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Archive für Oktober 2009

Schon wieder: Deutschlandkorrespondenten sprechen kein Deutsch

Mike LazaridisVorgestern hatte der kanadische Mobiltelefonhersteller Research in Motion (RIM) zur Präsentation des ersten in Deutschland entwickelten BlackBerry-Modells in sein Bochumer Forschungszentrum geladen.

Zunächst hielt RIM-Gründer Mihal „Mike“ Lazaridis (Bild rechts) eine einstündige Ansprache an die versammelte Wirtschaftspresse – in seiner Umgangssprache Englisch. (Lazaridis wurde als Sohn von Griechen in der Türkei geboren. Die Familie flüchtete nach Kanada, als Lazaridis fünf Jahre alt war.) Anschließend sprach eine halbe Stunde lang Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, Bild unten), und zwar ebenso selbstverständlich in seiner Muttersprache Deutsch.

Während sich die Deutschen nicht über den englischen Vortrag beschwert hatten, gab es nun aber heftige Proteste der anwesenden englischen Muttersprachler gegen den deutschen Beitrag. Die Tageszeitung Die Welt berichtet über die Rede Lammerts:

Bei den ausländischen Pressevertretern sorgte dies aber für Irritationen, da RIM keine Übersetzung eingerichtet hatte. Als eine ausländische Journalistin Lammert in seiner Rede unterbrach und ungehalten darauf aufmerksam machte, dass sie kein Deutsch verstehe, antwortete Lammert auf Englisch, dass man in Deutschland nun einmal „meistens“ Deutsch spreche. Er sei aber gerne bereit, ihr das Gesagte im Anschluss zu übersetzen. Anschließend setzte Lammert seine Ausführungen auf Deutsch fort.

Norbert LammertWie schon bei Westerwelles Pressekonferenz nach der Bundestagswahl war auch bei RIM in Bochum zu beobachten, dass es Medien gibt, deren Deutschlandkorrespondenten kein Wort Deutsch sprechen. Das ist ungefähr so, als ob die Feuilleton-Redaktion einen Blinden zu einer Vernissage oder einen tauben Reporter in ein Konzert der Berliner Philharmoniker schicken würde.

Weder Lazaridis noch Lammert haben Probleme mit Fremdsprachen, britische, amerikanische und kanadische Journalisten aber offenbar schon.

Links zum Thema auf uepo.de
Muss ein deutscher Außenminister fließend Englisch sprechen? Die “Affäre” Westerwelle
Fremdsprachenkenntnisse in Europa: Kleine Länder hui, Großbritannien pfui

[Text: Richard Schneider. Quelle: Die Welt, 2009-10-21. Bild: RIM, Deutscher Bundestag.]

“Mach mir eine harte Kopie!” Übersetzungsfehler in Filmdialogen

Die von der Computerzeitschrift CHIP betriebene Website zehn.de („Die besten Listen“) hat einige Fehlübersetzungen aus Filmdialogen bekannter Hollywood-Klassenschlager zusammengestellt. Die Liste können Sie bei zehn.de aufrufen.

Link zum Thema auf uepo.de
Spiel mir das Lied vom Murmeltier - Filmtitel-Übersetzungen besser als ihr Ruf

BDÜ wünscht “frohe Weihnachten” in 60 Sprachen

Wegen der großen Nachfrage stellt der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) auch dieses Jahr wieder seine beliebte „Weihnachtsdatenbank“ online. Dort steht die Übersetzung der Festtagsgrüße in über 60 Sprachen dieser Welt.

Neben der Übersetzung von „Frohe Weihnachten“ in den gängigen europäischen Sprachen finden sich dort auch exotischere Weihnachtsgrüße – zum Beispiel in den Sprachen Indonesisch, Nepalesisch oder Kikuyu. Der besondere Clou der Weihnachtsdatenbank ist die Technik dahinter: Weil für viele Sprachen spezielle Schriftsätze nötig sind, stehen die Grüße als fertige Text- beziehungsweise Grafikdatei zum Herunterladen bereit. Die Nutzung ist kostenfrei.

Johann J. Amkreutz„Unsere Weihnachtsaktion kommt sehr gut an“, weiß BDÜ-Präsident Johann J. Amkreutz (Bild). Im letzten Jahr habe der Verband Dankesbekundungen von vielen Privatpersonen und Geschäftsleuten erhalten. Amkreutz: „Wir freuen uns, mit dieser Aktion einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.“ (Die zu den Festtagen passende Kopfbedeckung hat Uepo.de ins Bild kopiert. Verbandspräsidenten pflegen selbstverständlich nicht kostümiert herumzulaufen - außer vielleicht am Heiligen Abend für die Enkelkinder.)

All jene, die individuelle Weihnachtsgrüße verschicken möchten, finden auf der BDÜ-Website außerdem die Kontaktdaten von 5.900 Übersetzern für über 80 Sprachen.

BDÜ
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von Dolmetschern und Übersetzern gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Mit mehr als 6.000 Mitgliedern repräsentiert der BDÜ über 75 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer. Er ist damit der größte Berufsverband für Sprachmittler in Deutschland. Eine BDÜ-Mitgliedschaft steht für Qualität, denn die Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Mitglieder sind hoch und werden vor der Aufnahme in den Verband überprüft.

Die internationalen Weihnachtsgrüße und weitere Informationen zum BDÜ finden Sie unter www.bdue.de.

[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2009-10-21. Bild: Richard Schneider (Fotomontage).]

FORUM 3/2009 der ATICOM: Literaturübersetzung, Justizdolmetschergesetz

ATICOMDas neue FORUM, die Verbandszeitschrift des ATICOM Fachverbands der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher, ist soeben erschienen. Einen kleinen Schwerpunkt bildet in diesem Heft die Literaturübersetzung, mit der sich mehrere Artikel befassen. Aus dem Inhalt:

  • Veranstaltungsankündigung Réseau Franco-Allemand
  • Weltübersetzertag: FIT Press release “Working together”
  • Veranstaltungsberichte: ATICOM-Repetitorium “Professionelles Verhalten vor Gericht”, ATICOM-Repetitorium “Zivil- und Strafrecht”, Straelener Atriumsgespräch – Beim Erklimmen des Turms
  • Literaturübersetzung: Neuübersetzungen boomen; Ilias - Der Kleine Prinz – Der Simplizissimus; Interview mit Verlagsleiter Dr. T. Aurelio; Die VG-Wort – eine undurchsichtige, selbstherrliche Behörde
  • Zertifizierung: ISO-Zertifizierung von Übersetzern – lohnt sich das? Zertifizierung nur für Übersetzungsdienstleister
  • Kurzberichte: Sprachpanscher des Jahres; Google Docs übersetzt
  • Deutsch aktuell: Rechtschreibreform - Das Chaos wächst
  • Rezension: Jürgen Stähles Vom Übersetzen zum Simultandolmetschen
  • Steuern und Versicherung: Krankengeld für Selbstständige in der GKV; Freiberufler bleiben gewerbesteuerfrei

Sowohl diese als auch die älteren Ausgaben des FORUMs können als PDF auf der ATICOM-Webseite unter www.aticom.de/a-verbzeit.htm heruntergeladen werden.

[Text: Bettina Behrendt. Quelle: Pressemitteilung ATICOM, 2009-10-20. Bild: ATICOM.]

Infoblatt ADÜ Nord: Nachlese BDÜ-Konferenz, neue TM-Systeme

ADÜ NordDas Oktober-Infoblatt des ADÜ Nord (Assoziierte Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland e. V.) ist soeben erschienen.

Themen unter anderem:
- Nachlese zur BDÜ-Konferenz in Berlin
- Überblick über die Translation-Memory-Systeme der neuen Generation
- Tipps und Tricks: Paralleltextauswertung in Word
- Buchrezensionen: Chinesische Sagwörter und Betrachtungen von Konferenzdolmetscher Jürgen Stähle
- Rechtsecke: Justizdolmetschergesetz in Schleswig-Holstein, Abmahnung in Hamburg
- Veranstaltungen und weitere Termine

Die PDF-Datei können Sie kostenlos direkt unter folgender Adresse herunterladen:
http://infoblatt.adue-nord.de/infoblatt-2009-05.pdf

[Text: Helke Heino. Quelle: Mitteilung ADÜ Nord, 2009-10-20. Bild: ADÜ Nord.]

FAZ porträtiert drei Sprachmittler der Frankfurter Buchmesse

Frankfurter Buchmesse 2009 - Dolmetschkabine

Frankfurter Buchmesse 2009„Es gibt eine deutlich auszumachende Sehnsucht auf der Messe, China besser zu verstehen. Dabei helfen die unzähligen Gesprächsdolmetscher, die Lizenzverhandlungen, Podien und Konferenzen begleiten“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung und stellt drei von ihnen vor:

  • Der in Peking geborene und seit dreiundzwanzig Jahren in Köln lebende Publizist Shi Ming moderiert und verdolmetscht Podiumsdiskussionen des „independent chinese PEN“ auf der diesjährigen Buchmesse.
  • Die Sinologin Karin Betz hat Die Sandelholzstrafe, das aktuelle Buch des chinesischen Schriftstellers Mo Yan, ins Deutsche übertragen.
  • Die Simultandolmetscherin Gisela Reinhold saß bei der Eröffnungsveranstaltung, an der unter anderem Angela Merkel und der  chinesische Vizepräsident Xi Jingping teilnahmen, in der Kabine. Sie muss bei ihrer Arbeit auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen: „Wenn ein Chinese sagt: ,Ich werde darüber nachdenken‘, muss man wissen, dass das eigentlich heißt: ,Vergiss es, ich habe keine Lust, darüber nachzudenken.‘“

Die Chinesisch-Dolmetscher und -Übersetzer leisteten einen wichtigen Beitrag zur Verständigung mit dem diesjährigen Ehrengast China.

„Intensiv ist in dieser Woche über die chinesische Kultur, die Widersprüche des Landes und die notwendige Meinungsfreiheit in China diskutiert worden - vor, bei und nach dem Messebesuch. Die Frankfurter Buchmesse hat das Versprechen eingelöst, eine Begegnung und einen Dialog mit den unterschiedlichen chinesischen Gruppierungen der Welt zu ermöglichen“, so der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder.

Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse ergänzt: „Es war richtig, China als Ehrengast einzuladen. Das Land hat sich außerhalb seiner Grenzen zum ersten Mal derart umfassend dieser konzentrierten internationalen Öffentlichkeit gestellt - und damit auch der politischen Kritik. Wir sehen die Aufgabe der Buchmesse darin, das Schlaglicht auf die Literatur, auf das Verlagswesen eines Landes zu werfen. Und wir sind sicher, dass weltweit in dieser Tiefe und zu diesem Detailgrad über die chinesische Literatur und die Arbeitsbedingungen der Literaten bisher nicht diskutiert wurde. Diese Debatte wird sich fortsetzen.“

Frankfurter Buchmesse 2009 - DolmetschtechnikDen Zeitungsartikel über die Dolmetscher der Frankfurter Buchmesse können Sie auf der Website der FAZ lesen.

Der Umgang mit der komplexen Dolmetschtechnik will gelernt sein - auch bei den Zuhörern. Der Herr links trägt keine elektronische Kippa, sondern einen Kopfhörer. Auch wenn die Empfangsqualität der Dolmetschkanäle bei dieser Trageweise unter Umständen besser ist, zeigt der chinesische Autor Bei Ling, wie sich der Hersteller die Sache mit dem Kopfhörer eigentlich gedacht hat.

Frankfurter Buchmesse 2009 - Jutta Himmelreich

Dolmetscherin Jutta Himmelreich bei einer Veranstaltung zum Ehrengast 2010 Argentinien

[Text: Richard Schneider. Quelle: FAZ. 2009-10-21; Pressemitteilung Frankfurter Buchmesse, 2009-10-19. Bild: Presseservice Frankfurter Buchmesse.]

“Pelés Schutzengel”: Portugiesisch-Dolmetscher Marten Henschel im Interview

Marten HenschelDie Nachrichten-Website news.de stellt den Heidelberger Portugiesisch-Dolmetscher Marten Henschel (Bild, 43) im Interview vor.

Henschel dolmetscht seit 15 Jahren zwischen Deutschen, Brasilianern und Portugiesen. Er hat Staatspräsidenten seine Stimme geliehen und den Literaturnobelpreisträger José Saramago gedolmetscht. Pelé ernannte ihn bei der in Deutschland ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu seinem Schutzengel.

Henschel dolmetscht und übersetzt aber auch wissenschaftliche und technische Themen. Er ist Mitglied des Verbands der Konferenzdolmetscher im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (VKD-BDÜ).

Das Interview mit Henschel können Sie bei news.de lesen, die Website des Dolmetschers finden Sie unter www.textdesign.net.

[Text: Richard Schneider. Quelle: news.de, 2009-09-18; textdesign.net. Bild: Henschel.]

Übersetzungen: Erwartungen und Realität

Ab und zu kommt es vor, dass eine Übersetzung bemängelt wird. Ein sprachkundiger Mitarbeiter des Auftraggebers oder seine Auslandsniederlassung hat die Übersetzung gelesen und beanstandet. Dieser Artikel befasst sich nicht mit echten Übersetzungsfehlern, sondern mit den manchmal falschen Erwartungen an eine Fachübersetzung.

Welche Vorwürfe werden geäußert?

  • Der Stil wäre schlecht.
  • Der Übersetzer hätte die korrekten Fachwörter oder Fachausdrücke nicht verwendet.
  • Der Übersetzer hätte den Inhalt falsch verstanden.

Wie über Geschmäcker kann man sich über Stil immer streiten. Einige objektive Regeln gelten jedoch: grammatisch korrekte Sätze, ein den Gepflogenheiten der Zielsprache angepasster Satzbau, eine für die Zielgruppe angemessene Wortwahl. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist es die Aufgabe des Übersetzers, einen Text, der zunächst für deutsche Leser formuliert wurde, für einen anderen Leserkreis inhaltlich korrekt zu übertragen. Dieser Kreis hat einen unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund.

Es kann in diesem Zusammenhang vorkommen, dass ein Beispiel, eine Referenz oder ein Ausdruck auf diese Leserschaft befremdend wirkt. Man denke dabei an Beispiele aus der Baseball- Welt oder an die unterschiedliche Dicke von Serviceanleitungen in Deutschland und in den USA. Wer also mehr erwartet als eine rein sachlich und sprachlich korrekte Übersetzung, braucht eine Adaptation des übersetzten Textes für die fremdsprachige Leserschaft. Als Basis für eine redaktionelle Überarbeitung dient dann die Übersetzung. Besonders für Werbetexte, Prospekte oder Websites ist dieser Schritt empfehlenswert.

Fachterminologie

Der nächste Kritikpunkt bezieht sich auf die Fachterminologie. Jeder kann für sich den Test machen und Benennungen für Teile eines Geräts oder einer Maschine suchen, die er in seiner Nähe findet. Was ist korrekt: “Taste”, “Taster”, “Schalter”, “Button” oder “Knopf”? Was für die deutsche Sprache gilt, gilt genauso für die Zielsprache. Viel öfter als man denkt, gibt es auch in der Fachsprache des Ziellandes unterschiedliche Synonyme. Der Übersetzer nimmt nicht immer das am weitesten verbreitete Wort, denn er kann nicht in jedem Einzelfall im Internet recherchieren,um festzustellen, wie häufig sein Ausdruck erscheint. Bei neuen Wortschöpfungen, die zum Firmenjargon gehören und sich auf spezielle Produkte des Unternehmens beziehen, tut sich der Übersetzer ohne Hilfe schwer, die richtige Formulierung in seiner Sprache zu finden. Wer weiß schon auf Anhieb, wie man “Hochleistungsdeckelverschließer” oder “Geschäftsbereichsmodifikationskonstante” korrekt ins Slowenische übersetzt?

Konsistenz

Manchmal wird auch kritisiert, dass der Übersetzer die Terminologie uneinheitlich verwendet hätte. Dasselbe deutsche Fachwort wäre mal so, mal so übersetzt worden. Terminologiekonsistenz ist bei Fachtexten natürlich ein erstrebenswertes Ziel. Aber Sprachen haben nicht immer deckungsgleiche Begriffsysteme, und ein deutscher Begriff muss u. U. in der Fremdsprache je nach Zusammenhang durch unterschiedliche Benennungen übersetzt werden, wenn die Fremdsprache eine feinere begriffliche Gliederung kennt. Dasselbe gilt natürlich in umgekehrter Richtung. So lautet die Übersetzung von “Schneider” je nach Kontext mal “cutter” (mechanisches Verfahren) mal “beamer” (Laserverfahren). Wer also bestimmte terminologische Erwartungen an die Übersetzung hat, muss sie in Form von Terminologievorgaben klar formulieren.
Manche Lektoren im Ausland stellen vermeintliche Verständnisfehler (echte Verständnisfehler klammern wir hier aus) fest, weil sie eine Übersetzung prüfen, ohne den deutschen Ausgangstext heranzuziehen.

Manche verstehen die deutsche Sprache nicht und prüfen lediglich, ob die vorliegende fremdsprachige Version für ihren Markt brauchbar ist. Es kommt dabei durchaus vor, dass die Korrekturen nicht so sehr die Übersetzung, sondern eher indirekt den Ausgangstext betreffen. Diese Korrektoren ändern und korrigieren Inhalte und melden sie fälschlicherweise als Korrektur von Übersetzungsfehlern.

Es ist also wichtig, dass Auftraggeber sich über die Rahmenbedingungen für die Arbeit des Übersetzers im Klaren sind und realistische Erwartungen an eine Übersetzung haben. Durch eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Übersetzern können sie das Ergebnis beeinflussen. Sie können Terminologievorgaben machen, Referenzmaterial in angemessenem Umfang zur Verfügung stellen, firmenspezifische Begriffe erläutern (z. B. mit Grafiken) und Anweisungen zum Stil geben. Zum Schluss kommt es dem Endprodukt zugute.

[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2009; Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]

translationsplattform.at: Neue Startseite von fünf Übersetzerverbänden

Österreich-FlaggeWer sich in Österreich auf die Suche nach professionellen Übersetzern und Dolmetschern macht, findet in den Weiten des Internets viele Informationen von Einzelpersonen, Verbänden und Universitäten. Zu viele Informationen und zu wenig Orientierungshilfe – so fanden die fünf Verbände, die in Österreich professionelle Übersetzer und Dolmetscher vertreten. Um das Verständnis für die unterschiedlichen Berufsbilder und die Suche nach dem passenden Profi – sei es ein Gerichtsdolmetscher, ein Literaturübersetzer, ein Konferenzdolmetscher, ein Gebärdensprachdolmetscher oder ein Fachübersetzer – zu erleichtern, wurde eine gemeinsame Startseite unter dem Namen „Translationsplattform“ eingerichtet.

Die Website informiert über alle vertretenen Verbände und erklärt, wo welche Übersetzungsprofis gefunden werden können. Die Plattform wird laufend um Wissenswertes rund um diesen vielfältigen Beruf erweitert. „Wir verstehen uns als umfassende Informationsquelle für Menschen, die sich über unseren Beruf informieren möchten oder professionelle Dienstleistungen im Bereich Dolmetschen und Übersetzen suchen“, so Mag. Eva Holzmair-Ronge (UNIVERSITAS Austria), die Initiatorin des Projekts.

Zur Translationsplattform gehören folgende Verbände:

  • AIIC-Region Österreich (Internationaler Verband der Konferenzdolmetscher)
  • Österreichischer Gebärdensprach-DolmetscherInnen-Verband (ÖGSDV)
  • Österreichischer Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher (ÖVGD)
  • Übersetzergemeinschaft – Interessengemeinschaft von Übersetzerinnen und Übersetzern literarischer und wissenschaftlicher Werke
  • UNIVERSITAS Austria – Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen.

Für den Launch der Plattform wurde ein für diesen Beruf symbolträchtiger Tag gewählt: Am 30. September wird des heiligen Hieronymus gedacht, des Schutzpatrons der Übersetzer und Dolmetscher. Seit etwa 15 Jahren ist dies auch der Internationale Tag der Übersetzung, der von den Mitgliedern des Internationalen Übersetzerverbands FIT weltweit mit Veranstaltungen und Festen gefeiert wird.

www.translationsplattform.at

[Text: Margit Hengsberger. Quelle: Pressemitteilung UNIVERSITAS, 2009-09-29.]

Frankfurter Buchmesse: Angela Merkel bedankt sich bei Übersetzern

Angela Merkel, Eröffnungsfeier Frankfurter Buchmesse 2009

Mit Ansprachen von hochkrätigen Politikern und Funktionären, unter ihnen der chinesische Vizepräsident Xi Jingping und die deutsche Kanzlerin, wurde gestern Abend in Frankfurt die größte und bedeutendste Buchmesse der Welt mit einem Festakt eröffnet.

Von allen sechs Festrednern nannte lediglich Angela Merkel die Übersetzer beim Namen, sprach sie direkt an und bedankte sich bei ihnen:

Wir alle wissen, dass Bücher ihre Nationen und Kulturen verbindende Funktion nur dann erfüllen können, wenn auch sprachliche Barrieren überwunden werden. Und dabei sind kreative Autoren und wache Leser gleichermaßen auf kongeniale Übersetzungen der Originaltexte angewiesen. Und deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal ausdrücklich die Arbeit der Übersetzerinnen und Übersetzer würdigen, … [Applaus] … der sie zumeist ohne öffentliche Wahrnehmung nachgehen. [Applaus] Sie öffnen uns Türen zu anderen Kulturen – und das zum Teil in wunderbarer Art. [Applaus]

Ein Mitschnitt sämtlicher Vorträge kann unter folgender Adresse abgerufen werden (das Merkel-Zitat findet sich bei 1:18): www.zaplive.tv/web/buchmesse?cid=8

Ehrengast China
China ist dieses Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, die vom 14. bis 18. Oktober 2009 ihre Pforten öffnet

[Text: Richard Schneider. Quelle: Frankfurter Buchmesse. Bild: Presseservice Frankfurter Buchmesse.]