Theorie trifft Praxis: Germersheimer “Praxistage Translation” am 14./15. Juni 2013

FTSK GermersheimAm FTSK Germersheim finden diese Woche die zweitägigen “Praxistage Translation” mit Vorträgen, Diskussionen und Info-Ständen statt (Freitag, 14., und Samstag, 15. Juni 2013).

Die Veranstaltung ist als Austauschplattform zwischen Lehre und Berufspraxis gedacht, bei der Studierende, Ehemalige, Angehörige der Universität, Übersetzungsbüros, Sprachendienste, Freiberufler, Berufsverbände und Softwarehersteller miteinander in Kontakt treten.

Interessenten sind herzlich einladen, aktiv daran teilzunehmen und ihre Erfahrungen als Übersetzer und Dolmetscher zu präsentieren. Das Programm:

Freitag, 14.06.2013

  • Begrüßung durch Silvia Hansen-Schirra und Sascha Hofmann
  • Tatjana Katic (SDL): „Als Übersetzer/-in bei einem großen Sprachdienstleister arbeiten“
  • Eva Tönnesmann (Across): „Vom Übersetzen zum Projektmanagement“
  • Anne Zbikowski (Dräger): „Übersetzungsmanagement bei Dräger Medical“
  • Hans-Wolfgang Roth (Bundessprachenamt): „Das Bundessprachenamt – Ein Sprachendienst als moderner Dienstleister“
  • Petra Dutz (SDL): „Übersetzungstools in der Praxis – gestern, heute und morgen“
  • Beate Steiner (proidioma): „Management von Übersetzungsprojekten unter besonderer Berücksichtigung des Ausgangstextes“
  • Martin Ritschel (Ritschel Translations): „Herausforderungen bei kfz-technischen Texten“
  • Birgit M. Hoppe (STAR): „Multilinguale Information: Der optimale Prozess von der Erstellung über die Übersetzung bis zur Publikation. Effizienter Einsatz von Translations-Experten und Tools.“
  • Silvia Heringer: „Das EURES-Netzwerk – Arbeiten im Herzen Europas für Europa“
  • Silke Gutermuth und Don Kiraly: „Theorie trifft Praxis – Internationale Praktika“
  • Anne Burgert und Marcel Vejmelka: Übersetzen des Romans „A Prisioneira de Emily Dickinson“ („Die Gefangene von Emily Dickinson“) von Ana Nobre de Gusmão in Projektarbeit
  • Sebnem Bahadir: „Dolmetschen als Inszenierung – wie Studierende zusammen mit Fachkräften Dolmetschsituationen darstellen, beobachten, reflektieren und mitgestalten (lernen)“
  • Forum: Freiberufliches Übersetzen und Fachübersetzen
  • Forum: Projektmanagement
  • Katrin Lischke-Przygode: „BDÜ. Spricht für Sie. Ein starker Partner für Dolmetscher, Übersetzer und alle, die es werden wollen.“
  • Forum: Dolmetschen
  • Tanya Quintieri: „Am Anfang steht der Wille – erfolgreich gründen“
  • Dolmetschkonferenz: „Neue Medien, neue Modi: simultanes Konsekutiv- oder konsekutives Simultandolmetschen mit dem Digital Pen“

Stände im Foyer

  • SDL
  • Dolmetscher-Pool
  • Amizighisch
  • Linklaters LLP
  • Dolmetschen als Inszenierung (Bahadir)
  • Across
  • Praktikumsprojekt (Kiraly, Gutermuth)
  • Bundessprachenamt
  • BDÜ
  • STAR
  • DVÜD

FTSK Germersheim, Dolmetschübungsanlage

Samstag, 15.06.2013

  • Dörte Andres: „Schau mir in die Augen, Praxis!“ Oder: Die Dolmetschwissenschaft und das neue Selbstbewusstsein“
  • Ghazi Twal: „34 Jahre Übersetzer und Dolmetscher im Auswärtigen Amt im In- und Ausland – Anforderungen und Erfahrungen”
  • Nadine Püschel: „Untertiteln für Film und Fernsehen – Traumberuf oder brotlose Kunst?“
  • Nancy Hadlich: „Freiberuflichkeit – Chance und Risiko”
  • Christine Splietorp: „Ein Kompass durchs Juristendeutsch – Innovatives Lehrprojekt ‘Juristische Fachübersetzung und Rechtsvergleichung im Rahmen gerichtlicher Verfahren’“
  • Forum: Literaturübersetzen
  • Barbara Fischer (AIIC): „Jetzt erstmal Dolmetschen – alles andere kommt später!?” – Nachhaltiges Arbeiten von Anfang an: Altersvorsorge, Karriereplanung, Kundenbeziehungen – Kurze Vorstellung der aiic.

Stände im Foyer

  • Praktikumsprojekt (Kiraly, Gutermuth)
  • Amizighisch
  • Dolmetscherpool

Weiterführende Links

Programm und Zeitplan als PDF-Datei

www.fb06.uni-mainz.de

[Text: Richard Schneider. Quelle: FTSK Germersheim. Bild:  FTSK Germersheim, Natalie Bärtges.]

Join2XML – Neue Lösung für Sprachdienstleister von Element Language Technology

Eine der größten Herausforderungen für Sprachdienstleister stellt die Verwaltung von Dateien dar, die zur Übersetzung von Kunden übermittelt werden. Je höher die Anzahl der zu übersetzenden Sprachressourcen und je kürzer der darin enthaltene Text, desto unverhältnismäßiger ist der Arbeitsaufwand, der von Projektmanagern, Übersetzern und Korrekturlesern geleistet werden muss.

Mit Join2XML hat Element Language Technology (ELT) eine neuartige Lösung entwickelt, die an genau diesem Punkt ansetzt. „Ich glaube, man sollte immer hinterfragen, ob ein Vorgang, den ein Mitarbeiter mehrmals täglich ausführt, nicht automatisiert werden könnte. Nur so kann man sicherstellen, dass vorhandene Ressourcen gewinnbringend eingesetzt werden.“, sagt Sebastian Goralik, Inhaber von ELT.

Join2XML ermöglicht die automatisierte Verbindung von Textdateien, die über das universell unterstützte XML-Format für jedes marktführende Translation-Memory-System in einer einzelnen Datei bereitgestellt werden können.

Die Idee zu diesem Produkt kam Sebastian aus der Lokalisierungspraxis: „Oft werden von Kunden Softwareressourcen als unüberschaubare Menge an Dateien zur Lokalisierung geliefert. Diese Dateien sind im Regelfall zusätzlich in einer komplexen Verzeichnisstruktur gespeichert, die einen schnellen Lokalisierungsprozess geradezu verhindert. Dank Join2XML konnten so über 80 Dateien in 60 Einzelprojekten zu einem Projekt mit drei Dateien zusammenfassen. Ein Aktualisierungsdurchlauf für die Übersetzung in drei Sprachen kann nun in unter 15 Minuten erfolgen.“

join2xml

Join2XML meistert nicht nur den Umgang mit XML-basierten Ressourcen: Die Software kann ebenfalls ganze Webseiten-Strukturen für die Übersetzung zusammenführen und am Ende des Workflows an die gewünschte Stelle extrahieren.

Join2XML eignet sich perfekt für die Lokalisierung von HTML-Seiten. Durch die häufigen Wiederholungen von Links und Beschreibungstexten, sind diese Webseiten geradezu prädestiniert, als Ganzes übersetzt zu werden. „Anpassungen während der Korrekturlesung, Änderungen in der verwendeten Terminologie und Kundenwünsche in letzter Sekunde können nun mühelos mit einem Suchen-und-Ersetzen-Durchlauf vorgenommen werden. Einen schwerfälligen Prozess zu vereinfachen, ist das, was mich an der Entwicklung solcher Produkte begeistert.“, betont Goralik.

Die Lösung wird als komplettes Bundle, bestehend aus Join2XML, für das Zusammenführen der Dateien, und SplitXML, für das korrekte Trennen der Inhalte, ausgeliefert. Sie kann direkt über ELT zum Einführungspreis von 249 Euro pro Arbeitsplatz bezogen werden. Dieser Einführungspreis gilt für Bestellungen bis einschließlich 30.09.2013.

Über Element Language Technology

Element Language Technology (ELT) ist Spezialist für die Entwicklung von Softwarelösungen für den Übersetzungsmarkt. ELT wurde 2011 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Das Angebot umfasst die webbasierte Übersetzungsmanagement- und Rechnungssoftware TERRA sowie mehrere kostenlose Tools für Übersetzer. Das neueste Produkt im Unternehmensportfolio ist Join2XML – eine Anwendung, die die automatisierte Massenbearbeitung von textbasierten Softwareressourcen für den Lokalisierungsprozess ermöglicht. Von den Produkten der Firma ELT profitieren über 400 Nutzer.

www.terra-tms.com/site/de-de/tools.html

[Text: ELT. Quelle: Pressemitteilung ELT, 2013-06-03. Bild: ELT.]

Bundesrat stoppt KostRModG – Vorerst keine Honorarerhöhung für Gerichtsdolmetscher

Bundesrat

Der Deutsche Bundesrat in seiner Sitzung am 07.06.2013

Für die meisten Beobachter schien es nur eine Formsache zu sein. Und auch bei den Berufsverbänden der Übersetzungsbranche ging man davon aus, dass der Deutsche Bundesrat am 07.06.2013 das zweite Kostenrechtsmodernisierungsgesetz nur noch abnicken würde – zumal das KostRModG nur einer von insgesamt 109 Tagesordnungspunkten der Mammutsitzung war. Drei Wochen vorher, am 16.05.2013, hatte es bereits den Deutschen Bundestag passiert.

Bei einer Zustimmung des Bundesrates hätten die für die Justiz arbeitenden Dolmetscher und Übersetzer bereits ab 01.07.2013 deutlich höhere Honorare in Rechnung stellen können (1,55 statt 1,25 pro Zeile und 70 statt 55 Euro pro Stunde).

Bundesrat ruf Vermittlungsausschuss an

Doch es kam alles ganz anders: Die Länderkammer hat das Gesetz gestern in seiner jetzigen Form abgelehnt, weil sie erhebliche Mehrausgaben befürchtet. Das ursprüngliche Ziel des Gesetzes, eine finanzielle Gesamtentlastung für die Justizhaushalte der Länder zu bewirken, sei verfehlt. Es müsse daher im Vermittlungsausschuss erneut beraten werden.

Der Vermittlungsausschusses besteht aus jeweils 16 Mitgliedern von Bundestag und Bundesrat. Er vermittelt bei Unstimmigkeiten im Gesetzgebungsverfahren und sucht nach Lösungen, denen beide Verfassungsorgane zustimmen können.

In einer Pressemitteilung des Bundesrats vom 07.06.2013 heißt es:

Der Bundesrat hat heute das Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Ziel müsse es sein, den – derzeit stark defizitären – Kostendeckungsgrad der Justiz der Länder zu verbessern. Hierzu seien die Justizhaushalte der Länder wesentlich stärker als bisher vorgesehen finanziell zu entlasten. Mit der gleichen Begründung verwies der Bundesrat auch das Gesetz zur Änderung des Prozesskostenhilferechts (Drucksache 382/13) in den Vermittlungsausschuss.

 

Das Gesetz soll die 2001 begonnene und 2004 fortgesetzte Modernisierung des Justizkostenrechts abschließen. Hierzu ersetzt der Bundestag die bisher geltende Kostenordnung durch ein neues Gerichts- und Notarkostengesetz und entwickelt die aus dem Jahr 1940 stammende Justizverwaltungskostenordnung weiter. Zudem sollen zum Beispiel die Notargebühren und die Vergütung der Rechtsanwälte an die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse angepasst werden.

In seinem Beschluss zur Anrufung des Vermittlungsausschusses argumentiert der Bundesrat wie folgt:

Der Bundesrat hat in seiner 910. Sitzung am 7. Juni 2013 beschlossen, zu dem vom Deutschen Bundestag am 16. Mai 2013 verabschiedeten Gesetz zu verlangen, dass der Vermittlungsausschuss gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes mit folgendem Ziel einberufen wird:

 

Das finanzielle Gesamtentlastungsvolumen für die Justizhaushalte der Länder aus dem Zweiten Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts und dem Gesetz zur Änderung des Prozesskostenhilfe- und Beratungshilferechts muss gegenüber den vom Deutschen Bundestag beschlossenen Fassungen beider Gesetze wesentlich erhöht werden.

 

Das Zweite Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts ist stets in der Zusammenschau mit dem im parlamentarischen Verfahren bislang auch parallel hierzu behandelten Gesetz zur Änderung des Prozesskostenhilfe- und Beratungshilferechts (BR-Drs. 382/13) zu sehen. In der Gesamtschau beider Gesetze soll auch eine angemessene Verbesserung des derzeit stark defizitären Kostendeckungsgrades der Justiz der Länder erreicht werden. Für die Länder stellen beide Vorhaben daher ein Gesamtpaket dar. [...]

 

Die Länder fordern schon seit Langem sowohl einen angemessenen Inflationsausgleich bei den Gerichtsgebühren als auch eine spürbare Entlastung der Justiz und der Länderhaushalte im Bereich der Prozesskosten-, Verfahrenskosten- und Beratungshilfe.

 

Die Problematik gewinnt dadurch noch an Dringlichkeit, dass durch die im Zweiten Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts vorgesehenen Anpassungen der Rechtsanwaltsgebühren, der Vergütungen für Sachverständige, Dolmetscher und Übersetzer sowie der Entschädigungssätze für Zeugen und ehrenamtliche Richter die Ausgaben der Länder bzw. deren Einbußen wegen fehlender Auslagenerstattungen infolge der Gewährung von Prozesskosten-, Verfahrenskosten- und Beratungshilfe gegenüber der derzeitigen Rechtslage erheblich ansteigen werden.

Ausgehandelte Honorarerhöhung für Übersetzer und Dolmetscher nicht gefährdet

Der Beschluss zur Anrufung des Vermittlungsausschusses richtet sich nicht speziell gegen Dolmetscher und Übersetzer. Deren Honorarerhöhungen sind nur ein kleines Puzzleteilchen in einem komplexen Gesamtpaket, dessen Beschreibung mehrere Hundert Seiten in Anspruch nimmt.

Der Bundesrat verlangt auch keine Kürzung der vom Bundestag beschlossenen Erhöhungen für Sprachmittler und andere Berufsgruppen, sondern vielmehr eine Erhöhung der Gebührensätze, die die Justiz selbst in Rechnung stellen kann, damit sie nicht auf Kosten sitzen bleibt:

Hierfür bedürfte es einer gegenüber der jetzt beschlossenen Gesetzesfassung noch deutlich weitergehenden Anhebung der Wertgebühren im Gerichtskostengesetz, im Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen und in der Tabelle A zum neuen Gerichts- und Notarkostengesetz um mindestens weitere vier bis fünf Prozentpunkte oder aber der vom Bundesrat geforderten Anhebung der Gebührensätze in der zivilgerichtlichen Berufungs- und Beschwerdeinstanz um jeweils 0,5 in Verbindung mit einer weiteren Anhebung der Wertgebühren um mindestens weitere zwei Prozentpunkte.

Das sind die Punkte, die zwischen Bundestag und Bundesrat strittig sind. Nur um diese wird es im Vermittlungsausschuss gehen.

Nachverhandlungen zugunsten der Dolmetscher und Übersetzer möglich?

Die ausgehandelten und vom Bundestag beschlossenen Honorarerhöhungen für Justizdolmetscher und -übersetzer sind in den Augen vieler Verbandsaktivisten allenfalls ausreichend, aber keineswegs befriedigend oder gut. Nach der Ablehung des Gesetzespakets durch den Bundesrat und die dadurch neu gewonnene Zeit könnten manche nun versucht sein zu prüfen, ob Nachverhandlungen möglich und Erfolg versprechend sind.

Um wie viele Monate sich das Inkrafttreten des zweiten Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes nun verzögern wird, ist ungewiss. Der Vermittlungsausschuss tagt das nächste Mal am 26.06.2013.

Quellen

[Text: Richard Schneider. Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 381/13, 2013-06-07. Bild: Presseservice Deutscher Bundesrat / Frank Bräuer.]

BDÜ Bayern: Kostenfreie Datenbank hilft bei Übersetzersuche in Bayern

BDÜ Bayern SuchmaskeWer einen Dolmetscher oder Übersetzer in Bayern sucht, muss oft viel Zeit investieren und sich durch viele Webseiten lesen. Um die Recherche zu erleichtern, hat der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in Bayern seine Mitgliederdatenbank im Internet überarbeitet.

1.400 Übersetzer und Dolmetscher für 40 Sprachen und 400 Fachgebiete

Auf seiner Website stellt der Verband die Kontaktdaten von mehr als 1.400 qualifizierten Dolmetschern und Übersetzern bereit. Mit vereinfachten Suchfunktionen lässt sich jetzt noch schneller nach Experten für ein bestimmtes Sprachenpaar und Fachgebiet recherchieren.

Mehr als 40 Sprachen und 400 Fachgebiete stehen zur Auswahl – von Abfalltechnik bis Zoologie. Eine gezielte Suche nach beeidigten Übersetzern oder Dolmetschern ist ebenfalls möglich. Diese Zusatzqualifikation ist von Bedeutung, wenn es beispielsweise um die Übersetzung von Urkunden geht.

Die Nutzung der Datenbank ist kostenfrei. Interessierte können die Sprachexperten direkt kontaktieren; es sind keine Agenturen zwischengeschaltet.

Nur qualifizierte Übersetzer und Dolmetscher

Alle Dolmetscher und Übersetzer in der Datenbank sind Mitglied im BDÜ und mussten ihre Qualifikation vor Eintritt in den Verband nachweisen. Wie wichtig die Qualifikation ist, weiß Martina Hesse-Hujber, Vorsitzende des BDÜ Landesverbandes Bayern und selbst Übersetzerin: „Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Theoretisch kann sich jeder so nennen.“

Doch wenn die Qualifikation fehlt, wächst das Risiko, dass sich Fehler in eine Übersetzung oder Dolmetscherleistung einschleichen. Das kann teuer werden. Nicht nur, weil beispielsweise Broschüren neu zu drucken sind. „Übersetzungsfehler in einer Bedienungsanleitung können nicht nur zu Imageschäden führen. Sie können auch rechtliche Konsequenzen haben, sollte es dadurch zu Bedienungsfehlern oder gar Personenschäden kommen“, so die Übersetzerin.

Hesse-Hujber empfiehlt, nur mit Dolmetschern und Übersetzern zusammenzuarbeiten, die Erfahrung im gewünschten Fachgebiet haben. Und sie hat noch einen Tipp: „Geht es um Druckerzeugnisse, dann sollte der Übersetzer auch die Druckfahne gegenlesen.“ Die Erfahrung zeigt: Beim Setzen eines Textes geht schnell eine Überschrift verloren oder Bildunterschriften werden vertauscht. Da weder Grafiker noch Auftraggeber die Fremdsprache beherrschen, sehen sie die Fehler nicht.

Einen Flyer mit näheren Informationen zur Übersetzer- und Dolmetscherdatenbank gibt es auf der Website des BDÜ Landesverbandes Bayern im Downloadbereich unter “Publikationen”.

Über den BDÜ Landesverband Bayern e.V.
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) hat mehr als 7.000 Mitglieder und ist der größte deutsche Berufsverband der Branche. Er repräsentiert gut 80 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland. Der Landesverband Bayern ist mit über 1.400 Mitgliedern der größte Regionalverband des BDÜ. Er vertritt die Interessen von Dolmetschern und Übersetzern gegenüber Politik, Wirtschaft und Justiz in Bayern. Eine BDÜ-Mitgliedschaft steht für Qualität, denn alle Mitglieder mussten vor Aufnahme in den Verband ihre fachliche Qualifikation für den Beruf nachweisen. Die Mitgliederdatenbank im Internet hilft Auftraggebern bei der Suche nach qualifizierten Dolmetschern und Übersetzern.

www.bdue-bayern.de

[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ Bayern, 2013-06-04. Bild: BDÜ Bayern.]

Hinrich Schmidt-Henkel als VdÜ-Vorsitzender wiedergewählt – Verlage brechen Vergütungsverhandlungen ab

Hinrich Schmidt-Henkel

Hinrich Schmidt-Henkel

Auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung (02.-03.03.2013) hat der Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V., Bundessparte Übersetzer im Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, kurz VdÜ genannt, den renommierten literarischen Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel für eine weitere vierjährige Amtszeit als 1. Vorsitzenden bestätigt. Als 2. Vorsitzender wurde Luis Ruby wiedergewählt. Die Gremien des Verbandes (Vorstand und Honorarkommission) und zahlreiche weitere Amtsträger wurden ebenfalls bis 2017 neu gewählt.

Schmidt-Henkel sagte nach der Wahl:

Ich danke den Mitgliedern für das Vertrauen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Gremien. Sie verkörpern in ihrer Besetzung die Tradition unseres bald 60-jährigen Verbandes und seine Jugendlichkeit.

 

Nachdem vor einigen Tagen die laufenden Vergütungsverhandlungen von den daran beteiligten Verlagen abgebrochen wurden, wird es unsere wichtigste Aufgabe sein, rasch an den Verhandlungstisch zurückzukommen, sobald das Bundesverfassungsgericht über die Verfassungsbeschwerde des Hanser-Verlags entschieden hat.

Verlage brechen Vergütungsverhandlungen wegen Klage vor Verfassungsgericht ab

Die Vergütungsverhandlungen des Verbandes mit einigen Hardcover-Verlagen waren sehr weit gediehen; jetzt aber teilte man dem Übersetzerverband mit, man wolle bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts keine weiteren Verhandlungstermine abhalten. Die Verfassungsbeschwerde des Hanser-Verlags richtet sich gegen die BGH-Urteile zur Übersetzervergütung, aber auch gegen Teile des zugrunde liegenden Gesetzes.

Die Mitgliederversammlung des VdÜ zeigte sich über den Abbruch enttäuscht und verärgert.

Hinrich Schmidt-Henkel hierzu: „Ich teile diese Verärgerung. Egal wie die Verlage es nennen, dies ist ein Abbruch der Verhandlungen. Niemand weiß, wann Karlsruhe entscheidet, niemand weiß, wie die Entscheidung inhaltlich ausfällt, niemand weiß, was die bisherigen guten Verhandlungsergebnisse dann noch wert sind. Es ist eine bittere Enttäuschung: Unsere Verhandlungspartner haben den Weg der gemeinsamen Einigung verlassen und hoffen darauf, dass das Gericht ihnen das Recht des Stärkeren bestätigt und überhaupt die gesetzliche Verpflichtung zu angemessenen Verträgen kippt. Die Übersetzer und alle Urheber hoffen das Gegenteil, damit ihnen die vom Gesetzgeber beabsichtigte angemessene Vergütung künftig zuteil wird – zwölf Jahre nach Verabschiedung des ‘Stärkungsgesetzes’.“

www.literaturuebersetzer.de

[Text: VdÜ. Quelle: Pressemitteilung VdÜ, 2013-03-03. Bild: VdÜ.]

Jetzt aktualisiert erschienen: Ulrich Daums “Gerichts- und Behördenterminologie”

Ulrich Daum: Gerichts- und BehördenterminologieSeit Jahren bewährt sich die “Gerichts- und Behördenterminologie” von Prof. Ulrich Daum. Viele Übersetzer und Dolmetscher, die für Gerichte und Behörden tätig sind oder tätig werden möchten, haben den Band im Bücherregal stehen.

Die letzte Überarbeitung dieses Werkes liegt bereits vier Jahre zurück. Seitdem gab es nicht nur Gesetzesänderungen, sondern es bildeten sich auch einige neue zu berücksichtigende Schwerpunkte heraus.

Prof. Daum hat dieses Standardwerk nun auf den aktuellen Stand gebracht und im Besonderen folgende Sachverhalte berücksichtigt:

  • Das neue Zwangsvollstreckungsrecht mit der Erleichterung der Sachaufklärung
  • Eine EU-Richtlinie über das Recht auf Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen im Strafverfahren
  • Das Mediationsrecht
  • Hinweise auf Polizeibehörden des Bundes sowie das Bundesamt für Justiz

Bibliografische Angaben

Ulrich Daum (2013): Gerichts- und Behördenterminologie. Eine gedrängte Darstellung des Gerichtswesens und des Verwaltungsverfahrens in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin: BDÜ Fachverlag. 168 Seiten, 20,00 Euro, ISBN: 978-3938430491.

Nach dem Kauf steht das Werk zusätzlich zu dem gedruckten Exemplar in der Online-Bibliothek des BDÜ-Fachverlags zur Verfügung. So kann man es auch ganz bequem online und überall lesen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Bestellung finden Sie unter der folgenden Adresse:

www.fachverlag.bdue.de

[Text: BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft. Quelle: Mitteilung BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH, 2013-06. Bild: BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH.]

Rüstungskonzern Thales Nederland setzt auf SDL – Übersetzen in streng reguliertem Umfeld

ThalesThales Nederland hat sich zur Bewältigung der strengen Regularien der Verteidigungsbranche für den Sprachdienstleister SDL entschieden. Thales Nederland ist ein multinationales Unternehmen, das elektrische Systeme entwirft und erstellt sowie Dienstleistungen für integrierte Marinesystemen zur Überwachung, Waffenkontrolle, Kampfverwaltung und Systemintegration weltweit bereitstellt.

Thales Nederland ist die niederländische Tochter der internationalen Thales Group. Mit seinen erstklassigen Technologien und dem kombinierten Fachwissen von 67.000 Mitarbeitern in 56 Ländern ist die Thales Group führender Anbieter im Bereich der Sicherheit von Bürgern, Infrastruktur und Nationen.

Zentrale Herausforderung in dieser Branche ist es, dass bei kritischen Entscheidungen den betreffenden Personen – beispielsweise Kommandanten bei der US Navy, Army und Air Force – vollständige, relevante und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen, so dass sie die jeweilige Situation korrekt einschätzen und die richtigen Entscheidungen treffen können.

Strenge Regulierung auch für technische Dokumentation und Lokalisierung

Die Produkte von Thales unterliegen strengen Regulierungen und Prozessen bezüglich des Exports strategischer Militärgüter. Diese gelten ebenfalls für die technische Dokumentation. Da die Anfertigung einer Übersetzung außerhalb der Niederlande als exportiertes Gut angesehen würde, stellten diese strengen Richtlinien auch eine Herausforderung für den Lokalisierungsprozess dar.

Zur Erstellung multilingualer, technischer Publikationen für seine weltweiten Kunden benötigte Thales einen Lokalisierungspartner mit einem verlässlichen Arbeitsnachweis für stark regulierte Umgebungen. Gemeinsam mit den Zollbehörden und dem Export Control Director von Thales erstellte SDL eine streng kontrollierte Lösung mit den Prozessen, Ressourcen, der Qualität und den IT-Prozessen, die nötig sind, um die Sicherheit aller technischen Informationen jederzeit zu gewährleisten.

„Da wir bereits umfangreiche Thales Projekte in Marokko und Kolumbien durchgeführt haben, war es für uns selbstverständlich, diese bewährte Partnerschaft fortführen zu wollen“, erklärt Wim Hellegers, Operational Buyer bei Thales Nederland. „SDL hat ein tiefgreifendes Verständnis unserer neuen Anforderungen erlangt und hat sein Fachwissen eingesetzt, um die Lokalisierung unserer technischen Dokumentation so effizient und kostengünstig wie möglich zu liefern.

„Thales ist ein Paradebeispiel dafür, wie SDL mit seiner soliden Infrastruktur und den Qualitätsprozessen die Anforderungen von sehr streng regulierten Geschäftsfeldern wie der Verteidigungsbranche erfüllen kann“, so Silke Zschweigert, VP Sales & Operations Europe bei SDL. „Wir freuen uns sehr, Thales bei der Lokalisierung seiner technischen Dokumentation zu unterstützen und seinen weltweiten Kunden die Informationen bereitzustellen, die sie benötigen, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.“

Über Thales
Thales Nederland beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde 1922 gegründet und zählt zu den führenden Anbietern von integrierten Marinesystemen zur Überwachung, Waffenkontrolle, Kampfverwaltung und Systemintegration weltweit.
www.thalesgroup.com/nl/

Über SDL
SDL unterstützt globale Unternehmen dabei, die Erfahrungen ihrer Kunden über den gesamten Kundenlebenszyklus hinweg zu optimieren. SDL Technologie und Dienstleistungen helfen Marken dabei, Kundenwünsche vorauszusagen und weltweit in jeder Sprache, in jedem Kulturraum und über alle Medien hinweg mit ihren Kunden zu kommunizieren.
SDL hat über 1.500 Firmenkunden, 400 Partner sowie eine globale Infrastruktur mit 70 Niederlassungen in 38 Ländern. 42 der 50 globalen Top-Marken arbeiten mit SDL.
www.sdl.com

[Text: Verena Engenhardt. Quelle: Pressemitteilung SDL, 2013-06-10. Bild: Presseservice Thales.]

„Inferno“: Axel Merz und Rainer Schumacher übersetzen im Bunker von Mondadori

Inferno„Inferno“ heißt der neueste Roman des US-amerikanischen Unterhaltungsschriftstellers Dan Brown. Der Verlag Doubleday wollte aus Marketinggründen, dass der dritte Band der Thriller-Reihe mit der Hauptfigur Robert Langdon auf den wichtigsten Buchmärkten der Welt gleichzeitig erscheint.

Deshalb wurden nicht nur – wie inzwischen bei Bestsellern üblich – pro Sprache mehrere Übersetzer eingespannt. Zusätzlich hatte man die Übersetzer für Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Brasilien an einem einzigen Ort in einem Büro zusammengezogen. Von Mitte Februar bis Anfang April 2013 leisteten die 11 Literaturübersetzer täglich Akkordarbeit – im Keller des futuristischen Verlagsgebäudes von Mondadori vor den Toren Mailands.

Jeden Morgen wurden die Sprachsklaven in ihren Hotels abgeholt und abends wieder zurückgefahren. Bewaffnete Wachleute holten die englischen Originalmanuskripte von „Inferno“ jeden Morgen aus einem Tresorraum und schlossen sie abends wieder weg.

Die Übersetzer arbeiteten an auf den Tischen festgeschraubten Laptops. Mobiltelefone waren verboten, einen Internet-Zugang gab es nur an einem gesonderten, beaufsichtigten Arbeitsplatz.

Außerhalb ihres Verlieses durften die Übersetzer nur die Cafeteria und die Kantine von Mondadori betreten. Es war ihnen verboten, anderen Verlagsmitarbeitern mitzuteilen, was sie im Gebäude machten.

Für den deutschen Lübbe Verlag übersetzten Axel Merz und Rainer Schumacher, als Lektor wirkte ebenfalls vor Ort in Mailand Ruggero Leo.

In einem Gespräch mit dem Focus erklärt Rainer Schumacher, dass er lediglich seiner Frau habe sagen dürfen, warum er nach Mailand reisen müsse. „Meinen Freunden habe ich nichts gesagt. Und nachfragen konnten sie auch nicht – ich war einfach plötzlich weg. Für zwei Monate.“

Und worum geht es in dem Roman? Die Inhaltsangabe des Verlags lautet:

Robert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern “Illuminati”, “Sakrileg” und “Das verlorene Symbol” hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen.
Dante Alighieris “Inferno”, Teil seiner “Göttlichen Komödie”, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Weiterführende Links

Mehr zum Thema auf uepo.de

[Text: Richard Schneider. Bild: Lübbe.]

tcworld magazine 05/2013: website globalization, localizing user interfaces

tcworldMehrsprachige Websites sind von Natur aus sehr komplexe Gebilde. Die überwältigende Menge an Inhalten und Informationen, die übersetzt werden müssen, schreckt viele Unternehmen davor ab, in weitere Sprachen zu lokalisieren. Proxy-Server bieten eine automatisierte Lösung zur Website-Globalisierung. Lesen Sie mehr darüber und zu vielen weiteren Themen in englischer Sprache auf www.tcworld.info.

An automated approach to website globalization
Multilingual websites are – by nature – very complex entities. The sheer volume of content that needs to be translated causes many companies to refrain from localizing their websites into more languages. Is there a simpler solution?
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The power of free manuals – how a global repair community aims to fix the world
An online community site changes the way we look at our devices – and at technical documentation. How iFixit creates user manuals that help to fix the world.
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Unique but universal: Localizing user interfaces
Successful user interfaces, websites and apps owe their glamour to a combination of captivating text and eye-catching visuals. However, what attracts users in one locale, might appear bland or even offensive in another. So what makes a great, localized user interface?
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Rules for standardized writing
Standardization is usually equated with the use of standard technical tools and introduction of a content management system. However, the solutions fulfill their complete potential only when the language itself is standardized. This requires rules.
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IEC 82079-1 in a nutshell
It is here: the IEC 82079-1. What does the standard deal with? What are the significant changes vis a vis EN 62079:2001? What must technical writers adapt to?
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About tcworld magazine

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About tcworld GmbH

The tcworld GmbH is a global services company which organizes business conferences, trade shows and more. The most important client is tekom, Europe’s largest professional association for technical communication. The tcworld GmbH is headquartered in Stuttgart.

We currently provide services in Germany, Austria, Switzerland, India and Japan.

Our main products and services include:

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  • the German magazine ‘technische kommunikation‘,
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  • the tekom book series and trade publications (available in German only) as well as
  • the international TCTrainNet Training platform and tekom certification.

About tekom

With currently 7700 members, tekom is Europe’s largest trade and professional association for technical communication. The Association’s work is conducted by 180 volunteers as well as employed professionals.

The main focus of tekom’s work is the continuous development and enhancement of the technical communication profession and the professional support of its members. Economic activities have been outsourced to the tcworld GmbH (see above).

[Text: tcworld. Quelle: tcworld. Bild: tcworld.]

„Er ist wieder da“ – Übersetzerwerkstatt mit Timur Vermes und Übersetzern aus 11 Ländern am IÜK Straelen

Er ist wieder daTimur Vermes gelang mit der Hitler-Satire „Er ist wieder da“ ein echter Bestseller (15 Auflagen, 400.000 verkaufte Exemplare). Und so hatte der Eichborn-Verlag keine Mühe, die Übersetzungslizenz in 29 Länder zu verkaufen.

Aber die teilweise doch sehr spezielle Hitlersche Wortwahl und Syntax dürfte bei der Übersetzung Probleme bereiten. Um bei Schwierigkeiten dieser Art Hilfestellung zu leisten, nahmen sich Verlag und Autor an Günter Grass ein Beispiel und organisierten eine einwöchige Übersetzerwerkstatt.

Welcher Ort wäre für solch eine Klausurtagung besser geeignet als das Europäische Übersetzer-Kollegium (EÜK) in Straelen? Unter der Leitung von EÜK-Präsident Claus Sprick führten Timur Vermes und 11 seiner Übersetzer in der niederrheinischen Kleinstadt intensive Fachgespräche. Die Literaturübersetzer waren aus England, Spanien, Italien, der Tschechischen Republik, Schweden, Norwegen, Bulgarien, Mazedonien, Griechenland, Portugal und China angereist.

Zaungast war ein Reporter des Deutschlandradios, der über das Treffen ein Feature für den Rundfunk produzierte. Das 18-seitige Manuskript der Sendung ist auf der Website des Deutschlandradios abrufbar.

Worum geht es in dem Roman „Er ist wieder da“? Der Verlag macht dazu folgende Angaben:

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere – im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und “Gefällt mir”-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes’ Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.

Weiterführender Link

Manuskript der Deutschlandradio-Sendung „Er ist wieder da – Timur Vermes’ Bestseller jetzt international – Reportage aus der Übersetzerwerkstatt“ (PDF-Datei, 18 Seiten)

[Text: Richard Schneider. Quelle: Deutschlandradio, 2013-04-23. Bild: Eichborn-Verlag.]

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