Beim Barte des Propheten! – Jetzt wird auch noch der Koran gegendert

Koran
Eine deutsche Übersetzung des Korans. - Bild: Richard Schneider

„Die Übersetzung des Korans in gerechte Sprache“ heißt ein im Dezember 2025 gestartetes Projekt an der Universität Münster.

Ein Projektteam rund um Prof. Dr. Dina El Omari an der Arbeitsstelle islamisch-theologische Genderforschung (AITG) des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) will in den kommenden Jahren nach und nach Arbeitsergebnisse bis hin zu einer vollständigen Neuübersetzung vorlegen.

In der Projektbeschreibung heißt es:

Mit dem Projekt Die Übersetzung des Korans in gerechter Sprache verfolgt die AITG das Ziel, das Spektrum deutscher Koranübersetzungen zeitgemäß zu erweitern und Fragen nach Geschlechtersensibilität in der theologischen Arbeit sichtbar zu machen.

Aufbauend auf bisherigen Übersetzungen wird der Versuch unternommen, den Koran so ins Deutsche zu übertragen, dass keine diskriminierenden, ausschließenden oder veralteten Begriffe fortgeschrieben werden und alle Geschlechter sprachlich berücksichtigt sind. […]

Übersetzungen des Korans ins Deutsche − so wie sie in der Vergangenheit etwa von Rudi Paret, Hans Zirker, Muhammad Asad, Hartmut Bobzin oder Milad Karimi vorgelegt wurden – finden sowohl im akademischen Feld der Islamwissenschaft und Arabistik als auch im vergleichsweisen jungen Feld der deutschsprachigen Islamischen Theologie rege Verwendung.

Jenseits akademischer Beschäftigungen werden die diversen deutschen Übersetzungen des Korans bis heute von neugierigen und an der Religion des Islams interessierten Leser*innen bemüht, und dies nicht zuletzt, um sich einen Zugang zum Koran und seiner Botschaft zu verschaffen.

Für die akademische wie außerakademische Beschäftigung mit dem Koran sind deutsche Übersetzungen unverzichtbar, und in Anbetracht der andauernden gesellschaftlichen Diskurse rund um das Themenfeld Islam ist davon auszugehen, dass sich dies auch in Zukunft nicht signifikant ändern wird.

Vor diesen Hintergründen, vor allem aber auch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten und Aushandlungsprozesse rundum das Thema Gendern und gerechte Sprache im deutschsprachigen Raum, möchte das Projekt Die Übersetzung des Korans in gerechter Sprache verortet und verstanden werden:

Übergeordneter Anspruch des Projektes ist es, das Spektrum der etablierten und viel bemühten deutschen Koranübersetzungen gezielt und zeitgemäß zu erweitern. Langfristiges Ziel des Projektes ist die Vorstellung einer Koranübersetzung, die Sprachsensibilität als zeitgenössische Errungenschaft versteht und deshalb umfassend berücksichtigt.

Konkret bedeutet dies etwa, dass – im Gegensatz zu den einschlägigen Übersetzungen aus dem Arabischen – bei der Übersetzung ins Deutsche nicht nur ein Geschlecht – nämlich das männliche – berücksichtigt und sprachlich inkludiert wird, und dass von heute als überholt, abwertend oder diskriminierend geltenden Begrifflichkeiten in der Übersetzung konsequent abgesehen wird. […]

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Richard Schneider