VKD feiert zehnjähriges Bestehen – Petra Siegmann und Marie-Luise Pesch von Anfang an dabei

2013 feiert der Verband der Konferenzdolmetscher (VKD im BDÜ) sein zehnjähriges Bestehen – viele Mitglieder sind schon seit der Gründung dabei. Sie sind immer dann gefragt, wenn unterschiedliche Sprach- und Kulturräume zusammenkommen, und das in den unterschiedlichsten Bereichen.

Viele VKD-Mitglieder haben sich auf einzelne Fachgebiete spezialisiert, wie Sport oder Politik. So bearbeiten die Experten im Bereich Wirtschaft und Recht, einem weiteren wichtigen Schwerpunkt, Fachthemen von A wie Aktienhandel bis Z wie Zivilrecht. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn es inhaltlich speziell wird – und sind begehrte Fachleute.

Marie-Luise Pesch: „Wir haben uns aus Leidenschaft für die Sprache für unseren Beruf entschieden.“

Ende 2004 führte die Europäische Union die neue Gesellschaftsform der Europäischen Aktiengesellschaft – international als Societas Europaea oder kurz als SE bezeichnet – ein. Für die beiden Diplom-Dolmetscherinnen und VKD-Mitglieder Marie-Luise Pesch und Petra Siegmann ergab sich hierdurch ein neues berufliches Wirkungsfeld, das den Anstoß gab, sich in einer Bürogemeinschaft zusammenzuschließen und sich einen gemeinsamen Internetauftritt zu geben.

“Wir hatten damals die Chance, eines der ersten Unternehmen sprachlich zu begleiten, das diese neue Rechtsform angenommen und damit juristisches Neuland betreten hat”, erzählt Marie-Luise Pesch, die Spanisch und Englisch dolmetscht. Ihre Kollegin Petra Siegmann, die Spanisch und Französisch anbietet, ergänzt: “Da die Gesellschaftsform besonders in Deutschland Schule machte, haben wir uns auf dieses Gebiet spezialisiert und sind mittlerweile zu Fachfrauen in Sachen Europäische Aktiengesellschaft geworden.”

Die für Konferenzdolmetscher eher unübliche Entscheidung, sich ganz auf ein so hoch spezialisiertes Gebiet zu konzentrieren, haben die beiden nicht bereut. “Auch wenn der Rechtsrahmen der Verfahren immer gleich ist, unterscheiden sich diese wesentlich voneinander, je nach Branche und Größe des Unternehmens sowie nach Anzahl und Herkunft der Verhandlungspartner”, so Marie-Luise Pesch. “Reizvoll an diesem Aufgabengebiet ist zudem die Organisation zumeist größerer Dolmetscherteams und die Zusammenarbeit mit Kollegen für alle EU-Sprachen”, betonen alle beide.

Petra Siegmann

Solides fachliches Grundwissen ist für die Arbeit der beiden Dolmetscherinnen unumgänglich. “Ein glücklicher Umstand war es, den Auftrag für die Übersetzung eines SE-Handbuchs zu erhalten und dadurch – bezahlte – Arbeit und Fortbildung miteinander verbinden zu können”, sagt Petra Siegmann. Im Anschluss übersetzten sie das maßgebliche Gesetz für ein Bundesministerium und erstellten für eine europäische Institution ein mehrsprachiges SE-Fachglossar.

Neben Fachwissen und der ausgezeichneten Beherrschung der jeweiligen Fremdsprache sind für ihre Arbeit vor allem interkulturelle Kompetenzen wichtig. “Ein Skandinavier trägt seinen Standpunkt in der Regel ruhiger und sachlicher vor als ein temperamentvoller Südeuropäer, und auch der Humor eines Engländers ist nicht immer einfach in eine andere Sprache zu übertragen”, nennt Petra Siegmann als Beispiele. “Daneben gilt es, den historischen oder politischen Hintergrund der Redner zu verstehen”, ergänzt ihre Kollegin. Kein Wunder, dass beide an ihrer Tätigkeit insbesondere die zahlreichen Kontakte zu Menschen aus anderen Sprach- und Kulturräumen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen reizen. “Wenn man es auf den Punkt bringen müsste: Wir haben uns aus Leidenschaft für die Sprache und aus Verbundenheit mit den Menschen, die sie sprechen, für unseren Beruf entschieden”, fasst Marie-Luise Pesch zusammen.

Wie die meisten Konferenzdolmetscher sind auch Petra Siegmann und Marie-Luise Pesch freiberuflich tätig. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind beide seit der Gründung des VKD im Jahr 2003 Mitglieder im Verband. “Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen kann nur solidarisch durch den gesamten Berufsstand erzielt werden. Und der VKD trägt sehr viel dazu bei, über unseren Berufsstand und seine Belange zu informieren”, so Petra Siegmann. “Für uns ist der Verband gleichermaßen Plattform für den Erfahrungsaustausch, für die Nachwuchsförderung und für die Kontaktaufnahme zu professionellen Kollegen mit anderen Arbeitssprachen”, fügt Marie-Luise Pesch hinzu. “Außerdem ist das Fortbildungsangebot des VKD sehr gut.”

490 VKD-Mitglieder arbeiten in 34 Sprachen

Seit genau zehn Jahren vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder. Rund 490 Konferenzdolmetscher sind dem VKD mittlerweile beigetreten, die insgesamt in 34 Sprachen – von Albanisch bis Ungarisch – arbeiten und in den unterschiedlichsten Themengebieten tätig sind. “Wir verstehen uns als erste Anlaufstelle für Konferenzdolmetscher, für deren Belange und Arbeitsbedingungen wir uns öffentlich stark machen”, erläutert Ruth Kritzer, Vorsitzende des VKD. “Gleichzeitig bieten wir potenziellen Auftraggebern Hilfestellung, informieren rund um das Thema Konferenzdolmetschen und vermitteln Kontakte – und das seit nunmehr zehn Jahren.”

Über den VKD

VKDDer deutsche Verband der Konferenzdolmetscher im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (VKD im BDÜ) e.V. vertritt die Interessen seiner Mitglieder und ganz allgemein des Berufsstandes der Konferenzdolmetscher, insbesondere in Deutschland, gegenüber nationalen und internationalen Organisationen, Behörden, Körperschaften, Regierungen, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Er wurde 2003 gegründet und zählt derzeit annähernd 500 Mitglieder. Die Aufnahme in den Verband unterliegt strengen Aufnahmekriterien: Bei den meisten Mitgliedern handelt es sich um Konferenzdolmetscher mit einem Hochschulabschluss.

www.vkd.bdue.de

[Text: VKD. Quelle: Pressemitteilung VKD, 02.04.2013. Bild: Pesch, Siegmann, VKD.]