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Archiv der Kategorie Honorare/Gehälter
EU wirbt um deutschsprachige Übersetzer
2.8.2010 von Jessica Antosik.
Wie schon am 21. Juli berichtet wurde, sucht die Europäische Union dringend deutschsprachige Übersetzer für den weltweit größten Übersetzungsdienst. Derzeit sind in Brüssel 33 Stellen vakant. Vorausgesetzt werden natürlich perfekte Deutschkenntnisse sowie sprachliche Kreativität, denn oftmals müssen Worte beschrieben oder gar neu erfunden werden.
Die EU startete vor einiger Zeit einen Aufruf mit dem provokanten Titel: „Deutsch - vom Aussterben bedroht?“ Andrea Dahmen, Referatsleiterin bei der EU, sieht jedoch kein besorgniserregendes Nachwuchsproblem für die deutsche Sprache, da es mittlerweile immer mehr Übersetzer-Studiengänge in Deutschland gibt.
Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise werden insbesondere Spezialisten aus dem Bereich Wirtschaft und Finanzen gesucht. Das Einstiegsgehalt beläuft sich auf 4200 Euro (netto). Das überschreitet natürlich den Standard in diesem Beruf. Bereits im 18. Jahrhundert wurde den Übersetzern allerdings vorgeworfen, sie verdienen zu viel. Lessing sagte Folgendes: „Unsere Übersetzer verstehen selten die Sprache; sie wollen sie erst verstehen (lernen); sie übersetzen, [um] sich zu üben, und sind klug genug, sich ihre Übungen bezahlen zu lassen.“
Vor dem Hintergrund, dass Übersetzer über alle möglichen Themen übersetzen müssen, von Energieverfahrenstechnik über Tiermedizin bis hin zur Reinigung der Kanalisation, sei die Frage, ob es der Wahrheit entspricht, was Lessing seinerzeit gesagt hat, mal dahin gestellt.
Zu diesem Thema hat u.a. der Soester Anzeiger einen längeren Artikel veröffentlicht.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: Soester Anzeiger, 02.08.2010. Bild: EU.]
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BDÜ ruft zur Teilnahme an Honorarumfrage auf
3.6.2010 von Richard Schneider.
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) ruft alle in Deutschland lebenden Übersetzer und Dolmetscher auf, an der jetzt gestarteten Honorarumfrage 2010 teilzunehmen. Damit sind ausdrücklich auch die Mitglieder anderer Verbände sowie die nicht organisierten Kolleginnen und Kollegen gemeint. In einem Rundschreiben an die BDÜ-Mitglieder schreibt BDÜ-Vizepräsidentin Alice Rollny:
Seit 2008 führt der BDÜ jährlich eine Erhebung der im Vorjahr von Sprachmittlern mit Sitz in Deutschland erzielten Honorare für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen durch. Teilnehmen können alle Anbieter von Übersetzungs- und Dolmetschleistungen mit Sitz in Deutschland.
Auf Grundlage der erhobenen Daten wird im Rahmen der kartellrechtlichen Vorgaben ein jährlicher “Honorarspiegel” veröffentlicht, der die Honorarsituation für in Deutschland erbrachte Sprachmittlerleistungen widerspiegelt.
Bei den in diesem Honorarspiegel angegebenen Honoraren handelt es sich nicht um Honorarempfehlungen, sondern um eine Zusammenstellung marktüblicher Honorare für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen.
Die Ergebnisse der kürzlich von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut im Auftrag des Bundesjustizministeriums erstellten Marktstudie zur außergerichtlichen Vergütung von Sachverständigen sowie Dolmetschern und Übersetzern bestätigen indirekt auch, dass die im Honorarspiegel des BDÜ angegebenen Werte durchaus belastbar sind.
Die letztjährige Ausgabe des Honorarspiegels wurde von der BDÜ Service GmbH über die Mitgliedschaft des BDÜ hinaus bisher an ca. 550 Freiberufler, Industrie- und Wirtschaftsunternehmen sowie Übersetzungsunternehmen verkauft. In den letzten beiden Jahren hat sich der Honorarspiegel schon fast zu einer “Institution” entwickelt - das zeigt die große Anzahl von Bestellungen, die jeweils unmittelbar zum Jahresanfang eingingen.
Zusammen mit den im Honorarspiegel enthaltenen Erläuterungen zur Honorarkalkulation gibt der Honorarspiegel Hilfe und Anleitung für die Kalkulation der eigenen Honorare. Auftraggebern macht er verständlich, wie Übersetzer und Dolmetscher kalkulieren. In diesem Sinne wurde der letztjährige Honorarspiegel von vielen Kollegen bei der Kalkulation der eigenen Honorare und in Honorarverhandlungen mit Auftraggebern als hilfreich empfunden.
Wir haben uns bemüht, einen kurzen Online-Fragebogen zu erstellen, der tatsächlich in 10 - 15 Minuten beantwortet werden kann. Sämtliche Daten werden anonym erhoben, persönliche Daten werden nicht erfasst.
Die Online-Umfrage wird in diesem Jahr vom 03. - 30. Juni 2010 durchgeführt, die Ergebnisse erscheinen auch in diesem Jahr wieder als Broschüre. Die BDÜ Service GmbH hat uns mitgeteilt, dass sie in diesem Jahr den Honorarspiegel zum Jahresende kostenlos als Werbegeschenk der BDÜ Service GmbH an alle BDÜ-Mitglieder versenden wird!
Wir bitten Sie, sich an dieser Umfrage so zahlreich wie möglich zu beteiligen, damit auch in diesem Jahr wieder aussagekräftige Ergebnisse zustande kommen!
Hier geht’s direkt zur Honorarumfrage: www.honorarumfrage.bdue.de
BDÜ-Vizepräsident André Lindemann (Bild) weist zusätzlich auf Folgendes hin: “Sämtliche Daten werden anonym erhoben, persönliche Daten werden nicht erfasst. Um die Anonymität der Umfrage auch bei in Deutschland seltener vertretenen Sprachen zu gewährleisten, werden die Daten nur für Deutschland insgesamt, nicht für einzelne Länder/Regionen erhoben.”
[Textzusammenstellung: Richard Schneider. Quelle: Rundschreiben BDÜ, 2010-06-04. Nachricht von André Lindemann auf Xing, 2010-06-04. Bild: BDÜ, Lindemann.]
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EU-Übersetzer wollen mehr Geld. BILD fordert: “Stoppt die Gier!”
13.1.2010 von Richard Schneider.
Mit einem Kompromiss endete ein seit Wochen erbittert geführter Streit über die jährliche Gehaltserhöhung der EU-Beamten, zu denen auch Tausende von Dolmetschern und Übersetzern gehören. Statt der ursprünglich geforderten 3,7 Prozent müssen sich die Staatsdiener nun mit 1,85 Prozent mehr Geld begnügen.
Im Rahmen der Auseinandersetzungen war es am 17. Dezember 2009 zu einem Streik gekommen. Ein Großteil der 3.200 Beschäftigten des Brüsseler EU-Ministerrats erschien nicht zur Arbeit. Der Tagesspiegel schreibt: „Die Flure im Justus-Lipsius-Gebäude [Bild] wirkten wie ausgestorben. Sekretärinnen, Übersetzerinnen und viele andere, die den europäischen Betrieb sonst am Laufen halten, blieben einfach weg.“
Die Gewerkschaft Fédération de la Fonction Publique Européenne (FFPE), forderte für die 42.000 Beschäftigten der EU-Behörden 3,7 Prozent mehr Gehalt – rückwirkend zum 1. Juli 2009. Denn die realen Gehälter seien seit 2004 um 3,9 Prozent gefallen.
2004 war festgelegt worden, dass sich die Gehälter an der durchschnittlichen Beamtenbesoldung in acht westeuropäischen Staaten und an den Lebenshaltungskosten in Brüssel zu orientieren haben. Steigen diese Vergleichswerte, steigen automatisch auch die Bezüge der EU-Beamten. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahren.
Angesichts der Weltwirtschaftskrise und leerer Staatskassen wollte diesmal jedoch ein gutes Dutzend der europäischen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, die jährliche Gehaltserhöhung nicht mehr widerspruchslos durchwinken.
Dabei konnten sich die Mitgliedstaaten der Unterstützung durch die Öffentlichkeit sicher sein. Die BILD-Zeitung titelte: „Stoppt die Gier-Beamten der EU! Sie kassieren bis zu 22.000 Euro im Monat. Viele zahlen nur 48 Euro Steuern im Monat. Sie wollen noch mehr Geld.“ Und weiter:
Jetzt kommt raus: Die Eurokraten kassieren doppelt so viel wie deutsche Beamte und zahlen deutlich weniger Steuern. […] Schon das niedrigste EU-Grundgehalt eines technischen Assistenten (verheiratet, zwei Kinder) liegt bei 3714 Euro. Dazu kommen 594 Euro/Monat Auslandszuschlag. Gesamt: 4308 Euro. Darauf zahlt der EU-Beamte nur 48 Euro Steuern in die EU-Kasse und 353 Euro Sozialbeiträge. Netto: 3907 Euro!
Die Nettomonatsbezüge reichen, aufgeteilt in 16 Besoldungsgruppen, von 3.907 Euro bis 15.574 Euro. (Zum Vergleich: Ein deutscher Bundeskanzler erhält rund 20.000 Euro pro Monat.)
Die Dolmetscher und Übersetzer der EU-Institutionen liegen im Mittelfeld dieser Besoldungsspanne. Der Nachrichtenkanal N24 berichtet: „Wer als Nachwuchs-Dolmetscher in den Dienst der Kommission tritt, bekommt nach bisherigen Zahlen ein Grundgehalt von 4190 Euro. In den meisten Fällen kommt eine Auslandszulage von 16 Prozent hinzu, mit der das Gehalt auf 4860 Euro steigt.“
Ian Andersen (Bild), Chef der 650 Dolmetscher der EU-Kommission, erklärte bereits 2003 in einem Zeitungsinterview, dass ein Dolmetscher nach zehn Dienstjahren ungefähr das Doppelte des Einstiegsgehalts von rund 4.000 Euro verdiene, also damals rund 8.000 Euro. Spitzenleute erhielten bis zu 12.000 Euro monatlich. Zu dieser Grundbesoldung kommen noch diverse Zulagen (Ausland, Kinder, Gesundheit) hinzu. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die sichere und nicht knapp bemessene Altersversorgung, zu der die verbeamteten Übersetzer und Dolmetscher in den Jahren ihrer Berufstätigkeit keinen Cent beitragen müssen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Tagesspiegel, 2009-12-18; N24, 2009-12-18; Bild, 2010-01-06; Märkische Allgemeine, 2003-10-14. Bild: EU.]
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BDÜ-Umfrage: Die Auftragslage ist ernst, aber nicht hoffnungslos
5.8.2009 von Richard Schneider.
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) präsentiert auf seiner Website die ersten Ergebnisse der Honorarumfrage für das Jahr 2008. Die Teilnehmer konnten diesmal vier zusätzliche Fragen zur Auftragslage beantworten, die Rückschlüsse auf die aktuelle wirtschaftliche Lage von Dolmetschern und Übersetzern zulassen. Teilgenommen hatten 1.139 Kolleginnen und Kollegen, die bis auf wenige Ausnahmen Mitglied in einem Berufsverband sind.
Auf die Frage nach der momentanen wirtschaftlichen Lage schätzten 55,2 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Lage als sehr gut bis befriedigend ein. Diese Zufriedenheit ist unabhängig von den verschiedenen Kundengruppen festzustellen, für die ein Dolmetscher oder Übersetzer tätig ist.
Bei fast der Hälfte der Befragten hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr die Auftragslage im 1. Quartal 2009 gegenüber dem 1. Quartal 2008 eher verschlechtert. Dies ist alarmierend, denn innerhalb der aktuellen Honorarumfrage, die Angaben für das Jahr 2008 abfragt, haben 41,5 Prozent der Umfrageteilnehmer einen Jahresumsatz unter 30.000 Euro angegeben. Wenn dieser Umsatz nun noch weiter gesunken ist, lässt dies darauf schließen, dass sich viele freiberuflich tätige Dolmetscher und Übersetzer in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden.
Gefragt nach den Erwartungen für das 2. Halbjahr 2009 ist ein leichter Optimismus festzustellen. 32 Prozent der Kollegen setzen auf eine Erholung der Wirtschaft und damit auf eine Verbesserung der Umsatzzahlen. Etwa 40 Prozent der Kollegen glauben, dass die Situation unverändert bleiben wird.
Wie schon einleitend im Honorarspiegel 2007 festgestellt, braucht eine Volkswirtschaft wie die deutsche, die zu einem erheblichen Teil vom Export hochwertiger Güter und Know-how lebt und auf die Qualität ihrer internationalen Kommunikation angewiesen ist, professionelle Sprachmittler. Vergütungsbedingungen, die Dolmetschern oder Übersetzern keine Existenz sichern können und qualifizierte Kräfte in andere Berufsfelder abwandern lassen, kann sich die deutsche Wirtschaft nicht leisten.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht sollten daher gerade auch in Krisenzeiten Aufträge an qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer zu angemessenen Honoraren vergeben werden. Nur so stehen bei der erwarteten Erholung der Wirtschaft auch sofort die erfahrenen Kräfte für die notwendigen Dolmetsch- und Übersetzungsdienstleistungen zur Verfügung.
Eine detaillierte Auswertung der Antworten auf die vier Fragen zur wirtschaftlichen Lage (Stand: Juni 2009) samt grafischer Aufbereitung finden Sie auf der BDÜ-Website.
Der Honorarspiegel 2008, also der eigentliche Gegenstand der Umfrage, darf aus kartellrechtlichen Gründen erst mit erheblicher Verzögerung veröffentlicht werden. Er erscheint in gedruckter Form Ende 2009. Den Honorarspiegel 2007 können Sie unter www.bdue.de im Menü “Publikationen” bestellen.
[Text: BDÜ. Quelle: Mitteilung des BDÜ-Bundesvorstands, 2009-08-03. Bild: BDÜ.]
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BDÜ startet neue Honorarumfrage
13.6.2009 von Richard Schneider.
Der BDÜ veröffentlicht jährlich einen Honorarspiegel für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen, der auf einer Online-Befragung der Branche basiert. Die diesjährige Umfrage wird vom 01.06. bis 30.06.2009 durchgeführt. Alle Anbieter von Übersetzungs- und Dolmetschleistungen mit Sitz in Deutschland sind eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Beantwortung der Fragen wird maximal 10 Minuten in Anspruch nehmen.
Die abgefragten Daten beziehen sich jeweils auf das Vorjahr. Erweitert wurde die Umfrage dieses Jahr um die Fragen zur Abrechnung nach Normseiten, zu Organisationshonoraren von Dolmetschern und zu Preisstaffelungen bei Übersetzungen mit TM-Tools. Aktuell hinzugefügt wurden auch Fragen zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise.
Der in der Reihe “BDÜ aktuell” erscheinende Honorarspiegel für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen ist übersichtlich nach Branchen und Sprachen untergliedert und bietet eine Fülle hilfreicher Informationen sowohl für Übersetzer und Dolmetscher wie auch für Kunden. Er schließt eine seit Jahren bestehende Nachfragelücke, wie die Verkaufszahlen der vergangenen Monate bestätigt haben. Den neuen Honorarspiegel können Interessenten im 4. Quartal 2009 bei der BDÜ Service GmbH bestellen.
Damit auch der neue Honorarspiegel wieder ein Erfolg wird, freut sich der BDÜ über Ihre Teilnahme an der Umfrage unter www.bdue.de/umfrage.
[Text: Alice Rollny. Quelle: Mitteilung BDÜ, 2009.06-15. Bild: BDÜ.]
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Dolmetscher sind auf dem Balkan Spitzenverdiener
18.2.2009 von Richard Schneider.
Dolmetscher, die auf dem Balkan für internationale Organisationen arbeiten, sind in ihrem Land Spitzenverdiener und gehören zur neuen wirtschaftlichen Elite. Dies geht aus einem Artikel des Österreichischen Rundfunks ORF hervor, in dem neuere Untersuchungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken nach der Unabhängigkeit von Serbien zitiert werden.
Insgesamt gesehen gehe es vorwärts, aber die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander. Der Großteil der Menschen beurteile die wirtschaftliche Situation als schlecht, und das Vertrauen in die staatlichen Institutionen sei äußerst gering. Zu diesen Ergebnissen kommt der “Gallup Balkan Monitor 2008″, für den das bekannte Meinungsforschungsinstitut 7.000 Personen in sechs Balkanstaaten befragt hat.
Vedran Dzihić, Politikwissenschaftler an der Universität Wien, erklärt: “Es gibt neue Eliten, die äußerst stark profitierten, aber auch jene, die dabei auf der Strecke bleiben.” Der monatliche Durchschnittslohn betrage in Serbien etwa 300 Euro, im Kosovo 200 Euro. Der ORF schreibt:
Die soziale Ungleichheit ist in den Ländern am stärksten, die während der Jugoslawienkriege besonders stark gelitten haben. Das sind Bosnien Herzegowina und der Kosovo. “So muss ein Sarajevoer Pensionist mit 50 bis 100 Euro im Monat zurecht kommen, diejenigen, die beispielsweise als Übersetzerin oder als Berater für die Internationalen Organisationen zuständig sind, verdienen zwischen 1000 und 2000 Euro oder auch mehr. Und im Kosovo verdient ein für die österreichischen Truppen tätiger Dolmetscher drei Mal so viel wie ein auf höchster Ebene tätiger Ministerialbeamter”, sagt Vedran Dzihić.
[Text: Richard Schneider. Quelle: ORF, 2009-02-18.]
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CEATL-Studie zur finanziellen Lage der Literaturübersetzer in Europa
16.12.2008 von Richard Schneider.
Die Übersetzer literarischer Werke können nirgendwo in Europa angemessen von ihrer Tätigkeit leben. Ihre Bruttoeinnahmen belaufen sich auf rund zwei Drittel des Lohns von Facharbeitern. In keinem Land überstieg die Kaufkraft der Übersetzer 50 bis 60 Prozent des Durchschnittswerts.
Zu diesem Ergebnis kommt der Rat der Europäischen Literaturübersetzerverbände (CEATL) in einer Vergleichsstudie, die 2007 und 2008 in 21 Ländern durchgeführt wurde. Die Ergebnisse können auf der CEATL-Website in englischer und französischer Sprache heruntergeladen werden.
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Gehaltsentwicklung bei angestellten Übersetzern und Dolmetschern
7.10.2008 von Richard Schneider.
Das Jobportal jobturbo.de hat die Gehaltsentwicklung von 300 Ausbildungs- und akademischen Berufen untersucht. Nach Angaben von Dirk Berweiler, Mitbegründer von jobturbo.de, musste jeder dritte Beruf in den vergangenen zehn Jahren reale Verluste hinnehmen. Der Mittelwert der Gehaltsentwicklung liege bei einem Plus von rund zwei Prozent. Übersetzer konnten in diesem Zeitraum inflationsbereinigt ein Plus von fast 19 Prozent erzielen.
Wie wurden die Daten ermittelt und berechnet? Auf der Website heißt es dazu: “Dr. R. F. Kraus beschäftigt sich bereits seit 20 Jahren mit der Entwicklung der Gehälter und Vergütungen in Deutschland. Er ermittelt, welche Einkommen in den wichtigsten Berufen zu erzielen sind – von der Ausbildungsvergütung bis hin zum Managergehalt. Die Datenbasis umfasst über 150 Ausbildungsberufe, über 150 akademische Abschlüsse, kaufmännische und technische Berufe sowie die Lohngruppeneinteilung der verschiedenen Branchen. Die genannten Einkommensgrößen sind immer Durchschnittswerte, die je nach Qualifikation, Ort und Erfahrung gezahlt werden.”
Für angestellte Übersetzer und Dolmetscher werden folgende Werte angegeben:
ÜBERSETZER
Übersetzer mit Bachelor-Abschluss einer Hochschule (Fachhochschule)
Brutto Monatsgehalt 2007
Einstiegsgehalt: 2.109 Euro
Nach 5 Jahren: 2.710 Euro
Gehaltsgefälle innerhalb Deutschlands
Durchschnittsbruttolohn östliche Bundesländer: 1.900 Euro
Durchschnittsbruttolohn nördliche Bundesländer: 2.004 Euro
Durchschnittsbruttolohn westliche/südliche Bundesländer: 2.225 Euro
Gehaltsvergleich der letzten 10 Jahre
Jahr, Einstiegsgehalt, Gehalt nach 5 Jahren
1998: 1.579, 2.198
2003: 1.860, 2.500
2007: 2.109, 2.710
Inflationsbereinigte Gehaltsentwicklung
Die tatsächliche Gehaltsentwicklung beträgt 118,77 % (+ 18,77 %)
DOLMETSCHER
Dolmetscher mit Fachschulabschluss
Brutto Monatsgehalt 2007
Einstiegsgehalt: 1.390 Euro
Nach 5 Jahren: 1.748 Euro
Dolmetscher mit Fachhochschulabschluss
Brutto Monatsgehalt 2007
Einstiegsgehalt: 2.100 Euro
Nach 5 Jahren: 2.550 Euro
Dolmetscher mit Universitätsabschluss
Brutto Monatsgehalt 2007
Einstiegsgehalt: 2.187 Euro
Nach 5 Jahren: 2.710 Euro
Unklar ist, ob tatsächlich korrekt nach Übersetzern und Dolmetschern unterschieden wurde. Für die Interpretation der Daten spielt dies aber keine wesentliche Rolle.
In anderen Berufen ist die Gehaltsentwicklung in den letzten zehn Jahren sehr unterschiedlich verlaufen. Größter Verlierer sind die Allgemeinmediziner. Sie verdienen heute knapp 7.000 Euro im Monat und damit 30 Prozent weniger als 1998. Ähnliches gilt auch für viele andere Berufe im medizinischen Bereich. Ganz anders sieht es bei Notaren, Unternehmensberatern und Wirtschaftsjuristen aus. Sie konnten ihre Einnahmen um 45 bis 50 Prozent steigern.
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Wir bitten Sie, sich an dieser Umfrage so zahlreich wie möglich zu beteiligen, damit auch in diesem Jahr wieder aussagekräftige Ergebnisse zustande kommen!