Tage in den Fokus. Sowohl Fachpublikum als auch eine breite Öffentlichkeit sind eingeladen zu einem vielseitigem Veranstaltungsprogramm aus Workshops, Vorträgen, Lesungen, Konzerten, Übersetzungsperformances und anderen Veranstaltungsformaten mit über 70 internationalen Mitwirkenden.

Festivalleiter Asmus Trautsch erklärt dazu:

Übersetzer:innen arbeiten meist im Hintergrund, jedoch sind sie gerade in Kriegs- und Krisenzeiten unverzichtbar. Sie wirken gegen nationale Einkapselung, gegen die Exklusionsstrategien hegemonialer Identitätsversicherungen und für eine interkulturelle Verständigung. Sie verdienen gerade in großen Krisen Aufmerksamkeit und Förderung.

Ein Schwerpunkt des Festivals liegt in diesem Jahr auf Mittelosteuropa mit einem großen Eröffnungsprogramm ukrainischer Dichter und ihren Übersetzern sowie einer Aufführung der musikalischen Übersetzung des Romans Amadoka von Sofia Andruchowytsch. Veranstaltungen zu Franz Fühmann als Übersetzer aus dem Ungarischen, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, und zur Übersetzungsstadt Budapest gehören ebenso dazu wie ein von Claudia Dathe kuratiertes Nachmittagsprogramm, das die Wege von postkolonialen Narrativen in Mittelosteuropa nachzeichnet.

Bislang Unübersetztes aus Belarus, Tschechien und der Ukraine wird erstmals auf Deutsch zu hören sein. Zudem widmet sich ein von Tal Hever-Chybowski kuratierter Abend in Wort und Klang dem Jiddischen als Grenzen und Zeiten überschreitender Weltsprache der Literatur und Übersetzung.

Zudem werden Übersetzer ihren Auftritt haben, die jenseits der Grenzen Europas, etwa aus Brasilien oder Indonesien, wirken und Literatur nicht nur ins Deutsche, sondern auch in andere Sprachen, etwa die vielfältigen afrikanischen übertragen. Außerdem wird das Buch Jeder Aufbruch ist ein kleiner Tod von Ivana Sajko (erschienen bei Voland & Quist) auf dem Festival vorgestellt werden.

Im Breuer-Saal ist eine Rauminstallation zu drei mittelosteuropäischen „Cities of translators“ des TOLEDO-Programms zu sehen. Budapest, Kyjiw und Minsk können anhand von Bildern, Texten und Zitaten, Objekten und Filmen als drei kulturell miteinander vernetzte Städte des Übersetzens erkundet werden.

Zum Abschluss findet am 3. Oktober im Maxim-Gorki-Theater der „Tag der deutschen Dreiheit“ statt: Die Leipziger Buchpreisträger Tomer Gardi, Anne Weber und Uljana Wolf lesen aus ihren Büchern und sprechen über die Poesie des Übersetzens. Tickets können beim Theater im Vorverkauf und an der Abendkasse erworben werden.

translationale berlin 2022
Das viertägige Programm im Überblick als Stundenplan (vergrößern mit Rechtsklick). – Bild: translationale berlin

Eintritt frei, die meisten Veranstaltungen werden gestreamt

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Collegium Hungaricum ist frei. Die Veranstaltungen finden in deutscher, ukrainischer, englischer und ungarischer Sprache statt, wobei ins Deutsche simultan verdolmetscht wird.

Das gesamte für die breite Öffentlichkeit gedachte Programm wird auf den Webseiten des Festivals und des Collegium Hungaricum Berlin gestreamt (Link weiter unten).

Projekt von Weltlesebühne und TOLEDO mit weiteren Partnern

Die translationale berlin ist ein Projekt von Weltlesebühne e. V. und TOLEDO – Übersetzer*innen im Austausch der Kulturen in Zusammenarbeit mit dem Collegium Hungaricum Berlin und dem Maxim-Gorki-Theater.

Kooperationspartner der diesjährigen Veranstaltung sind Translatorium – Festival für Literatur und Übersetzung aus Khmelnytskyj (Ukraine), das Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin, die Exil-VHS und Translators in Action.

Künstlerischer Leiter ist Asmus Trautsch, Kuratorinnen sind Nora Bierich, Dorota Stroińska und Aurélie Maurin. Die Projektleitung hat Annina Lehmann inne.

Das Festival wird gefördert durch den Deutschen Übersetzerfonds aus den Mitteln des Programms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Medienpartner der translationale berlin 2022 sind taz. die tageszeitung, rbb Kulturradio und TraLaLit – das Magazin für übersetzte Literatur.

Collegium Hungaricum Berlin
Das Collegium Hungaricum Berlin ist Teil des Netzwerks ungarischer Kulturinstitute. – Bild: Tamás Bujnovszky (CHB)

Veranstaltungsort Collegium Hungaricum

Das Collegium Hungaricum Berlin (CHB) ist ein interdisziplinärer Ort für Literatur, Kunst und Wissenschaft. Es fördert seit 1924 den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen Ungarn und Deutschland, und ist seit 2021 Spielstätte der translationale berlin. Das CHB ist Teil des Netzwerks ungarischer Kulturinstitute weltweit.

Dem Thema Übersetzung widmet das Institut in seinem Literaturprogramm einen beson­deren Schwerpunkt, um die Vernetzung im Bereich der literarischen Übersetzungs­szenen der beiden Länder und den vielstimmigen internationalen Kulturaustausch zu fördern, sowie den Übersetzern als Vermittlern von Literatur und Kultur mehr Sichtbarkeit zu verleihen.

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