Sprachpolitik & Sprachenpolitik ist die erste Zeitschrift in Deutschland, die sich explizit sprach(en)politischen Themen widmet. Sie erscheint zweimal jährlich als Open-Access-Publikation im IDS-Verlag (Institut für deutsche Sprache, Mannheim). Herausgeber sind Katharina Dück, Heiko F. Marten und Albrecht Plewnia.
Die Publikation sei interdisziplinär konzipiert, schreiben die Herausgeber:
Diese neue Zeitschrift ist ein Angebot für ein Forum zur Bündelung der verschiedenen Forschungsbemühungen zu diesem Thema. In diesem Sinne ist auch der Name der Zeitschrift zu verstehen: Breit und in terminologisch undogmatischer Weise möchte sie sich mit allen Fragen befassen, die sich aus Politik in Bezug auf Sprache und Sprachen (und ihren Wechselwirkungen) ergeben. […]
Sie bietet ein Forum für Beiträge, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit sprach(en)politischen Fragestellungen beschäftigen – auf der Grundlage von z. B. sprachwissenschaftlichen, politikwissenschaftlichen, juristischen, ökonomischen, sozialwissenschaftlichen oder ethnographischen Ansätzen.
Die Zeitschrift ist für theoretische Beiträge, empirische Analysen und Beispiele aus der Praxis offen. Der Schwerpunkt der Veröffentlichungen liegt auf dem deutschsprachigen Raum bzw. Themen, in denen die deutsche Sprache an anderen Orten eine Rolle spielt. Grundsätzlich können aber Beiträge zu sprach(en)politischen Themen aller Art veröffentlicht werden.
Unterscheidung Sprachpolitik – Sprachenpolitik
Zu der im Titel gemachten Unterscheidung zwischen Sprach- und Sprachenpolitik heißt es:
Verschiedentlich, wenngleich nicht durchgängig, wird in der Beschäftigung mit sprach(en)politischen Themen eine Differenzierung vorgenommen in Sprachpolitik einerseits und Sprachenpolitik andererseits, wobei erstere sich auf das politische Handeln gegenüber einer Einzelsprache bezieht (hierher gehören dann auch Fragen von Sprachpflege und Sprachkritik), während letztere typischerweise auf das Management verschiedener Sprachen in Mehrsprachigkeitskonstellationen zielt.
Initialzündung war Tagung „Sprach(en)politik in Deutschland“ 2024
Am Institut für deutsche Sprache fand 2024 eine Tagung zum Thema statt. Im Anschluss daran entstand die Idee zur Zeitschrift.
Ausgangspunkt für die Gründung dieser Zeitschrift war eine Tagung mit dem Titel „Sprach(en)politik in Deutschland“, die im September 2024 am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim stattgefunden hat. Die große Resonanz, auf die diese Tagung gestoßen ist, hat uns darin bestärkt, mit dieser Zeitschrift eine Plattform für die Auseinandersetzung mit sprach(en)politischen Fragen anzubieten.
Die Zeitschrift „Sprachpolitik und Sprachenpolitik“ erscheint künftig zwei Mal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, als reine Online-Publikation im IDS-Verlag; sie ist im Open Access zugänglich. Im Regelfall ist die Publikationssprache Deutsch, im Einzelfall sind auch andere Sprachen möglich.
Inhalt Heft 1/2026
- Dück, Katharina / Marten, Heiko F. / Plewnia, Albrecht (Mannheim): Eine neue Zeitschrift
- Engbers, Jutta (Friesoythe) / Goltz, Reinhard (Bremen): Europäische Sprachenpolitik und ihre Umsetzung in Deutschland am Beispiel des Onlinezugangsgesetzes
- Herbert, Manfred (Schmalkalden): Die Einführung von Englisch als Gerichtssprache in internationalen Handelsstreitigkeiten – Ein kritischer Überblick über einschlägige Initiativen in Europa
- Meyer, Bernd (Germersheim): Sprachmittlungspolitiken in öffentlichen Einrichtungen in Deutschland
- Gagarina, Natalia (Berlin): Spracherwerbsgrundlagenforschung in der gesellschaftspolitischen Verantwortung: Wissenschaftliche Ergebnisse für den Transfer übersetzt, Handlungsempfehlungen ausformuliert … und dann?
- Běrinkowa, Julija / Laschewski, Lutz / Rädel, Sophie (Cottbus): “Ich spüre so einen Aufschwung gegenüber der Sprache” – Die Situation der niedersorbischen Sprache und Potenziale ihrer Revitalisierung
- Litty, Samantha M. (Flensburg) / Kircher, Ruth (Flensburg) / Terhart, Lena (Bräist/Bredstedt): Minderheitensprache, heritage language oder Familiensprache? Überlegungen zur Sprachbegrifflichkeit am Beispiel des Nordfriesischen
- Wickström, Bengt-Arne (Budapest): Sprachpolitik als Politikanalyse: Nutzen, Kosten und Verwaltungsgebiete
Inhalt Heft 2/2026
- Ehrhardt, Claus (Urbino) / Wang, Zhoufeng (Xiamen): Sprachenpolitik und Sprachenmanagement in Unternehmen: Problemaufriss und Perspektiven für die Forschung und für die Unternehmenspraxis
- Efing, Christian (Aachen): Jenisch(e) und der Kampf um Anerkennung als Minderheit(ensprache) – eine Frage des politischen Willens
- Nowak, Měto (Cottbus/Chóśebuz): Sprachplanung als Verfassungsauftrag? Sprachpolitische Regelungen zu Minderheiten- und Regionalsprachen in Deutschland
- Ratajczak, Cordula (Bautzen) / Dołowy, Nicole (Warschau): Sorbische Sprachpolitik im Wandel – Revitalisierung und Sprachbewahrung des Obersorbischen
- Behrens, Kevin (Bremen): Spraakplaan Nedderdüütsch 2050: Über Herausforderungen bei der Konzeption
- Weber, Tobias (Mannheim): Die bibliothekarische Praxis und Informationsinfrastrukturen im sprachpolitischen Spannungsfeld
Sämtliche Artikel online abrufbar
Die Hefte lassen sich insgesamt als PDF-Datei herunterladen. Jeder Artikel kann aber auch einzeln als PDF gespeichert werden.
- 2026-08-28: Zweite Tagung zur Sprach- und Sprachenpolitik am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim
- 2024-08-26: IDS-Tagung zur Sprachpolitik / Sprachenpolitik – Sprachminderheiten und Mehrsprachigkeit
- 2022-08-20: „Mit der Verbannung der ukrainischen Sprache glaubte die russische Regierung auch das Volk getötet zu haben“
- 2023-05-06: Ukraine: Selenskyj unterzeichnet Gesetz zum Verbot russischer Ortsnamen
- 2022-01-28: Sprachpolitik: Ukraine bekämpft russische Sprache per Gesetz
Richard Schneider
