Im Westen nichts Neues: TransPerfect weiterhin durch Rosenkrieg gelähmt – Verkauf kommt nicht voran

TransPerfect-Zentrale in New York

Die TransPerfect-Zentrale befindet sich im 39. Stock dieses Bürohochhauses an der New Yorker Park Avenue.

Die Zukunft von TransPerfect, dem weltweit größten in Privatbesitz befindlichen Sprachdienstleister, ist weiterhin ungewiss.

Im August 2015 hatte ein Richter den Verkauf angeordnet, um das Unternehmen zu retten. Seitdem haben sich aber noch keine wesentlichen Fortschritte ergeben.

Die beiden Gründer und Gesellschafter, Liz Elting und Philip Shawe, einst ein Liebespaar, haben sich zerstritten und überziehen sich seit Jahren gegenseitig mit Prozessen. Keiner ist bereit, den anderen auszuzahlen und das Feld zu räumen. Kompromissvorschläge wurden zurückgewiesen. Die Querelen behindern aktuelle Geschäftsentscheidungen und gefährden die Weiterentwicklung und Zukunft des Unternehmens.

In einer Art Versteigerung sollen nun die Unternehmensanteile verkauft werden. Dabei dürfen sowohl Elting als auch Shawe sowie Dritte mitbieten.

Das Ziel ist eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse und Entscheidungsbefungnisse, um die nun schon seit Jahren anhaltende Blockade zu überwinden.

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes beleuchtet die erfolgreiche Unternehmensgeschichte und die gegenwärtige Misere noch einmal ausführlich in einem Artikel mit der Überschrift “Inside The Nasty Corporate Divorce Between Ex-Lovers Who Built A Company Worth Nearly $1 Billion”. Darin heißt es:

In March 2015 the court appointed corporate attorney Robert Pincus to mediate. […] Five months later, […], Bouchard made a decision that was unusual for a growing enterprise: He ordered Pincus to oversee a sale that would keep the company intact and maximize value for shareholders. […] Jennifer Voss, the attorney for custodian Robert Pincus, laid out his plan for selling the company: a modified auction allowing bids from both the owners and third parties.

 

If it went to auction, TransPerfect could bring between $800 million and $1.2 billion, based on court testimony from financial experts. Martin Russo, Shawe’s lawyer, calls that range “rosy and high,” but Don DePalma, who tracks the translation industry for Common Sense Advisory, believes it’s realistic.

RWS Group gehört zu möglichen Kaufinteressenten

[…] Andrew Brode, executive chairman of U.K.-based RWS Group, one of TransPerfect’s main competitors. He says RWS Group would “look closely” at bidding for TransPerfect […].

TransPerfect schon 2019 größer als Lionbridge?

TransPerfect is an attractive buy—no debt, plenty of cash and 11,000 clients, including Google, Merck and Wal-Mart. It has increased revenues at an average of 22% annually in the past decade despite recession, litigation and no acquisitions since 2013. (By comparison, Lionbridge, the only language-services provider bigger than TransPerfect, grew an average of 11% a year over that same period.) If the trend continues, TransPerfect will cross the $1 billion revenue mark by 2019 and eventually become the industry’s biggest player.

Weiterführender Link

Mehr zum Thema auf uepo.de

Die Hintergründe der unternehmensinternen Auseinandersetzungen bei TransPerfect hat uepo.de bereits 2014 ausführlich beleuchtet:

[Text: Richard Schneider. Quelle: Forbes, 2016-06-21. Bild: ButtonwoodTree, Lizenz: CC BY-SA 3.0.]

Brexit führt zu gravierenden Nachteilen für britische EU-Dolmetscher: Verbeamtung nicht mehr möglich

BrexitAm 23.06.2016 haben die Briten mit einer Mehrheit von 51,9 Prozent in einem Referendum entschieden, die europäische Union in den nächsten Jahren zu verlassen (so genannter “Brexit”).

Hat dies Auswirkungen auf die englische Sprache innerhalb der europäischen Institutionen? Müssen sich englische Muttersprachler, die bei der EU als Dolmetscher oder Übersetzer arbeiten, Sorgen um ihre Jobs machen?

Keine Auswirkungen auf EU-Sprachenregime

Die englische Sprache ist innerhalb der EU die wichtigste Verkehrssprache. Der Austritt Großbritanniens wird daran nichts ändern, zumal mit Irland und Malta weiterhin zwei Länder mit Englisch als Amtssprache Mitglied bleiben.

Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs dürfte kaum weniger in und aus der englischen Sprache übersetzt und gedolmetscht werden. Im Gegenteil: Der Trend zum Englischen als Hauptverkehrssprache innerhalb der EU-Institutionen dürfte sich zum Nachteil der französischen, deutschen und aller anderen Sprachen weiter fortsetzen.

Keine Folgen für freiberuflich für EU tätige Dolmetscher und Übersetzer

Sprachmittler, die freiberuflich für EU-Institutionen arbeiten, können eine beliebige Staatsangehörigkeit haben, also auch die eines Nicht-Mitgliedstaates. Für sie hat der Brexit keine Folgen.

Verbeamtung britischer EU-Dolmetscher und -Übersetzer in Gefahr

Anders sieht dies bei verbeamteten Übersetzern und Dolmetschern aus. Diese müssen “auf jeden Fall die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats besitzen”, wie es auf der Website der EU-Kommisson unmissverständlich heißt (http://ec.europa.eu/civil_service/job/official/index_de.htm).

Für verbeamtete Übersetzer und Dolmetscher, die lediglich die britische Staatsangehörigkeit besitzen, könnte der Brexit damit schwerwiegende berufliche Folgen haben.

Denn nach einem Austritt ihres Heimatlandes würden sie nicht mehr die für alle EU-Beamten geltenden Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Sie könnten ihren Beamtenstatus verlieren und dann nur noch als einfache, kündbare Angestellte oder freiberuflich für die EU tätig sein.

Pragmatische Lösung für englische Muttersprachler wahrscheinlich

Die EU kann es sich nicht leisten, Sprachmittler mit englischer Muttersprache zu verlieren. Seit Jahrzehnten besteht in der Übersetzungsbranche ein nicht behebbarer Mangel an englischen Muttersprachlern.

Die bei der EU beschäftigten britischen Dolmetscher und Übersetzer werden sehr wahrscheinlich ihren Beamtenstatus verlieren, aber gewiss nicht ihren Job. Die Eurokraten werden arbeitsrechtliche Lösungen finden, mit denen beide Seiten leben können.

Wer als Brite verbeamtet werden will, muss andere Staatsbürgerschaft annehmen

Britische Nachwuchsdolmetscher und -übersetzer werden – wie viele andere Einwanderer auch – nach kreativen Lösungen suchen müssen, um innerhalb der EU beruflich Fuß fassen und ihre Karriere mit einer – bekanntlich extrem lukrativen – Verbeamtung beim größten Sprachendienst der Welt krönen zu können. Hier bietet sich zum Beispiel eine (Schein-)Ehe mit einem EU-Bürger und die Annahme von dessen Staatsangehörigkeit an.

[Text: Richard Schneider.]

Saarbrücken führt neuen Masterstudiengang “Translation Science and Technology” ein

Luftaufnahme Uni Saarbrücken

Umgeben von Wald liegt die Saarbrücker Uni auf einem ehemaligen Kasernengelände vor den Toren der Stadt.

Die Universität des Saarlandes in Saarbrücken hat im Mai 2016 ihre neu konzipierten Studiengänge für Sprachmittler vorgestellt. Diese heißen jetzt “Language Science” (Bachelor) und “Translation Science and Technology” (Master).

Umstrukturierung wegen drastischer Sparmaßnahmen

Durch drastische Sparmaßnahmen der CDU/SPD-Landesregierung war man gezwungen, das seit 1948 bestehende Lehrangebot erneut zusammenzustreichen und neu auszurichten.

Zeitweise drohte den Übersetzerstudiengängen dasselbe Schicksal wie dem Master-Studiengang “Konferenzdolmetschen”, dessen “perspektivisches Auslaufen” schon 2014 beschlossen worden war.

Die Studieninhalte werden auf der Website wie folgt beschrieben:

Master-Studiengang “Translation Science and Technolog”

In Europa nimmt der Bedarf an gut ausgebildeten Übersetzern ständig zu. Neben einer soliden wissenschaftlichen Ausbildung vermittelt der Masterstudiengang “Translation Science and Technology” Methoden, mit deren Hilfe die Absolventen sowohl den hohen Ansprüchen im Beruf genügen als auch den Weg der Promotion und einer akademischen Laufbahn einschlagen können. Die hochintegrierte Translations- und Sprachtechnologieausbildung, die dieser Studiengang bietet, ist somit in Deutschland einmalig.

Ein Schwerpunkt des Saarbrücker Masterstudiengangs liegt auf neueren Methoden der Sprachtechnologie und der empirischen Forschung. Die Studierenden qualifizieren sich für moderne Arbeitsprozesse in mehrsprachiger Kommunikation. Darüber hinaus werden Forschungsmethoden der empirischen Sprach- und Übersetzungswissenschaft intensiv geschult.

Auch Interdisziplinarität und Praxisorientierung werden groß geschrieben. Sprachwissenschaft, Korpuslinguistik und Computerlinguistik sind ebenso Bestandteile des Studiums wie berufsorientierte Pflichtmodule und die Möglichkeit, eine externe Abschlussarbeit anzufertigen. Durch eine freiwillige Erweiterungsprüfung können Studierende außerdem ihr individuelles Qualifikationsprofil schärfen.

Regelstudienzeit: 4 Semester
Abschluss: Master of Arts (M.A.)
Studienbeginn: Wintersemester
Nächste Bewerbungsfrist    30.09.2016 für das WS 2016/2017

Mögliche Sprachkombinationen

Folgende Sprachen können im Masterstudiengang kombiniert werden:

  • A-Sprache (= muttersprachliche Kompetenz) als Grundsprache: Deutsch
  • B-Sprachen (= sehr gute aktive und passive fremdsprachliche, kulturelle und translatorische Kompetenz): Englisch (BI) und eine romanische Sprache (BII) (Französisch, Italienisch, Spanisch)

Aufbau des Studiengangs

Der Studiengang besteht aus einem wissenschaftlichen Teil (Bereich 1) und aus einem auf die translatorische Kompetenz ausgerichteten Teil (Bereich 2). Neben Kenntnissen in den relevanten Fachwissenschaften (Translatologie, Linguistik) erwerben die Studierenden in beiden Bereichen auch technologische Kenntnisse und Kompetenzen.

Bereich 1 (39 CP)

Zum wissenschaftlichen Teil gehören Fragestellungen aus folgenden Gebieten:

  • Grundfragen und -methoden der Sprach- und Übersetzungswissenschaft
  • Anwendungen von Sprachtechnologie
  • Annotation und Programmierung
  • Empirische Methoden der Sprach- und Übersetzungswissenschaft
  • Übersetzungstechnologien
  • Übersetzung und Content Management
  • Vertiefung korpusbasierter und experimenteller Methoden einschließlich einschlägiger statistischer Methoden

Bereich 2 (51 CP)

Die Vermittlung translatorischer Kompetenz weist folgende Schwerpunkte auf:

  • Textproduktion, Übersetzung und Evaluation im situativen und kulturellen Kontext
  • Fachkommunikation, Wissensmanagement, Terminologielehre und -arbeit
  • Wahlpflicht: Mündliche Kommunikation im mehrsprachigen Bereich oder wahlweise eine andere Optionen aus dem Lehrangebot der Fachrichtung
  • Übersetzung und Medialität

Wahlpflichtbereich (6 CP)

Die beiden Studienbereiche werden durch einen Wahlpflichtbereich ergänzt, in dem die Studierenden entweder die erworbene translatorische Kompetenz in Richtung mündlicher Sprachmittlung/Fachkommunikation erweitern oder ihre wissenschaftlichen Kompetenzen vertiefen können.

Masterarbeit und Veranstaltung (21 CP und 3 CP)

Die Masterarbeit wird von einer Veranstaltung begleitet, in der die Studierenden methodische Unterstützung beim Forschungsdesign ihrer Arbeit erhalten.

Erweiterungsprüfung

Zusätzlich können Studierende eine freiwillige Prüfung in einer weiteren Fremdsprache ablegen und so den Erwerb von Zusatzqualifikationen nachweisen. Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte § 39 der fachspezifischen Bestimmungen.

Zugang

Der Zugang zum Masterstudiengang “Translation Science and Technology” setzt einen Bachelorabschluss oder äquivalenten Hochschulabschluss sowie die besondere Eignung voraus.

Besonders geeignet ist, wer über Kenntnisse und Kompetenzen in den beiden im Master gewählten Sprachen verfügt. Diese sind nachzuweisen durch ein einschlägiges Bachelorstudium oder durch ein Zertifikat, welches der Niveaustufe C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen entspricht.

Ausländische Studienbewerber, die ihren Abschluss in einem nicht deutschsprachigen Studiengang erworben haben, müssen vor der Immatrikulation deutsche Sprachkenntnisse der Niveaustufe C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachweisen.

fr46.uni-saarland.de

Links zum Thema

[Text: Richard Schneider. Quelle: Universität des Saarlandes, 2016-05-20. Bild: Universität des Saarlandes.]

Neu bei ProZ.com: Android-App für zahlende Mitglieder

ProZ.com MobileProZ.com, das mit 817.000 registrierten Benutzern größte Übersetzerportal der Welt, hat unter dem Namen ProZ.com Mobile eine Android-App entwickelt, mit der die wichtigsten Angebote der Website auch per Mobiltelefon und Tablet genutzt werden können. Hierzu zählen die Bereiche “Jobs”, “Blue Board”, “Term Search”, “KudoZ”, “Forums”, “Quick polls” und “Availability”.

Je nachdem, welche Wünsche die Benutzer noch anmelden, sollen später weitere Bereiche und Funktionen hinzugefügt werden.

Damit “ProZ.com Mobile” auch von Hipstern und der Oberschicht der Branche genutzt werden kann, ist außerdem eine Version für das iOS-Betriebssystem von Apple in Planung.

Die Android-App kann von allen zahlenden ProZ.com-Mitgliedern kostenlos über Google Play heruntergeladen werden. Aussagekräftige Erfahrungsberichte liegen noch nicht vor.

Weiterführende Links

[Text: Richard Schneider. Quelle: ProZ.com, 2016-06-14. Bild: ProZ.com.]

“Außergewöhnlich gute Prozesse” – RWS Group Deutschland mit LSP-BEST AWARD 2015 ausgezeichnet

LSP-BEST AWARDBei der erstmaligen Verleihung des LSP-BEST AWARDs wurde die RWS Group Deutschland in der Kategorie “Prozesse” ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist das Ergebnis eines mehrjährigen Wettbewerber-Benchmarkings des internationalen schweizerischen Verbandes für Qualitäts-Sprachendienste LinQua und der Zertifizierungsstelle LinquaCert.

Bereits seit 2014 nimmt die RWS Group Deutschland am internationalen Wettbewerber-Benchmarking LSP-BEST teil. Das Benchmarking umfasst auf Basis vergleichbarer Kennzahlen sowohl finanzielle Ergebnisgrößen als auch Ergebnisfaktoren in den Dimensionen Kunden, Prozesse und Mitarbeiter.

Die Übergabe des Preises erfolgte im Anschluss an das Audit zur Rezertifizierung für die ISO 17100 und ISO 9001. “Mit dem LSP-BEST AWARD wird nun die RWS Group Deutschland für ihre außergewöhnlich guten und nachhaltigen Leistungen in der Kategorie ‘Prozesse’ ausgezeichnet”, sagt Markus Kukla, Leiter der Zertifizierungsstelle LinquaCert bei der Überreichung.

Besonders erfreut über die Auszeichnung in gerade dieser Kategorie zeigte sich RWS-Geschäftsführer Andreas Siegmund, denn kundenorientierte Lösungen sind ein wesentliches Leistungsmerkmal der RWS Group Deutschland. “Viele unsere Kunden kommen zu uns weil sie einen Dienstleister suchen, der sich genau auf ihre Anforderungen einstellen kann. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Prozesse sowohl flexibel anpassen als  auch die erforderliche Qualität und Effizienz gewährleisten müssen. Die Auszeichnung gebührt daher vor allem unseren Mitarbeitern, die genau diese Anforderung jeden Tag umsetzen”, so Andreas Siegmund.

Wettbewerber-Benchmarking mit LSP-BEST

Im März 2014 haben LinQua (internationaler schweizerischer Verband der Qualitäts-Sprachendienste) und LinquaCert (Schweizerische Zertifizierungsstelle) ein Benchmarksystem für Sprachdienstleister (LSP) aufgebaut. Dazu heißt es auf der Website:

Ein Wettbewerbervergleich der Sprachdienstleister gestaltet sich schwierig: Neben Bilanzsummen des Vorjahres sind wenige valide Informationen verfügbar. Selbst wenn diese Informationen vorliegen, ist unklar, wie die Ergebnisse erreicht wurden.

 

Grundlegende Idee von LSP-BEST ist es, regelmäßig branchenbezogene Benchmarks zu liefern. Für jede im Benchmarksystem definierte Kennzahl werden quartalsweise die Top3-Unternehmen unter allen Teilnehmern ermittelt. Neben finanziellen Ergebnisgrößen werden Erfolgsfaktoren in den Dimensionen Kunden, Prozesse und Mitarbeiter dargestellt. Damit werden Ursache-Wirkungsketten transparent, die zu besseren finanziellen Ergebnissen beim LSP führen.

Über die RWS Group Deutschland GmbH

Andreas Siegmund

Andreas Siegmund

Die RWS Group Deutschland GmbH gehört zur internationalen RWS Group mit Sitz in Großbritannien. Am Standort Berlin verfügt die RWS Group über ca. 80 angestellte Mitarbeiter. Das Tätigkeitsfeld RWS Group Deutschland umfasst Übersetzung und Lokalisierung in den Fachbereichen technische Kommunikation, Marketing, Corporate Communication und Recht; ein- und mehrsprachiges Terminologie-Management und multilinguales Publishing. Das Unternehmen ist nach ISO 17100:2015 und ISO 9001:2008 zertifiziert.

Die internationale RWS Group gehört zu den zehn größten Übersetzungsdienstleistern weltweit und ist Marktführer im Bereich Patentübersetzungen. Mit Niederlassungen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweiz, USA, Australien, China und Japan bietet die RWS Group ihren Kunden einen globalen Service.

www.rws-group.de
www.rws.com

Weiterführende Links

[Text: RWS Group. Quelle: Pressemitteilung RWS Group, 2016-06-16. Bild: RWS Group.]

Ist das noch ein Übersetzer-Studiengang? Saarbrücken präsentiert abgespeckten Bachelor “Language Science”

Logo Universität des SaarlandesDie Universität des Saarlandes in Saarbrücken hat im Mai 2016 ihre neu konzipierten Studiengänge für Sprachmittler vorgestellt. Diese heißen jetzt “Language Science” (Bachelor) und “Translation Science and Technology” (Master).

Umstrukturierung wegen drastischer Sparmaßnahmen

Durch drastische Sparmaßnahmen der CDU/SPD-Landesregierung war man gezwungen, das seit 1948 bestehende Lehrangebot erneut zusammenzustreichen und neu auszurichten.

Zeitweise drohte den Übersetzerstudiengängen dasselbe Schicksal wie dem Master-Studiengang “Konferenzdolmetschen”, dessen “perspektivisches Auslaufen” schon 2014 beschlossen worden war.

Bachelor bietet viel Sprachwissenschaft – übersetzt wird nur noch am Rande

Der neue Bachelor of Arts “Language Science” bietet viel Sprachwissenschaft mit einem Schuss Übersetzen. Die Universität will damit Interessenten ansprechen, “die eine breite sprachwissenschaftliche Ausbildung anstreben”. Die Studieninhalte werden auf der Website wie folgt beschrieben:

Studiengang “Language Science” (Bachelor)

Der Kernbereichs-Bachelorstudiengang wird zum Wintersemester 2016/17 starten und löst den Studiengang VSLT mit Schwerpunkt Vergleichende Sprachwissenschaft sowie Translation ab.

Der sechssemestrige Bachelor-Studiengang “Language Science”, der mit einem Bachelor of Arts (B.A.) abschließt, vermittelt zentrale theoretische und methodische Kompetenzen in den Bereichen der theoretischen und der gebrauchsorientierten Linguistik, der Computerlinguistik, der Phonetik, der Sprachverarbeitung und der Translation.

Darüber hinaus werden auch erweiterte schriftliche und mündliche Kompetenzen im Englischen sowie fakultativ in romanischen Sprachen erworben.

Der Studiengang “Language Science” richtet sich an Personen, die eine breite und dennoch fokussierte sprachwissenschaftliche Ausbildung anstreben. Er zeichnet sich durch eine besondere Praxisorientierung aus, die sich sowohl in der Konzeption des Gesamtstudiengangs wie auch in den Konzeptionen der vier Wahlpflichtbereiche Europäische Sprachen, Sprachverarbeitung, Phonetik und Translation niederschlägt.

Folgende vier Pflichtmodule müssen von allen Studierenden erfolgreich abgeschlossen werden:

  • P1: Theoretische und methodische Grundlagen (30 CP)
  • P2: Sprachkompetenz Englisch (9 CP)
  • P3: Schlüsselkompetenzen (12 CP)
  • P4: Abschlussmodul (15 CP)

Neben diesen 4 Pflichtmodulen bietet der Studiengang 4 Wahlpflichtbereiche an, von denen die Studierenden 3 belegen und erfolgreich abschließen müssen. Dies sind:

  • WP1: Europäische Sprachen (38 CP)
  • WP2: Sprachverarbeitung (38 CP)
  • WP3: Phonetik (38 CP)
  • WP4: Translation (38 CP)

WP1 “Europäische Sprachen” vermittelt zentrale Kenntnisse in der Struktur, der Funktion und dem Gebrauch des Deutschen, des Englischen sowie in mindestens einer romanischen Sprache.

WP2 vermittelt mathematische, semantische und grammatiktheoretische Grundlagen der maschinellen Sprachverarbeitung.

WP3 vermittelt grundlegende Kompetenzen in der phonetischen Transkription, in experimenteller Phonetik, Prosodie und in der Analyse und Beschreibung von Sprachproduktions- und Sprachrezeptionsprozessen.

WP4 schließlich vermittelt weiterführende Sprachkompetenzen in mindestens einer romanischen Sprache, in der Methodik des Übersetzens sowie im Übersetzen selbst (Englisch und eine romanische Sprache).

Absolventen des Studiengangs “Language Science” werden berufliche Perspektiven in einer Vielzahl von Bereichen eröffnet, die im engeren oder weiteren Sinne sprachlich geprägt sind. Hierunter fallen neben den klassischen Berufsfeldern der alten Medien (Hörfunk, Zeitung, Verlagswesen) vor allem bereits etablierte und sich neu entwickelnde Berufsfelder in den neuen Medien. Je nach Schwerpunktbildung sind dies beispielsweise Tätigkeiten in der Werbung, in sozialen Netzwerken, bei kleineren wie größeren Internetdiensten sowie in Bereichen der (maschinellen) Übersetzung.

Der Bachelor “Language Science” ermöglicht den Zugang zu einer Vielzahl von Master-Studiengängen und damit weiteren Schwerpunktbildungen. Im wissenschaftlichen Bereich sind die Sprachwissenschaften in den Philologien (Germanistik, Anglistik, Romanistik), die Computerlinguistik, die Phonetik und die Translationswissenschaft als naheliegende Betätigungsfelder zu nennen.

Den ebenfalls neuen Masterstudiengang “Translation Science and Technology” werden wir in einem gesonderten Artikel vorstellen.

Links zum Thema

[Text: Richard Schneider. Quelle: Universität des Saarlandes, 2016-05-24. Bild: Universität des Saarlandes.]

Turbo-Übersetzung: EinsFestival untertitelt Tonight Show mit Jimmy Fallon innerhalb von 24 Stunden

Tonight Show mit Jimmy Fallon

Jimmy Fallon moderiert seit 2014 als Nachfolger von Jay Leno die seit 1954 laufende “Tonight Show”

Freunde von Late-Night-Shows leiden in Deutschland unter schweren Entzugserscheinungen, seit Harald Schmidt 2012 und Stefan Raab 2015 ausgebrannt das Handtuch warfen und die Formate ersatzlos gestrichen wurden.

Eine Möglichkeit, dennoch in den Genuss dieses täglichen Unterhaltungsformats zu kommen besteht darin, sich auf EinsFestival die “Tonight Show” mit Gastgeber Jimmy Fallon reinzuziehen.

Die knapp einstündige Sendung wird seit dem 26.01.2016 ohne Werbeunterbrechungen montags bis freitags um 23:00 Uhr ausgestrahlt – und zwar in der amerikanischen Originalfasung mit deutschen Untertiteln.

Keine Konserven, sondern tagesaktuelle Sendungen

Schön ist, dass EinsFestival keine Altsendungen aus den vergangenen Jahren eingekauft hat, sondern von NBC die aktuellen Sendungen übernimmt. Diese werden nur einen Tag nach der Erstausstrahlung in den USA sorgfältig untertitelt hierzulande angeboten.

Als es vor wenigen Tagen in der Presse hieß, dass mit Barack Obama zum ersten Mal überhaupt ein amtierender US-Präsident zu Gast in einer Late Night Show sein werde, konnte man sich die betreffende Sendung schon einen Tag später sauber untertitelt im deutschen Fernsehen zu Gemüte führen.

Turbo-Übersetzung innerhalb von 24 Stunden

Die Untertitel werden von zwei freiberuflichen Übersetzern für die WDR mediagroup digital angefertigt, die diese Aufgabe im Auftrag von EinsFestival übernommen hat. Das Medienmagazin DWDL beschreibt den Ablauf:

Im Einsfestival-Team, das allabendlich Jimmy Fallons US-Late-Night in die deutschen Wohnzimmer schickt, arbeiten zwei freie Übersetzer. […]

 

An einem gängigen Übersetzungstag wird die Sendung vom Abend zuvor um 9 Uhr morgens deutscher Zeit heruntergeladen. Bis zum frühen Nachmittag ist nun Zeit, um eine erste Fassung der Übersetzung anzufertigen. Da es bei Redewendungen und Wortwitz immer mal wieder zu Entscheidungen mit gewissem Ermessensspielraum kommt, wird mit den zuständigen Redakteuren gearbeitet, bis die finale Fassung im Laufe des Nachmittags steht.

Das Erstaunliche: die Qualität stimmt

Während man als Berufsübersetzer beim Genuss synchronisierter oder untertitelter Sendungen nicht selten rücklings vom Bürostuhl kippt (vor Lachen oder Schreck) bietet die Untertitelung der Tonight Show keinerlei Gründe zur Beanstandung. Man kann den Kollegen trotz des Zeitdrucks nur eine sorgfältige und einwandfreie Arbeit bescheinigen.

Dass dennoch hin und wieder von den Übersetzern etwas falsch verstanden wird, sei “normal und absolut menschlich”, wie DWDL schreibt:

Wie Egle [die zuständige Redakteurin] verrät, hat man bei Einsfestival vor allem das “Meth-Gate” nicht vergessen: Als Bob Odenkirk (“Better Call Saul”, “Breaking Bad”) über “something with meth” sprach, wurde der Satz versehentlich mit “was mit Mathe” übersetzt.

Mehr zum Thema

[Text: Richard Schneider. Quelle: DWDL, 2016-06-14. Bild: EinsFestival.]

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