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Archiv der Kategorie Markt
5.000 neue Kunden pro Jahr: tolingo setzt auf Telefonakquise
13.3.2011 von Richard Schneider.
Der Berliner Tagesspiegel beschreibt die Arbeit von Callcentern. Allein in der deutschen Hauptstadt und deren Umland gibt es davon 240 mit insgesamt 25.000 Beschäftigten. Als Praxisbeispiel wird in dem Artikel unter anderem die Arbeit eines Berliner Callcenters für das Hamburger Online-Übersetzungsbüro tolingo vorgestellt.
Die meisten freiberuflich tätigen Übersetzer und Dolmetscher betreiben keine systematische und regelmäßige Akquise. Viele Einzelkämpfer fragen sich, wie die größeren Sprachdienstleister ihre Umsätze und die Zahl ihrer Kunden stetig steigern können. Der Zeitungsartikel verdeutlicht, dass dies keine Hexerei, sondern eine aufwändige Arbeit ist:
Die zwölf Callcenter-Agenten, die in einem Büro in der Berliner Lützowstraße arbeiten, tragen weiße T-Shirts mit dem grün-schwarzen Aufdruck „Tolingo“. So heißt die Internet-Übersetzungsagentur, die weltweit mehr als 6000 Fachübersetzer beschäftigt und zu deren Kunden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen gehören. Aufträge reinholen – das ist die Aufgabe der Gesprächsexperten des Callcenter-Betreibers SNT.
„Die Ansprache von Unternehmenskunden, die Tolingo noch nicht kennen, ist die schwierigste Disziplin“, sagt Tolingo-Vertriebschef Jann-Martin Mauer. „Das macht unser Team gut.“ […]
Nicht immer stoßen die Anrufer auf offene Ohren. „Man muss sich häufig durchfragen, bevor man die für Übersetzungen zuständige Person am Hörer hat“, sagt [Callcenteragentin] Doris Pfeiffer. „Dann geht es darum, verständlich und schnell zu erklären, welche Vorteile eine Online-Übersetzungsagentur bietet: Sie ist fixer als herkömmliche Büros und billiger als eigene, festangestellte Übersetzer im Haus.“ Das überzeuge viele Gesprächspartner. Zögert trotzdem noch jemand, einen Testlauf zu wagen, haben Pfeiffer und ihre Kollegen weitere Argumente in petto.
Tolingo-Geschäftsführer Hanno von der Decken lobt die Callcenter-Agenten: „Die haben uns allein 2010 rund 5000 neue Kunden gebracht.“ Das Erfolgsrezept? „Die einfache Maske auf dem Bildschirm, mit der die Mitarbeiter durchs Gespräch geführt werden, die lockere Arbeitsatmosphäre, der Teamspirit und das Entlohnungsmodell.“ Neben einer Grundvergütung gibt es Erfolgsprovisionen – aber nicht für den Einzelnen, sondern ausschließlich fürs Team. Die Folge: Man hilft sich gegenseitig.
Laut Unternehmens-Website hat sich das Übersetzungsvolumen von tolingo innerhalb eines Jahres mehr als verzehnfacht: Im November 2009 seien pro Tag durchschnittlich 25 Aufträge eingegangen, mittlerweile über 250. Der Jahresumsatz von tolingo habe sich seit März 2008 jährlich verdreifacht und liege seit 2010 im siebenstelligen Bereich. “Wir wollen in drei Jahren zu den Top 5 Unternehmen unserer Branche gehören”, erklärt der Geschäftsführer Hanno von der Decken, Chef von inzwischen 52 fest angestellten Mitarbeitern.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Tagesspiegel, 2011-02-20. Bild: tolingo.]
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BDÜ veröffentlicht Fachliste Medizin mit 300 Sprachmittlern für mehr als 30 Sprachen
4.3.2011 von Richard Schneider.
Um Auftraggebern die Suche nach qualifizierten Dolmetschern und Übersetzern im Bereich der Medizin zu erleichtern, hat der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) jetzt die „Fachliste Medizin“ herausgebracht: Darin stehen die Kontaktdaten von 300 spezialisierten Sprachexperten für mehr als 30 Sprachen – von Afrikaans bis Vietnamesisch.
Mit der Liste lässt sich schnell nach einem Sprachexperten für Medizin, Pharmazie oder Medizintechnik recherchieren. Für gängige Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch gibt es detaillierte Fachgebietsregister, die direkt zu Übersetzern für beispielsweise Innere Medizin, Kardiologie oder Zahnmedizin führen. In der Fachliste sind ausschließlich Mitglieder des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer aufgeführt. Sie mussten vor der Aufnahme in den Verband ihre fachliche Qualifikation als Sprachmittler nachweisen.
Die Fachliste Medizin, verlegt von der BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH, steht im Internet unter „aktuelle Publikationen” zum kostenlosen Download bereit. Wer eine gedruckte Fassung bevorzugt, kann ein kostenfreies Exemplar in Form einer Broschüre per E-Mail anfordern: service@bdue.de.
www.bdue.de/util/download.php?art=aktuell&dokument=2024
[Text: BDÜ. Quelle: BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH, 2011-02-10. Bild: BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH.]
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Regionale Preisunterschiede bei Übersetzungen
3.3.2011 von Richard Schneider.
Wer schon in verschiedenen Regionen übersetzerisch tätig war, dürfte es bereits gemerkt haben. Vielen anderen – gerade den Berufseinsteigern – ist es aber wahrscheinlich gar nicht bewusst: Die durchschnittlichen Übersetzungshonorare in Deutschland sind von Region zu Region unterschiedlich hoch. Die Unterschiede können bis zu 20 Prozent ausmachen.
Dies hat allerdings nichts – wie man zunächst vermuten könnte – mit dem Gegensatz zwischen Stadt und Land zu tun. Im Ruhrgebiet, der größten deutschen Stadt, sind die Preise niedrig – ebenso in der Hauptstadt Berlin. In vielen kleinen Städten wie Wolfsburg, Bad Homburg, Pforzheim oder Böblingen sind sie hingegen hoch. Auch die sich abschwächenden, aber nach wie vor bestehenden Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Bundesländern reichen als Erklärung nicht aus. Es gibt eine ganze Reihe westdeutscher Städte wie Gelsenkirchen und Pirmasens, denen es schlechter geht als den meisten ostdeutschen Städten.
Offenbar hängen die Preise von der Wirtschaftskraft und dem Lebensstandard einer Stadt oder Region ab. Sie stehen direkt in Zusammenhang mit den bekannten Unterschieden bei den Angestelltengehältern, die zum Beispiel in Karlsruhe höher sind als in Bochum.
Bei einer aktuellen Studie der Vergütungsdatenbank PersonalMarkt wurden mehr als 300.000 Datensätze von Angestellten aller Branchen aus 90 Städten ausgewertet. Das Ergebnis: In Städten wie Frankfurt am Main, München oder Düsseldorf liegen die Gehälter bis zu 15 Prozent über dem Bundesschnitt. In Städten wie Frankfurt/Oder, Cottbus und Schwerin wird dagegen bis zu 25 Prozent unter dem Durchschnitt verdient. Ursache dafür sind die höheren Lebenshaltungskosten – vor allem höhere Mieten – in wirtschaftlich starken Regionen, in denen die Großunternehmen ihren Sitz haben.
Das Arbeitmarktforscher Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erklärt: „Löhne und Preise bilden sich, wie der Markt es hergibt. […] Ein eigentlich gleichwertiger Haarschnitt kostet in Düsseldorf deutlich mehr als in Neubrandenburg, weil die Gewerbemiete und der Lohn höher ist und die Kunden den höheren Preis akzeptieren. Das sind Ausstrahlungseffekte, die sich gegenseitig verstärken – eine Spirale, die nach oben oder unten gehen kann. Das ist nicht nur in West und Ost zu beobachten, sondern es gibt auch starke regionale Lohngefälle.“
Ein guter Indikator für die Höhe der Gehälter und damit auch der Übersetzungshonorare sind die Miet- und Immobilienpreise. Wo der Quadratmeter viel kostet, sind auch Übersetzungen entsprechend teuer. Wer also wissen will, wo viel und wo nur wenig Honorar zu holen ist, braucht sich nur eine aktuelle Landkarte mit der statistischen Auswertung der Miet- und Immobilienpreise anzuschauen:

Dunkelgrün: sehr niedrige Honorare
Grün: niedrige Honorare
Gelb: durchschnittliche Honorare
Rot: hohe Honorare
Dunkelrot: sehr hohe Honorare
[Text: Richard Schneider. Quelle: Bild, 2011-04-07; Spiegel Online, 03/2011. Bild: F+B.]
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Schweiz – Mundarten bremsen Konkurrenz
27.1.2011 von Jessica Antosik.
Der Übersetzungsmarkt in der Schweiz boomt trotz Wirtschaftsflaute in den vergangenen Jahren. Im Durchschnitt stiegen die Umsätze der Übersetzerbüros um etwa 30 Prozent an. Der Schweizer Markt erwirtschaftet mehr als 150 Millionen Franken im Jahr.
Ausländische Konkurrenten wollen daran teilhaben, um ihre Margen zu verbessern. Aufgrund der geringeren Lohnkosten von Übersetzern im Ausland können die in der Schweiz ansässigen Übersetzer nicht Schritt halten. Dies gestaltet sich insbesondere angesichts der sich stetig verbessernden und entwickelnden Kommunikationsmöglichkeiten schwierig. Auf der anderen Seite gibt es jedoch durchaus Schweizer Unternehmen, die das Internet nutzen, um Aufträge auszulagern.
“Übersetzer, die vorwiegend für die französische und italienische Schweiz arbeiten, lässt die Konkurrenz aus dem Ausland weitgehend kalt”, so Stefan Winter von der Übersetzungsfirma Euroscript. Ursache dafür sei, dass lediglich Schweizer das Idiom der Romands, der französischsprachigen Schweizer, in eine andere Sprache übersetzen können. Ebenso sehe die Situation mit dem Italienischen oder Deutschen aus. Die Besonderheiten der Landessprachen bzw. die Mundarten schützen das Land vor der Konkurrenz.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: www.20min.ch, 27.01.2011. Bild: Archiv.]
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MultiLing gibt Rekordgewinn für 2010 bekannt
26.1.2011 von Richard Schneider.
Die Zentrale des international tätigen Übersetzungsdienstleisters MultiLing in Provo, Utah, hat soeben eine Steigerung des Unternehmens-Umsatzes um mehr als 35 Prozent im Jahr 2010 bekannt gegeben. Zwei amerikanische Neukunden aus dem Fortune-100-Index, der den Umsatz der größten US-Unternehmen ausweist, haben MultiLing als Hauptdienstleister für ihre Übersetzungsaufträge ausgewählt. Entsprechend umfangreiche Übersetzungs- und Lokalisierungsprojekte wurden im vergangenen Jahr an MultiLing ausgelagert.
Michael Sneddon, CEO von MultiLing und Geschäftsführer der deutschen MultiLing-Niederlassung in Starnberg bei München, erklärt, dass in allen Industriebranchen und Geschäftsbereichen ein deutlich steigendes Übersetzungsaufkommen zu beobachten war. Überdurchschnittlich stark legten nach seinen Angaben die Bereiche Patent- und IT-Übersetzungen zu.
Obwohl zu den Kunden von MultiLing überwiegend Großunternehmen und Konzerne zählen, spielten im vergangenen Jahr auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine wichtige Rolle, da in diesem Segment eine starke Expansion in internationale, globalisierte Märkte festzustellen war. Insgesamt ist 2010 das erfolgreichste Geschäftsjahr für MultiLing seit seiner Gründung vor mehr als 20 Jahren.
Sneddon betonte außerdem, dass die neueste Version der Translation-Memory-Software FORTIS Revolution erheblich zum erfreulichen Unternehmensergebnis beigetragen hat. Das System basiert auf einer Eigenentwicklung von MultiLing und unterstützt Übersetzer bei der Erstellung qualitativ herausragender Texte im täglichen Einsatz. „FORTIS Revolution hat sich seit seiner Einführung zu Beginn des vergangenen Jahres als stabiles, leistungsstarkes und komfortabel zu bedienendes Nachfolge-System des erfolgreichen Programms FORTIS erwiesen. Speziell für asiatische Sprachen ist es das beste zurzeit am Markt erhältliche System. Mehr als 1.000 Übersetzer unseres weltweiten Netzwerks arbeiten regelmäßig mit FORTIS Revolution“, so Sneddon.
Über MultiLing
MultiLing ist ein international tätiges Übersetzungsunternehmen mit Stammsitz in Provo, Utah, USA. 1988 gegründet, betreibt MultiLing inzwischen Repräsentanzen in 21 Ländern. Die im weltweiten MultiLing-Netzwerk tätigen Übersetzer sind durchwegs ausgewiesene Experten auf dem zu bearbeitenden Fachgebiet und übersetzen stets nur in ihre Muttersprache.
Unterstützt werden sie durch das von MultiLing selbst entwickelte Translation-Memory-Tool FORTIS REVOLUTION und das Terminologie-Management-System SEMANTIS. Kunden haben darüber hinaus die Möglichkeit, mit dem innovativen Prozess-Management-Tool GoldenEye jederzeit den Bearbeitungsstatus und den Kostenrahmen ihrer umfangreichen Übersetzungsprojekte über das Internet abzufragen. Die Services werden ergänzt durch eine eigene DTP-Abteilung, die auf Wunsch Broschüren, Websites und andere gestaltete Dokumente nach der Übersetzung/Lokalisierung in das vorgegebene Layout bringt.
MultiLing ist unter anderem spezialisiert auf die Branchen Patentwesen, IT, chemische Verfahren, Medizintechnik, Biotechnologie und Automotive. Zu den Kunden gehören internationale Konzerne wie Procter & Gamble, Dell, IBM, AMD, Siemens, GE Healthcare, Loewe, Münchner Rück, Renault-Samsung.
[Text: Achim von Michel. Quelle: Pressemitteilung MultiLing, 2011-01-24. Bild: MultiLing.]
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Birgit Golms: Marketing für Dolmetscher und Übersetzer
17.1.2011 von Richard Schneider.
Selbstständige Dolmetscher und Übersetzer müssen selbst für eine gute Auftragslage sorgen. Birgit Golms hat für den BDÜ Fachverlag einen Ratgeber verfasst, der in kompakter Form die wichtigsten Marketingmethoden für Freiberufler vorstellt. Die Bandbreite der Themen reicht von der Positionierung über die Grundausstattung in Form von Visitenkarte und Website bis hin zur Kundengewinnung.
Die Vorschläge sind auf die Situation von Dolmetschern und Übersetzern zugeschnitten, die alleine arbeiten und weder über ein großes Budget noch übermäßig Zeit für das Marketing in eigener Sache verfügen. Tipps, Übungen, Checklisten und Beispiele aus der Welt der Dolmetscher und Übersetzer machen die Theorie anschaulich und helfen bei der Umsetzung in die Praxis.
Eine Leseprobe und die Möglichkeit zur Online-Bestellung finden Sie auf der Website des BDÜ.
Birgit Golms (2011): Marketing für Dolmetscher und Übersetzer. Wie Sie sich als Freiberufler optimal vermarkten und Kunden gewinnen. Berlin: BDÜ Fachverlag. 152 Seiten, 20,00 Euro, ISBN: 978-3-938430-34-7.
Die Autorin
Birgit Golms, M.A., ist geprüfte PR-Beraterin (DAPR) und Dozentin aus Berlin. Als Inhaberin der Agentur „golms communications“ macht sie Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen und Verbände. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen die Bereiche Konzept, Text und Pressearbeit. Seit vielen Jahren leitet sie Seminare zu ausgewählten Themen rund um Marketing und PR – seit mehreren Jahren auch für den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer.
[Text: BDÜ Fachverlag. Quelle: Pressemitteilung BDÜ Fachverlag, 2011-01-20. Richard Schneider. Bild: BDÜ Fachverlag.]
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BDÜ-Honorarumfrage deutet auf steigendes Marktvolumen hin
2.12.2010 von Jessica Antosik.
Erste Ergebnisse der jährlichen Honorarumfrage des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) zeigen, dass der Markt für Sprachdienstleistungen nicht so stark von der Wirtschaftskrise betroffen war und ist. Das von der anonymen Online-Umfrage abgedeckte Marktvolumen in 2009 beläuft sich auf 45,5 Millionen Euro und ähnelt somit den Umfrageergebnissen aus den Jahren 2007 und 2008. Dieses Resultat stützt die Ergebnisse einer EU-Studie aus dem Jahr 2009, wonach die gesamte Sprachenindustrie in Europa jährlich um mindestens 10 Prozent wächst. Bis 2015 soll allein der Sektor Sprachdienstleistungen – dazu zählt die EU-Studie Übersetzungen, Verdolmetschung, Softwarelokalisierung und „Websiteglobalisierung“ – ein Marktvolumen von 11,06 Milliarden Euro in Europa erreichen.
Die Erfolge deutscher Exporteure im Ausland sind auch durch die Leistungen der Dolmetscher und Übersetzer bedingt. Übersetzer sind laut Johann J. Amkreutz, Präsident des BDÜ, ein wichtiges Zahnrad im Getriebe der Exportwirtschaft. Ob Bedienungsanleitung auf Chinesisch, Website auf Englisch oder Broschüre in französischer Sprache: 80 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland haben nach Schätzungen des Verbandes Bedarf an Sprachdienstleistungen.
Speziell für kleine und mittlere Unternehmen mit Auslandsgeschäft ist die Online-Übersetzerdatenbank des Verbandes interessant: Unter www.bdue.de stehen über 6.000 geprüfte Dolmetscher und Übersetzer für mehr als 80 Sprachen, recherchierbar nach 564 Fachgebieten. Die Nutzung der Datenbank ist kostenfrei.
[Text: BDÜ. Quelle: Mitteilung BDÜ, 2010-10-21. Bild: BDÜ.]
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Justizministerium veröffentlicht Marktanalyse zur Vergütung von Sprachmittlern
29.10.2010 von Richard Schneider.
Die Analyse der außergerichtlichen Vergütung von Sachverständigen, Dolmetschern und Übersetzern zeigt, dass die Marktpreise in diesen Berufsgruppen in weiten Teilen über den Honoraren nach JVEG liegen.
Die Recherche bei den Justizbehörden ergibt, dass trotz dieser Diskrepanz zwischen außergerichtlicher Vergütung und Vergütung nach JVEG bei einigen Leistungsanbietern die Bereitschaft besteht, gerichtliche Leistungen zu Honoraren zu erbringen, die unterhalb der JVEG-geregelten Vergütungen liegen.
Das ist eines der Ergebnisse einer soeben veröffentlichten Studie, die das deutsche Bundesministerium der Justiz vom Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Hommerich Forschung hat durchführen lassen. Zur Zielsetzung schreiben die Autoren:
Ziel der „Marktanalyse zum Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz – Die Vergütung von Sachverständigen, Dolmetschern und Übersetzern“ ist es, die gegenwärtige Abrechnungspraxis von Sachverständigen, Dolmetschern und Übersetzern bei der Erbringung außergerichtlicher Leistungen zu ermitteln.
Im Einzelnen zu erfassen sind Abrechnungseinheit und Höhe der Leistungshonorare sowie der Umgang mit Nebenkosten. Im Rahmen der Analyse richtet sich der Fokus auf die Identifikation der „marktüblichen“ Abrechnung je Berufsgruppe.
Darüber hinaus sollen die auf diese Weise gewonnenen Erkenntnisse zur „marktüblichen“ Vergütung in Beziehung zu der im JVEG geregelten Vergütung dieser Berufsgruppen gesetzt werden. Ziel dieser Gegenüberstellung ist es, dem Auftraggeber und den Entscheidungsträgern im Bund und in den Ländern eine fundierte Entscheidung darüber zu ermöglichen, ob und wenn ja, in welchen Bereichen eine Anpassung des JVEG an die außergerichtliche Vergütungspraxis sachgerecht ist.
Derartige Untersuchungen müssen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, nachdem im Jahr 2004 eine Abkehr vom Entschädigungsprinzip nach dem „Zeugen- und Sachverständigen-Entschädigungsgesetz“ (ZSEG) erfolgte und mit dem JVEG das Vergütungsprinzip eingeführt wurde.
Der Volltext der Studie wurde in Buchform unter dem Titel Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz: Evaluation und Marktanalyse veröffentlicht (ISBN: 978-3-89817-893-8, 59,00 Euro). Eine 20-seitige Zusammenfassung stellt das Bundesministerium für Justiz als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.
Mehr zum Thema im Übersetzerportal
2004-07-01: 1. Juli 2004: JVEG ersetzt altes ZSEG
[Text: Richard Schneider. Quelle: Bundesministerium der Justiz, nach einem Hinweis von André Lindemann.]
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Langenscheidt Übersetzungsservice gewährt Handwerkern Preisnachlass von 20 Prozent
20.10.2010 von Richard Schneider.
Der Langenscheidt Übersetzungsservice hat mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der Organisationen und Betrieben des Handwerks vergünstigte Konditionen einräumt. Der ZDH schreibt auf seiner Website: „Für Übersetzungen aus bzw. in die wichtigsten europäischen Sprachen (mit Ausnahme der skandinavischen und baltischen) sowie Chinesisch und Japanisch gewährt Langenscheidt einen Rabatt von 20 %.“
Interessante Einblicke in die Preisstruktur des Langenscheidt Übersetzungsservices sowie die Sonderkonditionen für Handwerksbetriebe gewährt eine auf der ZDH-Website herunterladbare PDF-Datei.
[Text: Richard Schneider. Quelle: ZDH, 2010-10-01, 2010-10-11.]
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EU-Studie belegt: Übersetzungsbranche krisenfest
15.10.2010 von Richard Schneider.
Die Sprachindustrie leidet weniger stark unter der Wirtschaftskrise als andere Branchen, so das Fazit einer Studie, die im Auftrag der Europäischen Kommission vom britischen Unternehmen The Language Technology Centre Ltd durchgeführt wurde. Die Studie, die erstmals den Umfang der Sprachindustrie in der gesamten EU untersucht, beschäftigt sich mit Übersetzen und Dolmetschen, Lokalisierung und Globalisierung, Untertitelung und Synchronisierung, technischen Hilfsmitteln, Organisation mehrsprachiger Konferenzen sowie Sprachunterricht.
Der Umsatz der Branche wird auf EU-weit 8,4 Mrd. Euro im Jahr 2008 beziffert. Dieser Betrag wird in den nächsten fünf Jahren um mindestens 10 % Prozent jährlich steigen und bis 2015 eine Höhe von 16,5 bis 20 Mrd. Euro erreichen. Damit verzeichnet die Sprachindustrie eine der höchsten Wachstumsraten in der EU.
„Die Sprachindustrie ist sowohl wirtschaftlich als auch strategisch wichtig. Wirtschaftlich wegen ihrer Größe, ihrer Widerstandskraft in der derzeitigen Krise und ganz besonders wegen ihres Entwicklungspotenzials. Strategisch, weil sie unverzichtbar ist für die Bewahrung der Identität und Kultur der Menschen und das Zurechtkommen in einer globalisierten Welt. Die vorliegende Studie zeichnet ein genaues Bild der Sprachindustrie in der EU und rückt sie in das Zentrum der Aufmerksamkeit auf dem Arbeitsmarkt“, kommentierte Leonard Orban, EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit.
Charakteristisch für den Sprachenmarkt sind einerseits die wachsende Konsolidierung bei den Großen der Branche und andererseits niedrige Eintrittsschwellen in den Bereichen Übersetzen und Dolmetschen. Dadurch sind viele Anbieter am Markt und es entsteht ein intensiver Wettbewerb. Außerdem erfordert die Globalisierung das Übersetzen und Dolmetschen in neue Sprachen sowie innovative sprachbezogene Dienstleistungen.
„Die Branche hat sich in den letzten Jahren verändert. Neue Bereiche wie Untertitelung, Lokalisierung und Editing verzeichnen ein deutliches Wachstum. Somit müssen sich die Beschäftigten des Sprachsektors neue Qualifikationen aneignen. Die Europäische Kommission unterstützt die Entwicklung solcher Kompetenzen, z. B. durch die Förderung des European Master’s in Translation“ , so Kommissar Orban.
Die Analyse stützt sich auf Fragebögen, die an Berufsverbände, nationale Behörden, Einzelpersonen, Anbieter von Sprachdienstleistungen sowie Sprachendienste verschickt wurden. Es gingen mehr als 1.000 Antworten ein. Die Studie umfasst auch länderspezifische Faktenblätter zu allen analysierten EU-Mitgliedstaaten.
Text der Studie (426 Seiten, liegt nur auf Englisch vor)
[Text: GD Übersetzung. Quelle: Pressemitteilung GD Übersetzung, 2009-11-27. Bild: EU.]
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Die Analyse der außergerichtlichen Vergütung von Sachverständigen, Dolmetschern und Übersetzern zeigt, dass die Marktpreise in diesen Berufsgruppen in weiten Teilen über den Honoraren nach JVEG liegen.