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Archive für Juli 2010
Context übersetzt Sachbuch “Aus Bester Familie” - Kompendium über Schweizer Familienunternehmen
20.7.2010 von Richard Schneider.

Die Kölner Context Gesellschaft für Sprachen- und Mediendienste mbH wurde 1990 von Philip Dean Melton (Bild oben) gegründet. Seitdem konnten intensive Kontakte zu zahlreichen Unternehmen aus Medien, Wirtschaft, Handel, Bildung und Industrie aufgebaut werden. Context arbeitet eng mit Fachübersetzern, Textern, Linguisten und Lektoren zusammen und ist bekannt für hochqualitative Übersetzungen.
Seit mehr als sechs Jahren besteht eine Partnerschaft mit dem Verlag Deutsche Standards Editionen, die sich im Verlauf von mehreren Buchprojekten vertieft hat. Jüngstes Produkt ist das im Mai 2010 veröffentlichte Buch Schweizer Standards – Aus bester Familie. Darin werden erstmalig 100 Schweizer Familienunternehmen in deutscher und französischer Sprache porträtiert. (Analog zu dem vom selben Verlag 2007 erarbeiteten Werk über rund 100 erfolgreiche deutsche Familienunternehmen: Deutsche Standards – Aus bester Familie.)
Die Übersetzung ins Französische wurde bei Context angefertigt. Dabei war besonders das spezifisch schweizerische Vokabular der Wirtschaft von Bedeutung. Dieses wurde im Laufe des mehrmonatigen Projekts in intensivem Dialog mit dem Schweizer Verlagshaus erarbeitet.
Schweizer Standards – Aus bester Familie
Familienunternehmen bilden in der Schweiz eine starke wirtschaftliche Basis. Etwa 88 % aller Unternehmen sind Familienbetriebe und beschäftigen rund zwei Drittel aller Arbeitskräfte. Prominente Marken, die einen Platz in der Sammlung gefunden haben: Die Confiserie Sprüngli, die Firmen Danzer, Ricola, Rivella, Liebherr und der Messerhersteller Victorinox: Namen, die weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt sind.
Das Werk versteht sich als Plädoyer für eine bewährte Unternehmensform. Was macht ein erfolgreiches Unternehmen aus, welche Strategien und Maßnahmen sind zu empfehlen, um Überleben und Ertragskraft von Firmen oder Marken zu sichern? Ein redaktioneller Schwerpunkt liegt dabei auf zwei für Familienunternehmen extrem wichtigen Themen: Nachfolgeregelung und Familieneinfluss.
Der gut 400-seitige Band ist fast wie ein Fotoalbum durchzublättern. Entstehung und Werdegang von Märkten und Marken, Persönlichkeiten und Anekdoten werden vorgestellt. Man wird neugierig, möchte Vergleiche stellen und Rückschlüsse auf Hintergründe und Privates ziehen. Jede Firma wird auf vier Seiten porträtiert, es stehen sich jeweils Seiten mit formatfüllenden Bildern und Textseiten gegenüber.
Eine weiteres Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Verlag und Übersetzungsbüro ist Grün Produzieren: Ein Kompendium, das deutsche Technologieunternehmen im Bereich Energieeffizienz und Ressourcenschonung porträtiert. Grün Produzieren geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) zurück. Auf über 600 Seiten werden die wichtigsten Branchenunternehmen vorgestellt - in diesem Fall reicht die Palette von der CO2-armer Stromerzeugung über intelligente Elektromotoren bis hin zur innovativen Feinstaubfilter-Technologie. Context lieferte die Fachübersetzung ins Englische (englischer Titel: Green Production Technologies).
Leseprobe Schweizer Standards – Aus bester Familie (PDF)
[Text: Martin Terber. Quelle: Pressemitteilung Context, 2010-06-25. Bild: Context, Verlag Schweizer Standards.]
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“Ich darf nix sagen, ich bin nur der Dolmetscher”: Studie zur Sprachmittlung im Krankenhaus
19.7.2010 von Richard Schneider.
Anja Ausserhofer hat eine empirische Untersuchung zum Thema “Dolmetschen im Krankenhaus” durchgeführt. Untersuchungsgegenstand ist eine Diabetikerschulung im Krankenhaus Graz, an der mehrere Patientinnen aus Österreich und ein Tunesier, für den ein professioneller Dolmetscher hinzugezogen wurde, teilnahmen.
Das Buch umfasst drei Teile: Im ersten Teil wird ein allgemeiner Überblick über das medizinische Dolmetschen gegeben, wobei hier vor allem auf Themen wie Kinder als Dolmetscher, Laiendolmetscher vs. professionelle Dolmetscher und die verschiedenen Rollenprofile von Dolmetschern eingegangen wird. Der zweite Teil der Arbeit beinhaltet einen Forschungsüberblick über das medizinische Dolmetschen und im dritten Teil der Arbeit wird die eigentliche Untersuchung mit Hauptaugenmerk auf die Rolle des Dolmetschers vorgestellt.
Das Buch richtet sich an all jene, die sich einen Einblick in das medizinische Dolmetschen verschaffen wollen. Besonders wird hier das spezielle Dolmetschsetting berücksichtigt, bei dem nicht nur Arzt, Patient und Dolmetscher am Gespräch teilnehmen, sondern gleich mehrere Personen; aber nur für einen Teilnehmer wird gedolmetscht.
Anja Ausserhofer (2010): “Ich darf nix sagen, ich bin nur der Dolmetscher”: Dolmetschen im Krankenhaus. Eine empirische Untersuchung. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller. 120 Seiten, 49,00 Euro, ISBN 978-3639243963.
[Text: VDM. Quelle: VDM. Bild: VDM.]
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Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Wilss wird 85
18.7.2010 von Richard Schneider.
Am 25. Juli 2010 feiert Wolfram Wilss (Bild) seinen 85. Geburtstag. Der emeritierte Professor für „Angewandte Sprachwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie des Übersetzens” war lange Jahre Direktor des Dolmetscher-Instituts der Universität des Saarlandes.
In Ravensburg geboren, war der Jubilar zunächst als Sprachendienstleiter im Bonner Bundeskanzleramt tätig. 1966 wurde er zum Direktor des Dolmetscher-Instituts an der Universität des Saarlandes ernannt und 1968 auf den Lehrstuhl für „Angewandte Sprachwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie des Übersetzens” berufen.
Als „Wegbereiter der Übersetzungswissenschaft” hat er über 25 Jahre das Dolmetscher-Institut und die daraus hervorgegangene Fachrichtung „Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen” entscheidend geprägt - mit den Schwerpunkten Problemlösen und Routine. Im Zentrum seiner Lehre und seiner Forschungen standen Professionalisierung, Optimierung und Technisierung der Tätigkeit des Übersetzens. Außerdem war Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Wilss Sprecher und Projektleiter des früheren Sonderforschungsbereichs „Elektronische Sprachforschung”.
Auch nach seiner Emeritierung 1990 ist der Jubilar wissenschaftlich aktiv geblieben und hat seitdem mehrere neue Studien vorgelegt. Dabei hat er neben „Übersetzen und Dolmetschen im 20. Jahrhundert“ (deutsche und englische Fassung) sowie „Weltgesellschaft, Weltverkehrssprache und Weltkultur“ auch die „Wandlungen eines Universitätsinstituts - Vom Dolmetscherinstitut zur Fachrichtung Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen der Universität des Saarlandes“ beschrieben. In seinem 2003 erschienenen Sammelband untersucht er „Die Zukunft der internationalen Kommunikation im 21. Jahrhundert“.
[Text: Dr. Wolfgang Müller. Quelle: Pressemitteilung Universität des Saarlandes, 2010-07-15. Bild: Universität des Saarlandes.]
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Dolmetscherschule Köln schreibt Stipendium aus
17.7.2010 von Richard Schneider.
Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln am Rheinischen Bildungszentrum Köln (RBZ) schreibt für den Ausbildungsstart im September dieses Jahres ein Stipendium aus. Bewerben können sich junge Leute mit sehr guten Sprachkenntnissen in Englisch, Spanisch oder Türkisch, die für eine dieser Sprache Übersetzer und Dolmetscher werden möchten. Die Schüler müssen darüber hinaus auch mit der deutschen Sprache perfekt umgehen können und als Abschluss das Abitur, die Fachhochschul- oder Fachoberschulreife nachweisen. Im August finden ein Stipendium-Test und ein anschließendes Bewerbungsgespräch statt.
Das RBZ-Stipendium deckt die Gebühren für die schulische Berufsausbildung für zunächst zwei Semester ab. Die Förderdauer kann nach Abschluss der Zwischenprüfung mit hervorragenden Noten um ein weiteres Semester verlängert werden. Schriftliche Bewerbungen für das Stipendium werden bis zum 4. August 2010 angenommen.
Die am RBZ angebotene Ausbildungsform mit staatlicher Prüfung ist in Nordrhein-Westfalen einmalig. Übersetzer und Dolmetscher mit staatlicher Prüfung haben auch außerhalb der Wirtschaft gute Job-Perspektiven, weil sie breite zusätzliche landeskundliche Kenntnisse erlernen. Die Schüler des RBZ können sich je nach individueller Neigung zwischen den staatlich geprüften Ausbildungsabschlüssen oder der IHK-Prüfung entscheiden.
Das RBZ Köln ist seit 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig und engagiert sich als gemeinnützige Institution im Verbund der Rheinischen Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration. Zu den Bildungspartnern gehören unter anderem die Rheinische Akademie Köln und Rheinische Fachhochschule Köln.
www.dolmetscherschule-koeln.de
[Text: Beatrix Polgar-Stüwe. Quelle: Pressemitteilung Dolmetscherschule Köln, 2010-07-14.]
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EKD will Luthers Bibelübersetzung überarbeiten
16.7.2010 von Richard Schneider.
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat eine „Durchsicht der Lutherbibel“ beschlossen und einen Lenkungsausschuss eingesetzt, dem u.a. Wissenschaftler aus den Bereichen Exegese, Praktische Theologie, Liturgik und Germanistik angehören. Geplant ist, die durchgesehene Bibel möglichst vor dem Jahr 2017 der Öffentlichkeit vorzustellen.
Der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, Landesbischof i.R. Dr. Christoph Kähler, erklärte zu dem Vorhaben: „Die Lutherbibel stellt ein kostbares theologisches und kulturelles Erbe dar. Mit diesem Erbe müssen wir behutsam und sorgfältig umgehen. Der Wortlaut darf nur dann verändert werden, wo es die Treue zu den biblischen Zeugen zwingend erfordert.“ So gehe es bei der beabsichtigten Durchsicht nicht um eine Revision. Es sei nicht Ziel der Arbeit, die Lutherbibel modernem Deutsch anzunähern.
Das Vorhaben, so Kähler weiter, sei zwar in der Zielsetzung bescheidener als eine Revision, in der Durchführung aber kaum weniger anspruchsvoll. Denn in den Jahren seit der letzten Revision der Lutherbibel 1984, seien eine Vielzahl neuer Ergebnisse auf den Gebieten der Textkritik und der Exegese erarbeitet worden. Der Rat der EKD sieht Veränderungen des Luthertextes lediglich dort vor, wo sie zwingend geboten sind, wobei jede Veränderung des den Gemeinden vertrauten Klangs der Lutherbibel möglichst vermieden werden soll.
Zur Geschichte der Bibelrevision
Die Lutherbibel geht zurück auf die Übersetzungen Martin Luthers (Bild) und seiner Mitarbeiter in den Jahren 1521 bis 1545. Die Übersetzung des Neuen Testaments erschien im September des Jahres 1522 (Septembertestament). In den folgenden Jahren wurden kontinuierlich weitere Bücher der Bibel übersetzt, bis im Jahr 1534 die erste Gesamtausgabe erschien.
Im Jahr 1545 erschien dann die letzte von Luther selbst durchgesehene Gesamtausgabe. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man die Bibelübersetzungen, die auf Martin Luther zurückgingen, sich aber durchaus unterschieden, kritisch durchzusehen und eine erste Revision vorzunehmen. Diese hatte das Ziel, einerseits den ursprünglichen Luthertext wieder herzustellen und andererseits diesen Text an jenen Stellen, wo er nicht mehr verständlich oder unklar war, an den allgemeinen Sprachgebrauch anzugleichen.
Immer noch in Gemeinde-Gebrauch ist der Text der zweiten Revision von 1912. Die dritte und letzte Revision wurde in den Jahren 1964 (Altes Testament), 1970 (Apokryphen) und 1984 (Neues Testament) abgeschlossen.
Zu einer heftigen Auseinandersetzung kam es Zuge diese Revisionsarbeiten im Jahr 1975. Der damals vorgelegte revidierte Text des Neuen Testaments stieß in weiten Teilen der evangelischen Kirche auf zum Teil massive Kritik. Man vermisste vor allem die „Treue gegenüber der Sprache Luthers“. Es wurde eine „Nach-Revision“ vorgenommen, so dass der gesamte Prozess der Revision erst 1984 zum Abschluss kam. Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Rechtschreibung 1999 wurde der Text noch einmal durchgesehen.
[Text: Reinhard Mawick. Quelle: Pressemitteilung EKD, 2010-07-14. Bild: Wikipedia, Lucas Cranach d. Ä., 1529.]
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Kandahar: Drei Dolmetscher bei Taliban-Angriff ums Leben gekommen
15.7.2010 von Richard Schneider.
Am 13.07.2010 sind in der südafghanischen Stadt Kandahar bei einem Autobombenanschlag und einer anschließenden Schießerei drei Dolmetscher, zwei Wachmänner und drei US-Soldaten ums Leben gekommen. Ziel des Angriffs, zu dem sich die Taliban bekannten, war das Hauptquartier einer Eliteabteilung der Polizei.
Zunächst sprengte ein Selbstmordattentäter sein Auto an der Zufahrt in die Luft, anschließend versuchten Taliban-Kämpfer, mit Panzerfäusten und Maschinengewehren das kasernenartige Gelände zu stürmen. US-Soldaten und afghanische Polizisten konnten sie aber daran hindern.
Die größte Stadt im Süden Afghanistan gilt als Hochburg der Taliban.
Bild rechts: Ein Dolmetscher (Mitte) übersetzt 2004 für den neben ihm sitzenden Col. Kenneth F. McKenzie Jr. von der 22nd Marine Expeditionary Unit beim Treffen mit Jon Mohammed, dem Gouverneur der afghanischen Provinz Oruzgan.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Spiegel, 2010-07-14. Bild: Pressedienst US Marine Corps.]
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IGBG wirft nach Anfeindungen anderer Verbände das Handtuch
14.7.2010 von Richard Schneider.
Soeben erreichte uns folgende Mitteilung der IGBG-Vorsitzenden Helena Piprek (Bild):
Die IGBG (Interessengemeinschaft Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher) stellt zum 31.07.2010 ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein. Die bedauerliche Entscheidung erfolgt nunmehr nach 15-monatigem Bestehen der bislang privat finanzierten Tätigkeit der Interessengemeinschaft.
Aufgabenstellung und Zielrichtung der IGBG waren seit April 2009 auf sehr viel Wohlwollen und Interesse durch nationale und internationale Behörden und Organisationen, Rechtsanwaltskanzleien, Rechtsanwaltsverbände und Rechtsanwaltskammern, Richterverbände, Universitäten sowie diplomatische Vertretungen gestoßen.
Besonderer Dank gilt daher der großzügigen Unterstützung des Generalkonsulats der Republik Polen in Hamburg, der Handelskammer Hamburg / Geschäftsbereich Recht & Fair Play, der DPJV Deutsch-Polnischen Juristen-Vereinigung e.V., der Deutsch-Griechischen Juristenvereinigung e.V., dem Hamburgischen Richterverein e.V., der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Hamburg, dem Hamburgischen Anwaltverein e.V., der Deutsch-Ukrainischen Vereinigung von Richtern, Rechtsanwälten und Rechtswissenschaftlern und der Vereinigung für deutsch-russisches Wirtschaftsrecht e.V.. Genannt seien an dieser Stelle auch die sehr förderlichen Kontakte einzelner Generaldirektionen der Europäischen Kommission (GD Dolmetschen, GD Übersetzung) sowie zahlloser universitärer Lehrstühle, insbesondere des IALT der Universität Leipzig.
Der Grund für die Einstellung der ehrenamtlichen Tätigkeit liegt in den fortwährenden Versuchen anderer bundesdeutscher Berufsverbände der Dolmetscher und Übersetzer und deren Vertreter, gegen die IGBG und deren Vertreter seit ihrer Gründung außergerichtliche und gerichtliche Schritte einzuleiten. Seien es Aufforderungen zu Richtigstellungen in Veröffentlichungen unter Androhung der Einleitung rechtlicher Schritte, wettbewerbsrechtliche Abmahnungen oder die Einleitung von Gerichtsverfahren. Als Instrumente sind diese bekanntermaßen wenig geeignet, einen konstruktiven und kollegialen Austausch zu eröffnen und Synergien berufsstandintern und –übergreifend zu nutzen. Mittlerweile hat dies jedoch eine Qualität erreicht, wo ehrenamtliches Engagement – wohlgemerkt neben dem laufenden Tagesgeschäft – eindringlich zu hinterfragen ist. Obgleich sämtliche Schritte bislang erfolglos geblieben sind, so stoßen doch junge Initiativen wie die der IGBG und die Bereitschaft zur Übernahme ehrenamtlicher Verantwortung an ihre Grenzen.
Dies ist umso bedauerlicher, als die IGBG Ziele verfolgt hat, die dem gesamten Berufsstand und dem Austausch zwischen Juristen, Dolmetschern und Übersetzern dienlich gewesen wären. Beispielsweise die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Kollegenschaft, das Erfordernis der engen Zusammenarbeit mit den Juristinnen und Juristen im Sinne des Lawyer-Linguist bzw. Linguist-Lawyer, damit verbunden die hohe akademische Qualifikation im Sinne einer translatologisch-juristischen Doppelkompetenz, der Schutz des Berufsbildes, die direkte Beauftragung der Kolleginnen und Kollegen durch die Organe der Justiz und des Inneren, die damit verbundene Unterbindung des Auftragsmakelns, die bundeseinheitliche Vergütung nach JVEG Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (ohne Öffnungsklausel), eine enge Zusammenarbeit mit den akademischen Lehrstühlen und eine pro-aktive Mitsprache bei den Justizdolmetschergesetzen der einzelnen Bundesländer. - Mit dem Ziel, einen hohen Standard der juristischen Verdolmetschung und Übersetzung bei der Gewährung des grundrechtsgleichen Rechts auf rechtliches Gehör in der Bundesrepublik sicherstellen zu helfen.
Ungeachtet dieses Schrittes stehen unsere Kolleginnen und Kollegen natürlich weiterhin für alle Formen der beruflichen Zusammenarbeit mit den Partnern zur Verfügung - wenn auch nicht mehr unter dem Dach der IGBG.
Wir freuen uns daher weiterhin auf die tagtägliche Kooperation, gemeinsame Publikationen, Rezensionen, Veranstaltungen und Präsentationen und die Pflege des disziplinenübergreifenden Austauschs.
Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg
IGBG Interessengemeinschaft
Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher
Dipl. Phil. Helena Piprek
[Text: Helena Piprek. Quelle: Mitteilung vom 2010-07-14. Bild: Piprek.]
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“Kein Autor, sondern Interpret”: Literaturübersetzer Eike Schönfeld im Porträt
13.7.2010 von Richard Schneider.
„Eike Schönfeld, 60, ist ein schlaksiger Mann mit grauem Haar und dicker Brille.“ So beschreibt ihn das Hamburger Abendblatt in einem Porträt. Weiter heißt es:
Schönfeld ist Übersetzer, einer der renommiertesten in Deutschland. 80 Bücher hat er in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten ins Deutsche übertragen. […] Schönfeld ist Anglist. Er wird gebraucht, wenn Engländer oder, mehr noch, Amerikaner ins Deutsche übertragen werden sollen. Schönfeld hat J. D. Salinger, Nicholson Baker, Oscar Wilde und Jeffrey Eugenides verdeutscht.
Der Leser erfährt, dass Schönfeld erst im Alter von 37 Jahren nach einem Seminar am Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen zur „einsamen Angelegenheit“ des Bücherübersetzens gekommen ist.
Der Interviewer fragt, ob Schönfeld den Ehrgeiz, selbst einmal Verfasser eines Romans zu sein, nie gespürt habe:
Das muss man ja denken: dass einer, der nur überträgt, selber mal Schöpfer sein will. Übersetzer sind ja nur Dienstleister, irgendwie. Aber Schönfeld sagt: „Mir fällt nichts ein. Ich habe der Welt nichts mitzuteilen.“ Und das ist keine Selbstbescheidung, sondern eine Aussage, die implizit den Stolz auf den eigenen Beruf zum Ausdruck bringt. […] Er ist kein Autor, sondern Interpret.
Die Einkommenssituation der Literaturübersetzer beschreibt Schönfeld mit folgenden Worten: „Wir werden nicht reich.“ Aber immerhin werde die Arbeit hin und wieder gewürdigt – durch die Vergabe von Übersetzerpreisen oder auch durch Verlage wie Mare, die den Namen des Übersetzers nicht verstecken, sondern grundsätzlich mit auf den Buchumschlag drucken.
Den vollständigen Artikel können Sie auf der Website des Hamburger Abendblatts lesen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Hamburger Abendblatt, 2010-07-13.]
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Dokumentation: Dolmetscher-Bereitschaft Englisch, Mai 1942
12.7.2010 von Richard Schneider.

Die Reichsfachschaft für das Dolmetscherwesen (RfD), eine Art Kammer, in der von 1933 bis 1945 die Sprachmittler in Deutschland organisiert waren, gab monatlich Studienhefte in verschiedenen Sprachen heraus. Diese erschienen unter dem Titel „Dolmetscher-Bereitschaft“ von 1939 bis 1945.
Herausgeber war der Leiter der RfD, Otto Monien, der gleichzeitig Leiter des Dolmetscher-Bereitschaftsdienstes der RfD war. Nach dem Krieg war Monien in der Dienststelle Blank Referent für das Dolmetscherwesen. Von 1950 bis 1955 war diese Behörde unter der Leitung von Theodor Blank der Vorläufer des Bundesministeriums der Verteidigung. Monien wurde später Leiter des Sprachenreferats im Verteidigungsministerium. 1958 gab er das Taschenbuch „Langenscheidts Texte für Soldaten“ (Deutsch/Englisch) heraus.
Die von der RfD herausgegebenen Sprachlehrhefte sind weitgehend unpolitisch. Sie wurden daher im Rahmen der Entnazifizierung im Gegensatz zu vielen anderen wichtigen Dokumenten nicht verboten, ausgesondert und vernichtet, sondern sind nach wie vor in Antiquariaten erhältlich. Das Monatsheft für die englische Sprache bestand bis Ende 1942 aus 8 Seiten, ab 1943 aus 12 Seiten.
Als PDF-Datei (5,6 MB) können Sie sich hier das Heft der Dolmetscher-Bereitschaft Englisch vom Mai 1942 anschauen. Einen Überblick über das Themenspektrum vermittelt das Jahresinhaltsverzeichnis 1942.
[Text: Richard Schneider. Quelle: uepo-Archiv. Bild und PDF-Dateien: Richard Schneider.]
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RfD-Ausweis für Sprachkundige aus den 1940er Jahren
11.7.2010 von Richard Schneider.
Viele Berufsverbände stellen für ihre Mitglieder Ausweise aus. Die Reichsfachschaft für das Dolmetscherwesen unterschied in den 1930er und 1940er Jahren zwischen folgenden “Leistungsstufen”: “I Dolmetscher”, “II Übersetzer” und “III Sprachkundiger”. Der “Sprachkundige” war dabei die niedrigste Qualifikationsstufe.
Nachfolgend ein im Jahr 1943 oder 1944 ausgestellter Ausweis für “Fräulein Fanny Scholle” aus Düsseldorf. Abmessungen im Original: 9,9 x 13,4 cm.

Vorderseite des Ausweises von Fanny Scholle aus Düsseldorf

Rückseite
[Text: Richard Schneider. Bild: Richard Schneider.]
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Die IGBG (Interessengemeinschaft Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher) stellt zum 31.07.2010 ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein. Die bedauerliche Entscheidung erfolgt nunmehr nach 15-monatigem Bestehen der bislang privat finanzierten Tätigkeit der Interessengemeinschaft.