Würzburg: Bayerisches Rotes Kreuz bietet Schulungen für Laiendolmetscher in der psychosozialen Beratung an

Dolmetscherschulung

Die Initiative für traumatisierte Flüchtlinge innerhalb des BRK Würzburg organisiert Schulungen für Laiendolmetscher.

Die die Initiative für traumatisierte Flüchtlinge im Kreisverband Würzburg des Bayerischen Roten Kreuzes bietet eine psychosoziale Beratung von Flüchtlingen an. Menschen mit traumatischen Erfahrungen sollen auf diese Weise anonym und niederschwellig informiert, entlastet und im Alltag seelisch stabilisiert werden.

Weil sich viele Flüchtlinge am besten in ihrer Muttersprache ausdrücken können, sei es notwendig, mit Sprachmittlern zu arbeiten, so die Initiative. Das Dolmetschen durch Familienangehörige oder Bekannte sei in der psychosozialen Beratung oft problematisch und zu vermeiden.

Deshalb werden zweitägige Schulungen für Laiendolmetscher organisiert, mit denen diese besser für ihre Aufgabe qualifiziert werden sollen. Auf der Facebook-Seite der Initiative heißt es:

Im Juli 2017 fand bereits zum zweiten Mal die Basisschulung „Dolmetschen für Geflüchtete und Migranten“ in der psychosozialen Beratung statt. 15 Teilnehmer mit den Muttersprachen Arabisch, Kurdisch, Russisch, Ungarisch, Armenisch, Albanisch und Persisch haben an der kostenlosen Schulung teilgenommen.

 

Als Referentin wurde Marie Rössel-Čunović aus Frankfurt (Mitglied bei FATRA e.V, eine psychosoziale Beratungsstelle für Flüchtlinge und Folteropfer) gewonnen, die seit vielen Jahren Sprachmittler schult, die im Flüchtlingskontext tätig sind.

 

„Oft dolmetschen sogenannte Laiendolmetscher in der psychosozialen Beratung, die viel Engagement und Empathie für ihre Aufgabe mitbringen, aber gleichzeitig auch Kenntnisse von Beratungs- und Therapiesituationen benötigen. Eine gute Kooperation zwischen Beratern, Therapeuten und Sprachmittlern sind für das Gelingen von Beratungs- und Therapieprozessen die wichtigste Grundlage“, so Rössel-Čunović. „Eine psychosoziale Beratung für Menschen muss in ihrer Muttersprache möglich sein und dafür muss es Sprachmittlung geben. Auf diesen Beratungsprozess sollten alle Beteiligten gut vorbereitet sein.“

 

Inhalte der Schulung waren am ersten Tag vor allem die Rolle des Sprachmittlers als dritte Person in der Beratung oder Therapie sowie die Grundregeln für das Dolmetschen im psychosozialen Beratungskontext. Anhand von Rollenspielen wurde der Ablauf eines Beratungsgesprächs modellhaft erarbeitet und eingeübt. Typische Konfliktsituationen wurden nachgespielt, um sicherer im Umgang damit zu werden.

 

Der Schulungsteilnehmer Mohammed Karssli berichtet: „Die Schulung war eine gute Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch, davor hätte ich es mir nicht zugetraut.“

Am zweiten Tag wurde neben dem Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ auch der Fokus auf die Selbstfürsorge und Förderung eigener Gesundheitsressourcen gelegt. „Ich hatte viel Stress beim Arbeiten, jetzt habe ich hier gelernt, wie ich auf meine Gesundheit achten kann“, antwortet Schulungsteilnehmerin Lusine Harutyunyan auf die Frage am Ende der Schulung, was für sie besonders hilfreich war.

 

Auch die Berater schätzten es sehr, in einem solchen Austausch mit der Dolmetschenden zu sein und deren Perspektive, Herausforderungen und Rolle einmal intensiv zu beleuchten und sich damit auseinanderzusetzen. „Oft findet der Dolmetscher zu wenig Beachtung und wird nicht ausreichend vor Rollenkonflikten geschützt, was eigentlich zu meiner Aufgabe als Berater gehört“, meint Sabrina Böck von der BRK-Initiative für traumatisierte Flüchtlinge.

Die Initiative für traumatisierte Flüchtlinge finanziert sich „durch eine großzügige private Spende“. Weitere Schulungen für Laiendolmetscher sind in der Planung. Wer Kontakt zur „Initiative für traumatisierte Flüchtlinge“ aufnehmen möchte, kann das unter der E-Mail-Adresse intiative@kvwuerzburg.brk.de tun.

[Text: Richard Schneider mit Material des BRK. Quelle: Pressemitteilung BRK Würzburg, 2017-08-16. Bild: BRK Würzburg.]

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