DTT/DIT-Seminar “Terminologiearbeit: Grundlagen, Werkzeuge, Prozesse” in Köln

Kölner DomDer Deutsche Terminologie-Tag (DTT) und das Deutsche Institut für Terminologie (DIT) veranstalten im Oktober 2014 in Köln ein Grundlagenseminar zum Thema Terminologiearbeit, das mit hochkarätigen Referenten aufwarten kann.

Zielgruppen

  • Praktizierende Übersetzer / Dolmetscher / Terminologen
  • Technische Redakteure
  • Sprachübergreifend arbeitende Fachleute
  • Studierende im Bereich Übersetzen / Dolmetschen / Technische Redaktion

Terminologiearbeit – Grundlagen

Referentin: Prof. Dr. Petra Drewer, Hochschule Karlsruhe

  • Grundlagen der Terminologielehre, Terminologielehre vs. Terminologiearbeit
  • Semiotisches Dreieck (Begriff, Benennung, Gegenstand)
  • Anforderungen an und Bewertung von Benennungen
  • Begriffe und Begriffssysteme
  • Gründe für professionelle Terminologiearbeit im Unternehmen

Terminologiearbeit – Recherche

Referent: Prof. Dr. Klaus-Dirk Schmitz, Fachhochschule Köln

  • Quellen für die Terminologiearbeit
  • Internet und Nutzung von Suchmaschinen
  • Terminologiebestände und Terminologie-Portale
  • Übernahme, Dokumentation und Beurteilung der Qualität von Internetquellen

Terminologiearbeit – Werkzeuge

Referent: Prof. Dr. Klaus-Dirk Schmitz, Fachhochschule Köln

  • Terminologie-Extraktion und Terminologie-Kontrolle
  • Terminologie-Verwaltung
  • Einrichtung und Aufbau von Termbanken
  • Kleine Marktübersicht

Terminologiearbeit – Prozesse

Referentin: Dr. Rachel Herwartz, TermSolutions

  • Einbindung in den Gesamtprozess: Wer prägt Terminologie? Wer nutzt Terminologie?
  • Prozesse: Terminologie sammeln, prüfen und pflegen
  • Terminologieleitfaden: Dokumentation der getroffenen Entscheidungen
  • Terminologiearbeit planen: Kostenkalkulation

Zeit und Ort

Freitag, 17. Oktober 2014, 9:00–17.30 Uhr
Azimut Hotel Cologne City Center, Hansaring 97, 50670 Köln,
www.azimuthotels.com

Kosten

190 Euro für Mitglieder von DTT, ADÜ Nord, ASTTI, ATICOM, BDÜ, DGI, tekom, Universitas, 265 Euro für Nicht-Mitglieder.

Die Teilnahmegebühr schließt die Seminarunterlagen, die Kaffeepausen und das Mittagessen ein.

Anmeldeformular

Über den DTT

DTT, DITDer DTT e.V. ist ein Forum für alle, die sich mit Terminologie und Terminologiearbeit beschäftigen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, durch Beratung und Koordination sowie durch die Veranstaltung von Symposien und Workshops zur Lösung fachlicher Kommunikationsprobleme beizutragen. In zweijährigen Abständen veranstaltet der DTT e.V. Symposien zur Behandlung terminologischer Belange und aktueller Themen der Terminologiearbeit. Innerhalb des Verbandes engagieren sich Vertreter aus Wissenschaft und Praxis gleichermaßen, um ihr Know-how und Erfahrungen auszutauschen.

www.dttev.org

[Text: DTT. Quelle: DTT. Bild: Richard Schneider, DTT.]

Langenscheidt gewinnt Markenrechtsstreit um Farbe Gelb gegen Rosetta Stone

Langenscheidt-LogoDer Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am 18.09.2014 einer Klage des Langenscheidt-Verlags in vollem Umfang stattgegeben und damit ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln aus dem Jahr 2012 bestätigt.

Langenscheidt hatte den Sprachkursanbieter Rosetta Stone auf Unterlassung und Schadensersatz bei der Verwendung der Farbe Gelb in Internet-Auftritten, in der Werbung und für Kartonverpackungen verklagt.

Langenscheidt hatte sich die Farbe Gelb beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen lassen. Der BGH bestätigte nun den Schutz der Farbmarke auch bei wörterbuchverwandten Produkten wie zum Beispiel Sprachlernsoftware.

Rosetta Stone: gelbe Verpackung

Das beanstandete gelbe Grafik-Design der Sprachlernsoftware von Rosetta Stone.

Bereits ein vorausgegangenes Urteil des Europäischen Gerichtshofs hatte gezeigt, dass es möglich ist, eine Hausfarbe zu schützen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Dies ist beispielsweise gegeben, wenn die Farbe über viele Jahre, meistens über viele Jahrzehnte, unterstützt mit großem Werbeaufwand, benutzt wurde und dadurch die Mehrzahl der Verbraucher diese Farbe mit einem Unternehmen in Verbindung bringt.

Gelb seit 1956 Verlagsfarbe von Langenscheidt

Bereits zum 100-jährigen Verlagsjubiläum von Langenscheidt im Jahre 1956 wurde die Farbe Gelb – als Nachfolger von Blau – zur offiziellen Hausmarke erklärt. Prof. Richard Blank entwickelte dann das blaue „L“ auf gelbem Grund. Die Taschenwörterbücher gehörten zu den ersten Produkten, die das neue Corporate Design erhalten haben.

Carsten Kurreik, Geschäftsführer der Langenscheidt GmbH & Co. KG, zeigt sich erfreut über das Urteil: „Wir konnten schon im Vorfeld keinen Grund erkennen, warum der BGH das positive Urteil des OLGs nicht bestätigen sollte. Dadurch gestärkt werden wir auch in Zukunft alles tun, um unsere Marke weitest möglich zu schützen.“

Über Langenscheidt

Rosetta Stone: blaue Verpackung

Rosetta Stone reagierte umgehend und bietet die eigenen Produkte jetzt nur noch in blauer Verpackung an.

Als Wörterbuch-Verlag Nr. 1 und Marktführer im Bereich Sprachen bietet Langenscheidt heute ein breites Sortiment qualitativ hochwertiger Produkte und eröffnet einen individuellen, crossmedialen und mobilen Weg in die Welt von über 35 Sprachen. Die Bereiche ‚Lexikografie‘‚ ‚Sprachen lernen‘, sowie ‚spielerisches Lernen‘ fokussieren auf innovative Produkte wie intelligente, individualisierbare Sprachkurse für Selbstlerner oder Wörterbücher in Online- und Offline-Versionen.

www.langenscheidt.de

Über Rosetta Stone

Rosetta Stone ist ein amerikanisches Software-Haus, das Sprachlernprogramme für Computer, Tablets und Smartphones entwickelt und diese weltweit vermarktet und verkauft. Rosetta Stone Inc. wurde 1992 in den USA gegründet, der Vorläufer war die Fairfield Language Technologies Company. In Deutschland ist das Unternehmen als GmbH eingetragen.

Der didaktische Ansatz des Unternehmens ist es, Sprachen durch Immersion zu vermitteln. Mit Hilfe der sogenannten Dynamic-Immersion-Methode soll der Nutzer auf die gleiche Art lernen, wie er sich als Kind die eigene Muttersprache aneignete. Dazu schafft die E-Learning-Software eine virtuelle Lernumgebung aus Wort, Bild und Ton aus alltäglichen Situationen der Zielsprache und verzichtet auf Übersetzungen in die Muttersprache des Lerners.

Benannt ist das Unternehmen nach dem 1799 gefundenen “Stein von Rosette”. Dessen Entdeckung war für Jean-François Champollion der entscheidende Schlüssel zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphenschrift.

www.rosettastone.de

[Text: Langenscheidt, ergänzt von Richard Schneider. Quelle: Pressemitteilung Langenscheidt, 2014-09-17; Wikipedia. Bild: Langenscheidt, Rosetta Stone.]

BDÜ-Video erklärt Unterschied zwischen Übersetzern und Dolmetschern

Am 30. September ist wieder Internationaler Übersetzertag. In diesem Jahr nimmt der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) das Datum zum Anlass, um das Augenmerk auf ein klassisches Missverständnis zu lenken: Die Verwechslung der beiden Berufe im Alltag.

“Ein Übersetzer ist kein Dolmetscher”, so BDÜ-Vizepräsidentin Norma Keßler. Sie ist Diplom-Übersetzerin für Englisch und erhält häufig Anfragen in Zusammenhang mit einer Heirat. “Leute rufen an und möchten eine Übersetzung fürs Standesamt.” Da bei Eheschließungen oft Urkunden zu übersetzen sind, ist dieses Anliegen nicht ungewöhnlich. Doch spätestens die Frage “Kommen Sie nicht zum Standesamt?” bringt das Missverständnis zutage.

Dolmetscher arbeiten mündlich, Übersetzer arbeiten schriftlich

Keßler: “Wenn es um das gesprochene Wort geht, zum Beispiel bei einer Hochzeit, dann ist ein Dolmetscher gefragt und kein Übersetzer.” Dolmetscher arbeiten mündlich, Übersetzer arbeiten schriftlich. Als Übersetzerin arbeitet Keßler mit dem geschriebenen Wort und übersetzt Texte wie zum Beispiel Urkunden oder Bücher. Wenn Anfragen für Dolmetscher fälschlicherweise bei ihr landen, empfiehlt sie Kollegen aus ihrem Netzwerk.

“Es kommt immer wieder zu Verwirrung, wenn es um die beiden Berufe geht”, weiß Keßler. Sogar in den Medien und in Lexika werden die beiden Begriffe zum Teil falsch dargestellt.

Deshalb kam aus den Reihen der Mitgliedschaft der Wunsch, der Verband möge die Öffentlichkeit aufklären. Damit das Thema nicht zu trocken oder gar schulmeisterlich daherkommt, hat der Verband einen kurzen Trickfilm anfertigen lassen. Darin wird der Unterschied zwischen den beiden Berufen anhand eines fiktiven TV-Quiz mit einem Augenzwinkern dargestellt.

Die BDÜ-Vizepräsidentin: “Wir sehen unseren Beruf natürlich ernsthaft. Alle, ob Übersetzer oder Dolmetscher, müssen sehr genau arbeiten.” Mit dem Trickfilm will der Verband neue Wege beschreiten und der Öffentlichkeit den Unterschied mit Humor aufzeigen.

Der “Internationale Übersetzertag” wurde vom Weltübersetzerverband FIT (Fédération Internationale des Traducteurs) im Jahr 1991 eingeführt. Das Datum geht auf den Todestag des heiligen Hieronymus zurück, der einst die Bibel übersetzte und als Schutzheiliger der Übersetzer gilt. Seither nehmen Branchenorganisationen das Datum zum Anlass und gewähren Einblicke in den Beruf.

Über den BDÜ

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer ist mit über 7.500 Mitgliedern der größte deutsche Berufsverband der Branche. Er repräsentiert etwa 80 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland und vertritt seit 1955 deren Interessen. Die Mitgliederdatenbank im Internet hilft bei der Suche nach Dolmetschern und Übersetzern für mehr als 80 Sprachen.

www.bdue.de

[Text: BDÜ. Quelle: BDÜ-Pressemitteilung, 2014-09-17. Video: BDÜ.]

Berufseinstieg: Warum es keine gute Idee ist, als Übersetzer für die Kleinunternehmerregelung zu optieren

Übersetzern und Dolmetschern, die nach dem Studium beginnen, freiberuflich zu arbeiten, wird von Steuerberatern und Kollegen oft empfohlen, die so genannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen.

Nach dieser können Selbstständige darauf verzichten, in ihren Rechnungen Umsatzsteuer (umgangssprachlich „Mehrwertsteuer“) zu erheben, wenn ihr Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreitet.

Das klingt für Berufseinsteiger zunächst einmal verlockend. Sie denken sich: „In den ersten Jahren habe ich sicherlich weniger als 50.000 Euro Einnahmen pro Jahr. Wenn ich dann keine Mehrwertsteuer berechnen muss, werde ich für meine Kunden preiswerter und kann mich leichter auf dem Markt etablieren.“ Dies ist jedoch ein Trugschluss.

Erfahrene Übersetzer warnen in Online-Foren junge Kollegen immer wieder ausdrücklich davor, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen, weil dies mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt.

Einziger Vorteil: Für Privatkunden wird man billiger

Für Privatkunden ist ein Übersetzer, der auf seinen Rechnungsbetrag nicht noch 19 % Umsatzsteuer aufschlägt, billiger als die Konkurrenz. Das ist bei Privatkunden, die Übersetzungen aus eigener Tasche bezahlen müssen und oft nicht von der Steuer absetzen können, durchaus ein schlagkräftiges Argument.

Aber: Privatkunden geben ausschließlich Kurztexte in Auftrag. Dabei handelt es sich praktisch immer um Urkunden, die beglaubigt werden müssen. Die meisten Berufseinsteiger sind aber noch gar nicht gerichtlich vereidigt.

Außerdem werden Berufseinsteiger von Privatkunden meist nicht gefunden, weil sie in ihrer Region noch nicht bekannt sind, keinen Eintrag in den Gelben Seiten besitzen und bei einer Google-Suche nicht auf der ersten Seite auftauchen.

Privatkunden laufen in der Regel zu den großen Übersetzungsbüros, die ein Ladengeschäft in der Innenstadt betreiben und sowohl in den Gelben Seiten als auch im Internet sofort gefunden werden.

Übersetzungsbüros und Direktkunden ist es egal, ob Umsatzsteuer berechnet wird

Allen Kunden, die selbst Unternehmen sind, ist es jedoch völlig egal, ob ein Übersetzer Umsatzsteuer berechnet. Dies gilt sowohl für die lukrativen Direktkunden als auch für Übersetzungsbüros. Gerade in der Anfangszeit sind Übersetzungsbüros nicht selten die einzigen und wichtigsten Auftraggeber für freiberuflich tätige Übersetzer.

Unternehmen brauchen die Umsatzsteuer, die ein Übersetzer auf seine Rechnung schreibt, grundsätzlich nicht zu bezahlen. Sie ziehen sie von der Umsatzsteuer ab, die sie selbst auf ihren eigenen Rechnungen ausweisen (Vorsteuerabzugsberechtigung). Damit ist ein Umsatzsteuer berechnender Übersetzer für Auftraggeber, die Unternehmer sind, keinen Cent teurer als ein Umsatzsteuer-befreiter.

Wenn man sich bei Übersetzungsbüros um Aufträge bewirbt, ist es daher auch nicht sinnvoll, die Umsatzsteuerbefreiung durch die Kleinunternehmerregelung als besonderen Pluspunkt im eigenen Profil herauszustellen. Den Büros und Direktkunden ist es egal. Lediglich gegenüber Privatkunden bringt es Vorteile.

Drei massive Nachteile der Kleinunternehmerregelung

Nachteil 1: Durch eine Umsatzsteuer-freie Rechnung gibt man sich als Anfänger oder Nebenberufler und in jedem Fall als wirtschaftlich „kleines Würstchen“ zu erkennen. Ein klarer Nachteil bei der Selbstvermarktung.

Nachteil 2: Wer selbst keine Mehrwertsteuer berechnet, darf sie auch nicht von den eigenen Ausgaben abziehen. Die Folge: Man muss die in den betriebsbedingten Ausgaben enthaltene Umsatzsteuer – etwa beim Kauf von Computern, Bürostühlen, Handys, Visitenkarten, Tintenpatronen oder Druckerpapier – aus eigener Tasche bezahlen.

Alle Übersetzer, die Umsatzsteuer berechnen, können diese Beträge hingegen von der selbst erwirtschafteten und vereinnahmten Umsatzsteuer abziehen und brauchen sie daher nicht zu bezahlen (so genannter „Vorsteuerabzug“). Sie sparen Geld, weil sie letztendlich nur den Nettobetrag ausgeben müssen.

Nachteil 3: In dem Jahr, in dem man die Schwelle von 17.500 Euro überschreitet, kann man in Schwierigkeiten geraten, weil man unter bestimmten Bedingungen auch für das gesamte Vorjahr Mehrwertsteuer abführen muss, obwohl man in diesem keine berechnet und eingenommen hat. Dann muss man die Mehrwertsteuerbeträge aus eigener Tasche nachentrichten.

Zwar gilt im Prinzip, dass man dann, wenn man die Schwelle von 17.500 Euro Jahresumsatz überschreitet, erst im nachfolgenden Jahr umsatzsteuerpflichtig wird – also nicht in dem Jahr, in dem man diese Grenze überschritten hat.

Dies gilt jedoch nicht, wenn man überdurchschnittlich erfolgreich ist und von einem Jahr auf das andere von unter 17.500 auf über 50.000 Euro Einnahmen springt. Bei Akademie.de heißt es dazu:

Befürchtungen, dass eine nachträgliche Umsatzsteuerpflicht entsteht, sind in den meisten Fällen völlig unbegründet. Denn § 19 Umsatzsteuergesetz kennt nicht nur die 17.500-Euro-Marke, sondern auch das “großzügigere” 50.000-Euro-Limit:

 

“Die [...] Umsatzsteuer wird von Unternehmern [...] nicht erhoben, wenn der [...] Umsatz [...] im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.”

 

Mit anderen Worten: Wer seinen Jahresumsatz seriös schätzt und dabei feststellt, dass der umsatzsteuerpflichtige Gesamtumsatz 17.500 Euro voraussichtlich nicht überschritten wird, ist für das laufende Jahr meistens auf der sicheren Seite. Rückwirkend wird die Umsatzsteuer nur dann erhoben, wenn der Jahresumsatz völlig aus dem Ruder läuft und über 50.000 Euro liegt.

 

http://www.akademie.de/wissen/kleinunternehmer-umsatzgrenze

Gefahr der Steuernachzahlung ist real – Konkrete Fälle sind bekannt

Zwar versucht akademie.de, die Gefahr einer Steuernachzahlung kleinzureden, aber dem Autor dieser Zeilen sind in den letzten Jahren immerhin drei konkrete Fälle unter freien Mitarbeitern bekannt geworden, die für das gesamte Vorjahr die Umsatzsteuer nachentrichten mussten.

Diese haben sich bemüht, bei ihren Auftraggebern noch nachträglich die Mehrwertsteuer für das Vorjahr einzuholen. Die meisten derartigen Fälle dürften unbekannt bleiben, weil es den Betreffenden zu peinlich ist, bei den Auftraggebern betteln zu gehen.

Die betreffenden Kollegen hatten offenbar innerhalb eines Jahres ihren Umsatz mehr als verdoppelt und die 50.000-Euro-Grenze durchstoßen. Deshalb mussten sie dann auch rückwirkend für das Vorjahr die gesamte Mehrwertsteuer nachzahlen.

Das kann eine Summe von bis zu 3.325 Euro ergeben, die man auf einen Schlag entrichten muss – ohne entsprechende Rücklagen zu haben. Übersetzer können in den ersten Berufsjahren keinerlei Rücklagen bilden. Sie sollten dies auch nicht tun, sondern besser alles in die Akquisition und Fortbildung stecken.

Bei englischen Muttersprachlern dürfte die Situation einer Umsatzverdoppelung mit steuerrechtlichen Folgen überdurchschnittlich häufig vorkommen. Normalerweise erreichen diese innerhalb von zwei Jahren eine freiberufliche Vollauslastung, weil seit Jahrzehnten ein nicht behebbarer Mangel an Übersetzern und Dolmetschern mit Englisch als Muttersprache besteht.

All dieser vorprogrammierte Ärger lässt sich vermeiden, wenn man von Anfang an Mehrwertsteuer berechnet.

Fazit: Kleinunternehmerregelung? Nein danke!

Insgesamt betrachtet steht EIN minimaler Vorteil DREI massiven Nachteilen gegenüber.

Die Kleinunternehmerregelung ist nicht für Berufseinsteiger gedacht, sondern für diejenigen, die dauerhaft nur nebenberuflich arbeiten und sich dadurch „etwas dazuverdienen“ möchten. Nur in diesen Fällen ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll und empfehlenswert. Sie vereinfacht die Steuererklärungen, weil die Umsatzsteuervoranmeldungen entfallen.

Alle diejenigen, die sich fest vorgenommen haben, das Übersetzen und Dolmetschen zu ihrem Beruf zu machen und es über lange Jahre und möglicherweise ein Leben lang auszuüben, sollten daher von Anfang an Umsatzsteuer berechnen.

Links zum Thema

Erläuterungen zur Kleinunternehmerregelung bei Wikipedia

[Text: Richard Schneider. Bild: Denys Kurbatov / Fotolia.]

4-Real Intermedia: Mehr als 1.000 Computerspiele in lippensynchroner Kinoqualität lokalisiert

Logo 4-Real IntermediaUnter der Überschrift “Offenbacher Firma 4-Real Intermedia – Stimme für virtuelle Helden” berichtet die Offenbach-Post über die in der Stadt ansässige Firma 4-Real Intermedia GmbH:

Seit 1999 übersetzt und synchronisiert 4-Real Intermedia englischsprachige Videospiele auf höchstem Niveau. Mehr als 1000 Projekte hat sie bereits betreut und wurde von der Fachpresse mehrfach ausgezeichnet. 25 Mitarbeiter verdienen dort ihr Geld. „In Deutschland gibt es eine sehr ausgeprägte Übersetzungskultur“, verdeutlicht Michael Buss. Gemeinsam mit Roger Schoenberg, Hendrik Ackermann und Dirk Weyel gründete er das Unternehmen vor 15 Jahren in Nauheim, ein Jahr später zog es die Firma wegen der günstigen Verkehrsanbindung nach Offenbach.

Tonstudio 4-Real Intermedia

Im eigenen Tonstudio kann 4-Real Intermedia Computerspiele in Kinoqualität synchronisieren.

Wir erfahren, dass der Umsatz der Computerspielbranche mittlerweile den der Filmindustrie in Hollywood um ein Vielfaches übersteigt. Der Anspruch an Übersetzungen und die Synchronisation sei in den letzten Jahren immer höher geworden. Viele Spiele würden heute durch eine lippensynchrone Kinoqualität überzeugen.

Dafür werden nicht selten prominente Sprecher wie etwa der Komiker Hennes Bender angeheuert, der zurzeit bei 4-Real Intermedia dem Bösewicht Newton im Spiel “Little Big Planet 3″ seine Stimme leiht.

Das Skript für ein Videospiel könne durchaus “Romanlänge erreichen”, wie beim Titel “Beyond Two Souls” mit etwa 500 DIN-A4-Seiten.

Die 4-Real Intermedia GmbH – Leitspruch “Gaming is our passion” – hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 1.000 Spiele lokalisiert. Zum Leistungsspektrum des Unternehmens gehören neben der Übersetzung und Grafik-Lokalisierung auch das gesamte Projektmanagement sowie die Durchführung der Sprachaufnahmen im eigenen Tonstudio.

Zum Dienstleistungsangebot “Übersetzung” heißt es auf der Website:

Die Lokalisierung erfolgt durch unser kompetentes und kreatives Team aus erfahrenen Übersetzern und Lektoren. Die Texte werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden oder dem Entwicklerstudio von unserem Team übersetzt und angepasst, um den individuellen Ansprüchen des Marktes und des Produktes vollkommen gerecht zu werden.
Um eine herausragende Übersetzungsqualität zu garantieren, überprüft unser hausinternes Lektorenteam alle übersetzten Texte gründlich, bevor diese ausgeliefert oder weiterverarbeitet werden. Wir wissen aus Erfahrung, dass nur auf diese Weise ein hoher Übersetzungsstandard gewährleistet werden kann – egal, ob für Action-Blockbuster, funktionsreiche Rennspiele oder Märchen für Kinder.

www.4-real.de

[Text: Richard Schneider. Quelle: Offenbach-Post, 2014-09-12. Bild: 4-Real Intermedia.]

Across Systems diskutiert mit Übersetzern über Weiterentwicklung des Translation-Memory-Systems

AcrossAls einer der ersten Tool-Anbieter im Bereich computerunterstützte Übersetzung (CAT) hat die Across Systems GmbH sich der offenen Diskussion mit Übersetzern gestellt. Am 27. August 2014 lud der Softwarehersteller zum Technik-Roundtable nach Karlsruhe ein. Der Workshop widmete sich ganz konkret der Optimierung der speziell auf Übersetzer ausgerichteten Across Personal Edition.

Der Tag war geprägt von einer sehr offenen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre, in der viele Ideen zur Weiterentwicklung der Software entstanden sind. Für die Across-Mitarbeiter aus der Entwicklungsabteilung war besonders das Praxiswissen der erfahrenen Übersetzer und die Priorisierung der diskutierten Optimierungen wertvoll, um die Across Personal Edition zukünftig noch anwenderorientierter zu gestalten.

Die wesentliche Aufgabe besteht nun darin, den gesammelten Input in die weitere Planung zu integrieren. Die eingeladenen Teilnehmer schätzten vor allem die Möglichkeit, im direkten Gespräch Gehör für ihre Kritikpunkte und Vorschläge zu finden:

Jerzy Czopik, Inhaber Technical Translation Service TransDocu, Dortmund, und BDÜ-Bundesreferent, erklärt: „Als langjähriger Nutzer verschiedener CAT-Tools begrüße ich die Across-Initiative sehr, mit den Endbenutzern der Tools in Dialog zu den gewünschten (und auch teilweise unerwünschten) Funktionalitäten zu treten. Die Bedürfnisse der Freelancer sollten bei allen Herstellern auf gleich große Beachtung stoßen, schließlich sind es die Freelancer, die mit den Tools tagtäglich arbeiten. Leider ist dieser Dialog noch zu keinem festen Bestandteil unserer Tool-Landschaft geworden. Als BDÜ-Bundesreferent für Sprachdatenverarbeitung und CAT-Tools würde ich es mir aber wünschen, dass alle Hersteller ähnliche Veranstaltungen organisieren und den Freelancern ein etwas höheres Gewicht bei der Tool-Entwicklung beimessen würden. Diesen Schritt hat nun Across gewagt und sich mit den Endbenutzern seiner Software beraten. Nun bleibt es zu hoffen, dass die Vorschläge ihren Weg in die künftigen Versionen des Tools finden werden.“

Auch Andreas Rodemann (AR-Übersetzungen) sieht den offenen Dialog mit Across positiv: „Mit dieser Veranstaltung hat Across einen großen Schritt auf diejenigen zu gemacht, die tagtäglich mit der Software arbeiten. Wir sind nun gespannt, wie und wann Across unsere Vorschläge umsetzt und freuen uns auf noch effektiveres Arbeiten.“

Für Across war der Roundtable ein großer Erfolg, sodass die Wiederholung eines solchen intensiven Workshops geplant ist. Über die weiteren Schritte hinsichtlich konkreter Ergebnisse wird Across Systems zeitnah informieren.

Weitere Informationen über die Across Personal Edition finden Interessierte auf www.my-across.net, die allgemeine Website des Unternehmens findet sich unter www.across.net.

Link zum Thema

2014-08-13: Technik-Roundtable mit Übersetzern zur Weiterentwicklung von Across

[Text: Across. Quelle: Pressemitteilung Across, 2014-09-11. Bild: Across.]

“Sprachlicher Verbraucherschutz unzureichend” – VDS begeht zum 15. Mal Tag der deutschen Sprache

Deutsche SpracheZum 15. Mal feiern Sprachfreunde am 13. September 2014 den “Tag der deutschen Sprache”. Diesen Erinnerungstag ruft seit dem Jahr 2000 der Verein Deutsche Sprache (VDS) an jedem 2. Samstag im September aus.

Sprachlicher Verbraucherschutz “vollkommen unzureichend”

In diesem Jahr steht der Tag der deutschen Sprache unter dem Motto „sprachlicher Verbraucherschutz“. Dieser ist nach Ansicht des VDS in Deutschland vollkommen unzureichend. „Das Gesetz erlaubt Kennzeichnungen auf Waren auch in anderen Sprachen“, bemängelt der VDS-Vorsitzende und Wirtschaftsprofessor Walter Krämer. Meistens sei dies das Englische, und so würden Inhaltsstoffe verschleiert und die Kunden absichtlich verunsichert. „Jeder Bürger hat das Recht, Englisch nicht zu können! Wer hier in Deutschland etwas einkauft, darf auch eine Warenkennzeichnung in deutscher Sprache erwarten“, so Krämer.

60 Veranstaltungen im In- und Ausland

Zur Verbreitung ihrer Anliegen nutzen die Sprachfreunde Kulturabende, Infostände, Märchenlesungen und Sprachpreise – über 60 Veranstaltungen in Deutschland und im Ausland sind dieses Jahre geplant.

In Dresden gibt es eine Lesung mit dem Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge und Kammersängerin Barbara Hoene. Ein Podiumsgespräch in Magdeburg widmet sich der prekären Lage des Deutschen in Kultur und Wissenschaft. Der Titel: „Deutsch ist out? Verliert die deutsche Sprache an Bedeutung?“ Die VDS-Regionalgruppe in Köln verleiht wieder den „Sprach-Tünnes“, und auch an vielen anderen Orten werden Negativ- und Positivpreise vergeben. In Hamburg bekommt der Liedermacherm Achim Reichel den Elbschwanenorden verliehen.

Das Ziel: Sprachbewusstsein schaffen

HerzDer Tag der deutschen Sprache soll:

  • Ein Sprachbewusstsein schaffen und festigen, das den unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern eindämmt.
  • Bei allen Bürgern unseres Landes den Sinn für die Ausdruckskraft der deutschen Sprache wecken.
  • Die Wichtigkeit guter muttersprachiger Kenntnisse für alle Lebensbereiche hervorheben.
  • Für den Gebrauch von gutem und verständlichem Deutsch in Wort und Schrift werben.
  • Bewirken, dass wir unsere eigene Sprache schätzen, weil sie nur dann auch im Ausland ernst genommen wird.
  • An die Gleichwertigkeit aller Sprachen erinnern.
  • Ein partnerschaftliches Band zwischen den Freunden der deutschen Sprache im In- und Ausland knüpfen.
  • Einmal im Jahr zum Nachdenken sowie zum persönlichen und öffentlichen Meinungsaustausch über die deutsche Sprache anregen.

Der Tag der deutschen Sprache findet jährlich am zweiten Septembersamstag statt. Alle sprachlich Interessierten sind eingeladen, sich an diesem Tag zu beteiligen.

Eine Liste aller Veranstaltungen zum Tag der deutschen Sprache 2014 ist auf den Netzseiten des VDS zu finden:

www.vds-ev.de/tds-terminuebersicht

[Text: VDS. Quelle: VDS. Bild: Photolars / Fotolia, guukaa / Fotolia.]

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