Die Schlümpfe auf Hessisch: Erster Dialektband der blauen Wichtel erschienen

Schlümpfe
Bild: Splitter

Am 1. Mai 2021 ist erstmals eine Dialektausgabe der Schlümpfe erschienen: Blauschlümpp unn Schwazzschlümpp heißt der erste von drei Bänden, die für die Übersetzung und Adaption ins Hessische ausgesucht wurden. Diese basieren auf bereits auf Hochdeutsch erschienenen Comics. Der Splitter Verlag schreibt in seiner Ankündigung:

Schlümpfe HessischMidde im Spessard lebbe de Schlümpp, hunnerd klaane blaue Wichtl, gligglisch unn zufridde im Einklang mid sisch unn de Natur. Aangeführt vom weise Babba Schlumpp wubbe de Schlümpp alle Probleme un dorschkroize allemal die gemeine Plän vom Zorngiggel Gargamel, denn der macht immer werrer Jagd uff die. Als awwer irgendwann en schwazze Schlumpp in dene ihrer Midd auftaucht, is sogar de Babba Schlumpp neve de Kapp: Was is denn mid dem los?

Die Geschichte von den Blauschlümpfen, die zu aggressiven Schwarzschlümpfen mutieren, nachdem sie von einer Mücke gestochen wurden, erschien bereits 1959 in Belgien als Les Schtroumpfs Noirs. Es handelt es sich um den ersten überhaupt erschienenen eigenständigen Schlumpf-Band des belgischen Zeichners und Autors Peyo.

Mundartbände laufen bei Asterix seit Jahrzehnten erfolgreich

Das Konzept der Mundartbände wurde vor Jahrzehnten für die Asterix-Reihe entwickelt, die inzwischen bereits 31 Dialektalben vorweisen kann. Es ist erstaunlich, dass das Erfolgsrezept jetzt erst von anderen Verlagen kopiert und auf geeignete Comic-Reihen übertragen wird.

Zwar lassen sich Dialektausgaben fast nur regional absetzen, sie sind aber nachweislich ein kommerzieller Erfolg. Der Markt scheint dafür ausreichend groß zu sein. Und tatsächlich gibt es weitaus mehr Hessen (6,2 Millionen) als zum Beispiel Neuseeländer (4,9 Millionen) – von Rheinländern, Schwaben oder Bayern ganz zu schweigen.

Adaption durch hessischen Kinderbuchautor Sascha Ehlert

Er sei bereits vor acht Jahren auf der Frankfurter Buchmesse mit der Mundart-Idee an den Splitter Verlag herangetreten, erzählt Autor Sascha Ehlert (46) dem Hessischen Rundfunk. Verlagsgründer Horst Gotta, wie Ehlert gebürtiger Hesse, sei damals begeistert gewesen. Die ausländischen Rechteinhaber habe man aber nicht überzeugen können, sodass die Idee erst einmal jahrelang auf Eis lag.

Ende 2020 sei dann aus heiterem Himmel eine E-Mail mit der Zusage gekommen, so Ehlert, der auf diese Weise zum Hessisch-Übersetzer der Schlümpfe wurde.

Schlümpfe, Hessisch
Beispielseite aus der ersten hessischen Ausgabe der Schlümpfe, Blauschlümpp unn Schwazzschlümpp. – Bild: Splitter

Schwarzschlümpfe wurden in USA zu lila Schlüpfen umgeschlumpft

Übrigens: Die im ersten Album der Schlümpfe vorkommenden Schwarzschlümpfe wurden für die US-Ausgabe violett angemalt, um jeden Anschein zu vermeiden, die schwarze Farbe sei eine Anspielung auf die Hautfarbe schwarzer Amerikaner. Der Titel des Albums wandelte sich so von Les Schtroumpfs Noir zu The Purple Smurf.
Schlümpfe, Schwarzschlümpfe

Bibliografische Angaben

  • Peyo (2021): Blauschlümpp unn Schwazzschlümpp. Bielefeld: Splitter-Verlag (Imprint toonfish). Ins Hessische übertragen von Sascha Ehlert. 64 Seiten, 13,95 Euro, ISBN: 978-3-96792-709-2. Auf Amazon ansehen/bestellen.

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